Leitzins

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Leitzins wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt.
  • Er bildet die Grundlage für die Zinsen eines Staates oder Währungsgebietes.
  • Der wichtigste Leitzins der EZB ist der Hauptrefinanzierungssatz.

Was ist der Leitzins?

Der Leitzins wird von einer Zentralbank wie der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt und bildet die Grundlage für die Zinsen eines Staates oder Währungsgebietes.
In den USA wird der Leitzins beispielsweise von dem Federal Reserve System (FED) vorgegeben, in Europa ist es die Europäische Zentralbank (EZB).

Als wichtigstes geldpolitisches Instrument einer Notenbank ist der Leitzins von großer Bedeutung, da damit die umlaufende Geldmenge in der Volkswirtschaft aktiv gesteuert wird.

Zentralbank: Hier wird das Geld gedruckt, mit dem wir alle bezahlen. Man nennt die Zentralbank auch Notenbank. Sie bestimmt den Leitzins und steuert damit im Grunde das Geld, das im Umlauf ist.

Geldpolitik der Zentralbank

Grundsätzlich werden alle wirtschaftspolitischen Maßnahmen einer Zentralbank um ihre Ziele zu erreichen als Geldpolitik bezeichnet. Die Geldpolitik einer Zentralbank kann restriktiv oder expansiv sein.

Restriktive Geldpolitik
Das Ziel einer restriktiven Geldpolitik ist, die Höhe des Geldes, das im Umlauf ist, zu verringern. Dies geht mit höheren Zinsen einher.

Expanisve Geldpolitik
Bei einer expansiven Geldpolitik wird die Geldmenge oder das Geldangebot der Zentralbank vergrößert und Zinsen sinken.

Zinsen: Der Preis, zu dem einer dem anderen Geld überlässt. Leiht man sich beispielsweise 100 Euro aus, und zahlt man nach einem Jahr 110 zurück, so hat man 10 Euro an Zinsen bezahlt.

Was bedeutet ein niedriger Leitzins?

Bei einem niedrigen Leitzinsen kommen Banken sehr günstig an viel Geld. Das hat auch für Firmen und Privathaushalte Vorteile, weil die Banken diese guten Konditionen an diese weitergeben können. Leiht man sich also Geld bei der Bank, muss man dafür weniger Zinsen zahlen.

Was bedeutet ein hoher Leitzins?

Dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft in Schwung kommt, ist nicht die einzige Aufgabe der Zentralbank. Es muss auch darauf geachtet werden, dass die Preise halbwegs stabil bleiben. Die EZB hat es sich zum Ziel gesetzt, dass Preise in Europa um weniger als zwei Prozent pro Jahr steigen.

Damit Preise also nicht höher steigen, kann die EZB die Leitzinsen erhöhen. Banken kommen dann nicht mehr so günstig an Geld. Das Angebot an Geld wir damit kleiner und Kredite für Firmen und Privatpersonen werden teurer.

Wie sieht der Leitzins aus?

Auch wenn stets von “dem Leitzins” gesprochen wird, handelt es sich eigentlich um drei Zinssätze, die den Geldkreislauf beeinflussen.
Seit 2014 sind diese drei Zinsen unverändert nahe Null. Als Folge verbilligt sich der Euro-Kurs, da es lukrativ ist, Geld in Staaten mit höheren Zinsen anzulegen. Gleichzeitig lohnt es sich, Darlehen langfristig aufzunehmen.

Hauptrefinanzierungssatz

Er wird als der eigentliche Leitzins bezeichnet, da er der wichtigste Leitzins der EZB ist.

Der Hauptrefinanzierungssatz hat Einfluss auf das Zinsniveau aller verzinsten Produkte einer Bank, egal ob Dispokredit oder Sparzinsen. Banken können sich wöchentlich Liquidität bei der Notenbank besorgen. Die Geschäfte mit dem Hauptrefinanzierungssatz gehören zu den Offenmarktgeschäften.

Bei Hauptrefinanzierungsgeschäften tauschen Geschäftsbanken zeitlich begrenzt Wertpapiere in Zentralbankgeld um. Die EZB bezeichnet Geschäfte, die durch das Hauptrefinanzierungsinstrument entstehen, als Haupttender.

Spitzenrefinanzierungssatz

Wenn eine Bank für sehr kurze Zeit, beispielsweise über Nacht, Geld von der Notenbank benötigt, erhält sie dies zum Spitzenrefinanzierungssatz ohne Begrenzung. Der Spitzenrefinanzierungssatz beträgt derzeit 0,3 Prozent.  Banken müssen für diese Beträge zentralbankfähige Sicherheiten hinterlegen. Dieser Leitzins stellt die Obergrenze für Tagesgeldsätze dar.

Einlagensatz

Beim dritten Leitzins handelt es sich um die Einlagenfazilität. Überschüssiges Geld kann dabei von europäischen Banken bei der EZB für einen Tag zu einem bestimmten Zinssatz angelegt werden. Dieser Zinssatz ist die Untergrenze für Tagesgeldanlagen bei Geschäftsbanken.

Banken werden inzwischen bestraft, wenn sie überschüssiges Geld bei der EZB “parken”. Sie erhalten keine Zinsen von der Notenbank, sondern müssen für eine Verzinsung von 0,2 Prozent bezahlen.
Die Europäische Zentralbank will damit bezwecken, dass Banken ihre überschüssigen Gelder als neue Kredite ausgeben und in Folge die Nachfrage nach Wirtschaftsgütern angekurbelt wird.

Einfluss des Leitzins auf die Wirtschaft

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Da sich Banken bei ihrer Kalkulation und im Interbankenhandel stark an dem von der EZB vorgegebenen Leitzins orientieren, hat dieser einen wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaft.

Die Konditionen einer Bank hängen maßgeblich von den Erwartungen der Leitzinsentwicklung und der Erwartungen der Inflationsrate ab.

 

Inflation: Von einer Währung gibt es eine bestimmte Menge Geld. Davon hat jede Einheit einen bestimmten Wert. Wenn dieser Wert sinkt, kann man weniger kaufen. Das merkt man zum Beispiel daran, dass beim Einkaufen alles teurer ist.
Die Inflation ist also wenn Preise allgemein (also nicht nur die einzelner Produkte) steigen. Ein Euro ist dann weniger wert als er zuvor war.

Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Texten von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.

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