Alterspension

Das Wichtigste in Kürze
  • Personen im Pensionsantrittsalter haben Anspruch auf die Alterspension.
  • Kleine Pensionen können mit der Ausgleichszulage aufgestockt werden.
  • Witwenpension auf unbegrenzte Zeit gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen.
  • Ein späteres Antrittsalter führt zu einer höheren Alterspension.
  • Private Pensionsvorsorge schließt die Pensionslücke.

Mit der Alterspension soll man auch im Altern, wenn man keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgeht, finanziell abgesichert sein.
Als versicherte Person hat man Anspruch auf die Alterspension, wenn man das gesetzliche Pensionsantrittsalter (Regelpensionsalter) erreicht hat und die Mindestversicherungsdauer erfüllt.

Grundsätzlich gilt: Ohne Antrag hat man keinen Anspruch auf Pension.

Bevor eine Alterspension ausbezahlt werden kann ist ein entsprechender Antrag beim Versicherungsträger zu stellen. Der Pensionsantrag wird bei dem Versicherungsträger gestellt, bei dem man in den letzten 15 Jahren überwiegend versichert war. Mit welchem Alter man die Pension antreten kann, hängt davon ab, wann man geboren wurde. Je nach Geburtsjahrgang unterscheiden sich auch die Anspruchsvoraussetzungen für die Pension.

Antrittsalter für die Pension

Für Männer beträgt das Regelpensionsalter 65 Jahre. Für Frauen gelten 60 Jahre, jedoch wird dieses Antrittsalter ab dem Jahr 2024 stufenweise angehoben und somit dem Männerpensionsalter angeglichen. Ab 2033 gilt in Österreich somit ein einheitlichen Antrittsalter von 65 Jahren.

  • Ist man als Frau vor dem 1.12.1963 geboren, kann man noch mit 60 Jahren in Pension gehen.
  • Ist man nach dem 2.6.1968 geboren, hat man mit 65 Jahren Anspruch auf den Pensionsantritt.
Für die Jahrgänge zwischen 1963 und 1968 gelten folgende Antrittsalter:
GeburtsdatumPensionsalter
bis 1.12.196360
2.12.1963 bis 1.6.196460,5
2.6.1964 bis 1.12.196461
2.12.1964 bis 1.6.196561,5
2.6.1965 bis 1.12.196562
2.12.1965 bis 1.6.196662,5
2.6.1966 bis 1.12.196663
2.12.1966 bis 1.6.196763,5
2.6.1967 bis 1.12.196764
2.12.1967 bis 1.6.196864,5
ab 2.6.196865

Notwendige Versicherungszeiten für die Regelpension

Man kann in Regelpension gehen, wenn man am Stichtag mindestens 180 Versicherungsmonate (15 Jahre) erworben hat. Mindestens 84 Versicherungsmonate (sieben Jahre) müssen davon aufgrund einer Erwerbstätigkeit erworben worden sein. Es gelten zusätzliche Regeln für Personen mit Versicherungszeiten vor 2005.

Ebenfalls als Zeiten der Erwerbstätigkeit gelten:

  • Zeiten der Familienhospizkarenz
  • Zeiten der Selbst- und Weiterversicherung zur Pflege eines nahen Angehörigen ab der Pflegestufe drei
  • Zeiten der Selbst- und Weiterversicherung zur Pflege eines Kindes mit Behinderung

So viel Pension gibt es vom Staat

Seit Jänner 2014 kann sich jeder nach dem 1. Jänner 1955 Geborene ganz bequem über das Internet erkundigen, wie hoch die staatliche Alterspension aktuell ausfällt.

Der auf dem Pensionskonto einsehbare monatliche Betrag fällt oft zu gering aus, um damit seinen gewohnten Lebensstil auch im wohlverdienten Ruhestand weiterführen zu können. Es handelt sich dabei um jenen Betrag, den Sie bekommen würden, wenn Sie mit dem heutigen Datum in Pension gehen würden.

„Um wie viel höher kann der Betrag noch werden? Werde ich etwa zu den Pensionisten gehören, die trotz eines langen Berufslebens mit genügend Beitragsmonaten mit Ausgleichszulage aufstocken müssen?“ Diese oder ähnliche Fragen wirft der Blick auf das Pensionskonto auf.

