Pensionsrechner

Die neue Pensionsberechnung macht den ÖsterreicherInnen und Österreichern Kopfzerbrechen. Und das zurecht. Die neuen gesetzlichen Regelungen schaffen Unsicherheit. Beispielsweise dann, wenn Lücken in den Versicherungszeiten auftauchen. Oder: Wenn es nicht gelingt, die Details zur Berechnung verständlich zu erklären. Lesen Sie hier mehr über die geheimnisumwitterten Details und erfahren Sie, auf welchen Seiten die offiziellen Pensionsrechner zu finden sind.

Die Berechnung der Pension Neu

Auf finavo.at haben wir bereits über die Berechnung der Pension Neu und das Online Pensionskonto berichtet. Dieses Mal möchten wir speziell vier Punkte eingehender abhandeln. Und zwar die nebulösen Definitionen der Begriffe:

  • Aufwertungsfaktor
  • Aufwertungszahl
  • Anpassungsfaktor
  • Richtwert

Allgemeine Informationen zur Berechnung der Pension finden Sie in einem Whitepaper der PVA: http://www.pensionsversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.577795

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Die Kommission zur langfristigen Pensionssicherung

Laut § 108e ASVG ist beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz eine Kommission zur langfristigen Pensionssicherung einzurichten. Diese ist für die Berechnung des Richtwertes, der Aufwertungszahl, der Höchstbeitragsgrundlage und der Aufwertungsfaktoren zuständig.

Ab dem Jahr 2017 wird die Kommission verkleinert, und unter neuem Namen weitergeführt. Der Aufgabenbereich wird dabei ausgeweitet. Eines der zukünftigen Aufgaben ist das Monitoring der Pensionen des öffentlichen Dienstes. Bisher war nur die gesetzliche Pensionsversicherung einem Monitoring unterzogen. Weitere Aufgaben der Alterssicherungskommission:

  • Erstellung eines jährlichen Gutachtens über die voraussichtliche Entwicklung der gesetzlichen Pensionsversicherung in den folgenden 5 Jahren.
  • Erstellung eines Langfristgutachtens (Entwicklung und Finanzierbarkeit) im Abstand von drei Jahren.
  • Zusammenarbeit mit der Statistik Austria, dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institut für Höhere Studien.

Kommission zur langfristigen Pensionssicherung: https://www.sozialministerium.at/site/Pension_…

Der Aufwertungsfaktor

Warum einfach, wenn es auch kompliziert sein kann? Wie man aus offiziellen Quellen entnehmen kann, wird vor der Berechnung der Bemessungsgrundlage die in der Vergangenheit liegende Beitragsgrundlage mit einem Aufwertungsfaktor vervielfacht, um der Inflation entgegenzuwirken.

Definition laut Sozialministerium.at: „Die Aufwertungsfaktoren eines Kalenderjahres errechnen sich gem. § 108 Abs. 4 ASVG durch Vervielfachung der zuletzt in Geltung gestandenen Aufwertungsfaktoren mit dem Anpassungsfaktor des Vorjahres. Sie sind auf drei Dezimalstellen zu runden. Der Reihe dieser Aufwertungsfaktoren ist der Anpassungsfaktor des Vorjahres als Aufwertungsfaktor für die Beitragsgrundlagen des zweitvorangegangenen Kalenderjahres anzufügen. Der Anpassungsfaktor des Vorjahres (2016) betrug 1,012.“

Die Aufwertungszahl

Um es noch ein weniger undurchsichtig zu machen: Der jährlich zu ermittelnden Aufwertungszahl liegen die Aufwertungsfaktoren zugrunde. Die Aufwertungszahl wird vom Sozialministerium per Verordnung festgelegt. Die Teilgutschrift aus dem Vorjahr wird im nächsten Jahr mit der Aufwertungszahl aktualisiert. Zu Jahresende wird die neue Teilgutschrift addiert. Im Kalenderjahr des Pensionsstichtages wird keine Aufwertung vorgenommen.

Die Aufwertungszahlen von 2010 bis 2017 sind am Portal des Bundeskanzleramtes nachzulesen: https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR40114513

Aufwertungszahl 2017: 1,024

Der Anpassungsfaktor / Richtwert

Es geht aber noch weiter mit der Rätselhaftigkeit: Der Anpassungsfaktor wurde entwickelt, um laufende Pensionen der realen Nettolohnentwicklung anzugleichen. Gesetzlich verankert wurde der Anpassungsfaktor mit dem Pensionsanpassungsgesetz (PAG) (BGBl. Nr. 96/1965).

Der Richtwert für die Erhöhung der Pensionen soll der realen Entwicklung der Verbraucherpreise entsprechen. Abgeglichen wird er mit dem aktuellen Verbraucherpreisindex.

Anpassungsfaktor (Richtwert) im Jahr 2016: 1,012

Anpassungsfaktor (Richtwert) im Jahr 2017: 1,008

Wie sicher sind unsere Pensionen?

