Sonderausgaben

Das Wichtigste in Kürze
  • Sonderausgaben sind ausdrücklich im Einkommensteuergesetz angeführt und können unter bestimmten Voraussetzungen zu einer Minderung der Steuerbemessungsgrundlage und damit einer Reduzierung der Einkommensteuerbelastung beitragen.
  • Seit 2017 berücksichtigt das Finanzamt viele Sonderausgaben automatisch.
  • Sogenannte Topfsonderausgaben werden ab dem Veran­lagungsjahr 2016 nicht mehr berücksichtigt. Lediglich Verträge oder Bauausführungen, die bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossen wurden, kann man noch bis einschließlich 2020 abschreiben.

Unter Sonderausgaben versteht man in Österreich die Aufwendungen einer steuerpflichtigen Person, die dem privaten Bereich zugeordnet werden. Es handelt sich dabei weder um Betriebsausgaben, Werbungskosten oder andere außergewöhnliche Belastungen.
Diese Sonderausgaben sind ausdrücklich im Einkommensteuergesetz angeführt und können unter bestimmten Voraussetzungen zu einer Minderung der Steuerbemessungsgrundlage und damit einer Reduzierung der Einkommensteuerbelastung beitragen.

Sonderausgaben
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Unter sogenannte Sonderausgaben fallen beispielsweise freiwillige Personenversicherungen, Kosten für die Wohnraumschaffung oder Sanierung aber auch Spenden und Kirchenbeiträge. Allerdings sind viele Sonderausgaben dabei mit einem Höchstbetrag begrenzt.
Zum Teil hängt es zudem auch von der Höhe des Einkommens ab, wie viel man absetzen kann.
Seit 2017 berücksichtigt das Finanzamt viele Sonderausgaben automatisch.

Wer kann Sonderausgaben steuerlich absetzen?

Es können nur ausgaben steuerlich geltend gemacht werden, zu denen die steuerpflichtige Person selbst verpflichtet ist. Es ist daher die Zahlung durch den Steuerpflichtigen nachzuweisen.

Als Steuerpflichtiger kann man Ausgaben für Wohnraumschaffung, Versicherungsprämien oder Kirchenbeiträge aber auch dann absetzen, wenn man diese für seinen nicht dauernd getrennt lebenden Partner oder für seine Kinder leistet (nahe Angehörige).

Sonderausgaben mit Höchstbetrag und Viertelung

Bei bestimmten Sonderausgaben wird nur ein festgesetzter Höchstbetrag berücksichtigt und davon nur ein Viertel steuerlich abgesetzt.
Sonderausgaben mit Höchstbetrag und Viertelung bezeichnet man als “Topf-Sonderausgaben”.

Zu ihnen zählen:

Aufwendungen für freiwillige Personenversicherungen
  • Unfall,- Renten-, Krankenversicherung
  • Insassenversicherung
  • Sterbeversicherung
  • freiwillige Beiträge zur Pensionsversicherung
  • Arbeitnehmer-Beiträge zu Pensionskassen (wenn keine staatliche Prämie zur Zukunftsvorsorge beansprucht wird)
Ausgaben zur Wohnraumschaffung

Ausgaben hierfür können durch Eigenmittel oder Darlehen finanziert werden.

Ausgaben zur Wohnraumsanierung

Sanierungen können ebenfalls mit Eigenmitteln oder Darlehen finanziert werden. Allerdings müssen die Arbeiten von befugten Unternehmen durchgeführt worden sein. Rechnungen zum Material genügen nicht.

Soviel kann man geltend machen (Topf-Sonderausgaben)

  • 2.920 Euro ohne Alleinverdienerabsetzbetrag oder Alleinerzieherabsetzbetrag
  • 5.840 mit Alleinverdienerabsetzbetrag oder Alleinerzieherabsetzbetrag
    wenn kein Alleinverdienerabsetzbetrag zusteht, man aber mehr als sechs Monate im Jahr verheiratet war oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebt und die Einkünfte des Partners höchstens 6.000 Euro betragen.

Topf- Sonderausgaben werden grundsätzlich erst dann steuerwirksam, wenn sie 240 Euro im Jahr überschreiten. Das ist so, weil nur ein Viertel der Kosten abgeschrieben werden kann und bereits 60 Euro als Pauschale automatisch bei der Gehaltsabrechnung berücksichtigt werden.

Achtung! Sogenannte Topfsonderausgaben werden ab dem Veran­lagungsjahr 2016 nicht mehr berücksichtigt. Lediglich Verträge oder Bauausführungen, die bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossen wurden, kann man noch bis einschließlich 2020 abschreiben.

Sonderausgaben ohne Höchstbetrag und Einkommensgrenze

Bestimmte Aufwendungen werden gänzlich und unabhängig von der Höhe des Einkommens steuerlich berücksichtigt:

  • Renten und dauernde Lasten
  • Beiträge zur Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung
  • Steuerberatungskosten
  • Nachkauf von Versicherungszeiten (Schule, Universität)

Ab 2017 werden Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung sowie für den Nachkauf von Versicherungszeiten von der jeweiligen Organisation automatisch dem Finanzamt gemeldet.
Diese Beiträge werden daher automatisch in der Arbeitnehmerveranlagung behandelt.

Sonderausgaben mit anderen Höchstbeträgen

Spenden oder Kirchenbeiträge verringern die Lohnsteuerbemessungsgrundlage bis zum jeweiligen Höchstbetrag in vollem Umfang. Die Spende muss durch einen Überweisungsbeleg oder eine Bestätigung der Organisation nachgewiesen werden können.

So viel kann man absetzen (Spenden und Kirchenbeitrag):

  • Beiträge für Kirchen und Religionsgemeinschaften (wenn in Österreich anerkannt) → 400 Euro pro Jahr
  • Spenden an begünstigte Spendenempfänger → bis zu 10 Prozent der Einkünfte des laufenden Jahres

Eine Liste der begünstigten Spendenempfänger findet man hier.

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Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Verfassen von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.

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