Diese Frage stellen sich in der Tat viele, die sich das erste Mal die im Netz bereitgestellten Informationen zu ihrer Pension einholen. Viele Pensionisten kämpfen sich schon heute – trotz genügend Berufsjahren und damit auch ausreichend Versicherungsmonate – mit einer viel zu geringen Rente durch ihre Pension. Dass die Situation nicht besser wird, beweisen aktuelle Statistiken, die vor allem den demografischen Wandel am Dahinschmelzen der Pensionshöhe verantwortlich machen.

Mit der staatlichen Alterspension allein steht die Zukunft auf wackeligen Beinen. Besser, sich schon früh mit den Möglichkeiten einer privaten Pensionsversicherung auseinanderzusetzen.

Berechnung der Alterspension in Österreich

Für Personen, die ab dem 1.1.1955 geboren wurden und nach dem 31.12.2004 erstmals Versicherungszeiten erworben haben, gilt das Pensionskonto.

Um die Alterspension zu berechnen, wird die Summe aller Beitragsgrundlagen in einem Jahr gebildet. Diese Summe wird dann mit 1,78 Prozent multipliziert und bildet somit die erste Teilgutschrift.

Die Teilgutschrift wird jährlich aufgewertet und mit der Teilgutschrift aus dem Folgejahr addiert. Alle Teilgutschriften bilden in Summe die Gesamtgutschrift. Will man die Bruttopension berechnen, teilt man die Gesamtgutschrift durch 14.

Ist man nach dem 1.1.1955 geboren und hat man bis 31.12.2004 mindestens einen Versicherungsmonat nach dem alten Recht erworben, hat man 2014 eine Kontoerstgutschrift erhalten. Man führte dafür alle Versicherungsmonate und Ansprüche, die bis Ende 2013 erworben wurden, zusammen und übertrug diese bis spätestens 31.12.2014 auf das Pensionskonto.
Die Kontoerstgutschrift bildet damit die erste Teilgutschrift zur Berechnung der Pension. Alle Pensionsansprüche, die man danach erwirbt, werden nach dem Neurecht des Pensionskontos berechnet.

Pension mit der Ausgleichszulage aufstocken

Wortklauberei? Wir wissen es nicht. Fest steht: In Österreich hört man das Wort Mindestpension nicht so gern. Die Pensionsversicherungsanstalt klärt auf ihrer Website darüber auf, dass es eine solche nämlich nicht gibt. Was es aber dann doch gibt, ist ein gesetzlich geregeltes Mindesteinkommen für Bezieher einer Pension.

Erreicht ein Pensionsbezieher mit seinem Gesamteinkommen einen bestimmten Richtsatz nicht, wird seine Pension durch eine sogenannte Ausgleichszulage auf diesen Betrag aufgestockt.

Das Gesamteinkommen ist abhängig von der Haushaltsgröße, und fällt für einen Pensionisten mit Ehepartner dementsprechend höher aus als für einen im Single-Haushalt lebenden Pensionisten. Für im Haushalt lebende Kinder erhöht sich der Richtsatz noch einmal. Zuständig für die Bearbeitung des Antrags auf Ausgleichszulage ist der jeweilige Pensionsversicherungsträger des Antragstellers.

Einen Anspruch auf Ausgleichszulage haben alle Personen, die in Österreich ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und bereits eine Pension beziehen. Zusätzlich zur Ausgleichszulage erhalten bezugsberechtigte alleinstehende Personen mit mindestens 360 (30 Jahre) oder 480 (40 Jahre) geleisteten Versicherungsmonaten einen Ausgleichszulagenbonus.

Auch Bezugsberechtigte ohne Ausgleichszulage haben ein Recht auf diesen Bonusbetrag. Der Ausgleichszulagenbonus fällt bei 480 geleisteten Versicherungsmonaten mehr als doppelt so hoch aus als bei geleisteten 360 Monaten.

Witwerpension / Witwenpension in Österreich

Eine Witwenpension steht allen hinterbliebenen Ehe- oder Lebenspartnern zu. Sie kann maximal 60 Prozent der Pension des/der Verstorbenen betragen.

Der Anspruch beginnt mit dem ersten Tag nach dem Todestag. Zwei Größen sind bei der Berechnung der Höhe der Witwenpension maßgeblich: Das Einkommen des/der Witwers/Witwe und jenes des/der Verstorbenen.