Leider derzeit überhaupt nicht. Noch immer werden regelmäßig Veränderungen bei der Berechnung der Pensionsbeträge angestrebt. In einem Rechtspanorama des SVA Hauptverbandes zum Thema „Pensionsdynamik“ ist folgendes nachzulesen: „Die Vorgehensweise des Gesetzgebers ist […] unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes zu hinterfragen. […] Der Gleichheitssatz wird verletzt, wenn durch Gesetze in im Vertrauen auf eine bestimmte Rechtslage erworbene Rechtspositionen nachträglich schwerwiegend und plötzlich eingegriffen wird.“ Soll heißen: Personen, die während ihres Erwerbslebens auf eine bestimmte Pensionshöhe vertraut, und darauf ihren Lebensstandard aufgebaut, haben, können im Nachhinein diesen Standard nicht mehr so einfach verändern. Regelmäßig werden Eingriffe in das Dauerrecht vorgenommen, welche alle als schwerwiegend bezeichnet werden können. Der Berechnung aus dem Whitepaper zufolge ergibt sich durch die Eingriffe der letzten zehn Jahre in der Zusammenfassung eine reale Entwertung höherer Pensionen.

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Pensionsantritt berechnen

Um regulär in Pension gehen zu können, müssen Männer das 65. Und Frauen das 60. Lebensjahr erreicht haben. Das Pensionsantrittsalter für Frauen wird ab dem Jahr 2024 schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben.

Ein Online-Tool zur Berechnung Ihres Pensionsantrittes bieten folgende Einrichtungen:

Pensionsrechner online

Auf folgenden Internetseiten finden Sie seriöse Pensionsrechner:

Arbeiterkammer (AK): https://pensionsrechner.arbeiterkammer.at

Pensionskontorechner in Kooperation mit der PVA, SVA, SVB und VAEB: http://www.pensionskontorechner.at

Pensionslücken berechnen

Einige Banken und Versicherungsanstalten bieten die Möglichkeit, Ihre Pensionslücke zu berechnen, um sich durch eine Privatvorsorge, welche auf Ihr aktuelles Einkommen aufgerechnet wird, besser absichern zu können:

  • Wüstenrot Bausparkasse
  • Volksbank
  • Wiener Städtische
  • BAWAG
  • Generali Versicherung

HINWEIS: Die Frage ist jedoch folgende: Wenn man nicht weiß, wie hoch die Pension tatsächlich ausfallen wird, wie hoch soll man sich dann privat versichern? Die Pensionslückenrechner kommen auf unterschiedliche Ergebnisse.

Alles klar?

Von Transparenz keine Spur. Laien, die sich umfassender mit der Berechnung der eigenen Pension beschäftigen, werden schnell merken, dass es schier unmöglich ist, das Berechnungssystem bis ins Detail zu durchschauen. Eine einfache Erklärung dazu fehlt. Es scheint, als hätte hier so gut wie niemand den absoluten Durchblick. Und das bei einer so wichtigen Sache, wie dem monatlichen Betrag, den wir einmal im Alter erhalten sollen. Wer sich mit den Aufwertungsfaktoren, Aufwertungszahlen, Richtwerten und Anpassungsfaktoren beschäftigten möchte, kommt nicht umhin, sich auch mit den Gesetzestexten auseinanderzusetzen. Und auch danach bleiben die Aussagen zur Berechnung undeutlich. Soll Otto Normalverbraucher möglicherweise die Berechnung gar nicht vollkommen durchschauen? Und: Wo was heißt das für uns, die wir uns doch heut so auf die sogenannte „Transparenz“ verlassen?

Beratungs- und Auskunftsdienst der PVA

Nutzen Sie den Beratungs- und Auskunftsdienst der Pensionsversicherungsanstalt PVA, um Details zur Berechnung Ihrer Pension zu erfragen:

TIPP: Erfragen Sie die hier abgehandelten Begriffe bei der Alterssicherungskommission!

Wenn schon das Versprechen eines gewissen Pensionsbetrages so große Informationslücken zurücklässt, wie wird es einmal sein, wenn wir tatsächlich in Pension gehen? Wir wissen es nicht. Wer das Thema in den Medien verfolgt, dem wird schnell klar: Von Sicherheit sind wir noch meilenweit entfernt. Unser Tipp dazu: Machen Sie Druck, fragen Sie bei der Pensionsversicherungsanstalt nach und lassen Sie sich den Unterschied zwischen Aufwertungsfaktor, Aufwertungszahl, Richtwert und Anpassungsfaktor erklären. Werden Sie nicht müde, auch bei den öffentlichen Medien anzufragen, wenn diese wieder einmal die genannten Begriffe so verdrehen, dass man nicht mehr weiß, was jetzt unter welchem Begriff zu verstehen ist. Das Team von finavo.at hält Sie auf dem Laufenden.

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

Hinweis:

Der Artikel wurde sorgfältig recherchiert. Dennoch kann keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte und weiterführenden Links übernommen werden.

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