Um als Anspruchsberechtigter zu gelten, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Beim Verstorbenen handelt es sich um eine pensionsversicherte Person.
  • Bei der verstorbenen pensionsversicherten Person liegt die festgesetzte Mindestversicherungszeit vor.

Der Antrag ist innerhalb von sechs Monaten nach dem Tod des Ehepartners bei jenem Versicherungsträger zu stellen, bei dem der Verstorbene die überwiegende Zeit versichert war. Wird der Antrag erst nach sechs Monaten gestellt, gilt der Tag der Antragsstellung als erster Tag des Pensionsanspruches.

Eine Witwenpension kann zeitlich begrenzt werden, wenn der Witwer / die Witwe nicht zumindest eine der vier folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Aus der Ehe entstammt ein Kind
  • Der Witwer / die Witwe ist zum Todeszeitpunkt des Ehepartners mindestens 35 Jahre alt
  • Der Witwer / die Witwe ist zum Todeszeitpunkt des Ehepartners invalid
  • Die Ehe bestand seit mindestens zehn Jahren

Eine begrenzte Witwer-/Witwenpension wird maximal für die Dauer von 30 Monaten vergütet.

In der Pension weiterarbeiten

Alterspension
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Ist man in Pension, hat aber noch keine Lust auf Ruhestand, besteht die Möglichkeit, weiter arbeiten zu gehen. Nur weil man Alterspension bekommt, heißt das also nicht, dass man vollständig aufhören muss zu arbeiten.

Neben der Pension kann uneingeschränkt weitergearbeitet werden ohne mit Abschlägen in der Pensionshöhe rechnen zu müssen.

Genau im Gegenteil: Bezieht man schon Regelalterpension und ist weiterhin erwerbstätig, bekommt man eine besondere Höherversicherung und erhöht damit die Pension.

Es besteht aber auch die Möglichkeit die Pension “aufzuschieben”. Ist man bereits Regelalterpension, beantragt die Pension aber nicht, erhält man für jedes Jahr weiterer beruflichen Tätigkeit 4,2 Prozent zur Alterspension dazu.

Diese weitere Einzahlung bewirkt zusätzlich zur Bonifikation eine Erhöhung der Beitragsgrundlage. Das führt unterm Strich zu einer Pensionserhöhung von etwa zehn Prozent.

Im Falle eines Pensionsaufschubes wird der Beitragssatz für die Pensionsversicherung zudem von 10,25 Prozent auf die Hälfte, also 5,13 Prozent, reduziert. Für Arbeitgeber reduziert es sich von 12,55 Prozent ebenfalls auf die Hälfte, also 6,3 Prozent.

Für Arbeitnehmer erhöht sich dadurch das Nettoeinkommen und für Arbeitgeber reduzieren sich die Lohnnebenkosten.

Selbst für die Pension vorsorgen

Schon lange wissen wir, dass die staatliche Alterspension alleine nicht ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstil weiterzuführen. Aufgrund des demografischen Wandels klafft die Pensionslücke – also die Lücke zwischen Ihrem letzten Einkommen und der Pensionshöhe – immer weiter auseinander.

Diese Entwicklung sollte vor allen Dingen die jungen Menschen interessieren. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, und die offiziellen Empfehlungen sind eindeutig formuliert:

Da die staatliche Pension recht spärlich ausfallen wird, ist es notwendig, privat Vorsorge zu treffen.

Das gilt noch mehr für all jene ArbeitnehmerInnen, die nicht mit einer betrieblichen Vorsorge rechnen können.

Die Möglichkeiten zur eigenen Vorsorge sind vielfältig, und reichen von einer klassischen privaten Pensionsversicherung bis zum vorsorglichen Immobilienkauf. Während jedoch bisher gerade Immobilien als besonders krisensicher galten, halten sich Experten derzeit mit Prognosen stark zurück. So kurz nach der Krise 2020 ist noch nicht abschätzbar, wie sich der Immobilienmarkt entwickeln wird. All jene, die bereits in Immobilien investiert haben, sind jedenfalls gut beraten, ihre Augen offenzuhalten, und die Lage am Markt zu beobachten.

Alle, die sich erste jetzt zum ersten Mal Gedanken über die private Pensionsvorsorge machen, greifen zur Sicherheit zu einem anderen Finanzprodukt. Welches das sein kann, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Pensionsvorsorge.

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Claudia Felbermayer

Claudia Felbermayer

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