Rechtsschutzversicherung

Eine Reihe von Versicherungen erwägt jeder Österreicher und jede Österreicherin abzuschließen. Die KFZ Haftpflicht ist beim Besitz eines Wagens natürlich Pflicht. Die Haushaltsversicherung scheint wegen dem ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis ohnehin Sinn zu machen. Die Rechtsschutzversicherung wird meist als Nächstes erwogen. Eine juristische Auseinandersetzung um das gebührende Recht einzufordern, kann nämlich fast so gravierend werden, wie einen Personenschaden anzurichten, den die KFZ Haftpflichtversicherung und die private Haftpflichtversicherung der Haushaltsversicherung abdeckt. Doch bei dieser Art der rechtlichen Absicherung muss ein wenig mehr beachtet werden als bei den anderen standardisierten Versicherungspolicen.

 

Wie sind die Rechtsschutzversicherungen in Österreich gestrickt?

Jeder Anwalt und jeder Richter wird ohne mit der Wimper zu zucken bestätigen, dass das österreichische Recht in seiner Gesamtheit sehr umfangreich ist. Genau darin besteht auch das Problem bei der Rechtsschutzversicherung. Ein Schutz in allen Bereichen ist sehr teuer und selten sinnvoll. Aus diesem Grund bieten die Versicherungsgesellschaften oft Policen mit verschiedenen Bausteinen an.

Sehr verbreitet ist der Versicherungsschutz in folgenden Bereichen:

  • Arbeitsrecht
  • Mietrecht
  • Konsumentenschutz
  • Schadenersatz
  • Verkehrsrecht
  • Datenrechtsschutz
  • Vertragsrecht
  • Grundstückseigentum
  • Strafrechtsschutz
  • Familien- und Erbrecht

Aber schon an dieser Stelle beginnen die Verbraucherschützer, wie die österreichische Arbeiterkammer, zu warnen. Überschneiden sich die einzelnen Bausteine mancher Policen und entsteht so eine teure Überversicherung?

So fallen viele Fälle des Verkehrsrechts ohnehin unter den Bereich Schadenersatz. Ähnlich kann es sich mit dem Datenschutzrecht verhalten. Folglich muss man ganz genau vergleichen welche Bausteine tatsächlich im persönlichen Einzelfall Sinn ergeben. Aber die genaue Zusammenstellung des Schutzes ist nicht der einzige Fallstrick beim Vergleich der verschiedenen Rechtsschutzversicherungen.

Hinweis: Wenn eine Handlung bewusst gegen Gesetze verstößt, dann greift die Versicherung meist nicht – selbst wenn ein Strafrechtsschutz gewählt wird. Ähnliches gilt auch wenn der Schadensfall unter Einfluss von Drogen, Alkohol oder Medikamenten eintritt. Prüfen Sie dahingehend Ihre Police.

 

Was ist sonst noch beim Rechtsschutz zu beachten?

Viele Punkte wirken bei der Unterzeichnung des Vertrages eher unbedeutend, aber wirken sich im Ernstfall sehr gravierend aus. Das beginnt schon bei der freien Anwaltswahl. Allein diese Klausel kann schon über den späteren Ausgang des Rechtsstreit entscheiden. Verschiedene Anwälte bringen nämlich unterschiedliche Expertisen mit. Wenn die Versicherung den Vertreter vor Gericht wählt, kann dies die Chancen, das verdiente Recht zu erhalten, wesentlich mindern. In dieser Hinsicht Geld zu sparen, kann den kompletten Nutzen des Rechtsschutzes untergraben.

Mit der freien Anwaltswahl hängt auch der vielleicht wichtigste Punkt einer jeden Rechtsschutzversicherung zusammen. Die initiale Beratung gehört nämlich zu den am häufigsten genutzten Dienste dieser Art von Versicherung. Doch wenn die Beratung einen negativen Bescheid über den individuellen Fall ergibt, dann zahlen viele Versicherungsunternehmen die folgenden Kosten nicht mehr – selbst wenn der Versicherungsnehmer darauf besteht. Diesbezüglich muss die Police auch sehr genau geprüft werden.

Ganz wichtig beim Wechsel oder Neuabschluss einer Rechtsschutzversicherung ist auch der zeitliche Faktor. Eine Rechtsschutzversicherung, so wie die meisten Zahnzusatzversicherungen, greift nämlich nicht umgehend. Es muss eine gewisse Wartezeit, meist 6 Monate, beachtet werden. Gerade bei einem Wechsel ist das zeitweilige Fehlen des Schutzes eine ungewohnte Situation. Wechseln Sie folglich die Rechtsschutzversicherung, ähnlich wie das Bankkonto, niemals leichtsinnig.

Abschließend muss selbstverständlich auch die Deckungssumme Beachtung finden. Denn nur in diesem Ausmaß kann die Rechtsschutzversicherung tatsächlich schützen.

Hinweis: Zudem hat sich einiges beim Leistungsumfang der Versicherungen in den letzten Jahren geändert. So decken seit der Finanzkrise immer weniger Policen Vermögensschäden ab. Sprich wenn ein Fonds oder ein ähnliches Anlageprodukt die gesamten Ersparnisse verzockt hat, dann helfen neue Verträge kaum mehr.

Wie viel kostet die Rechtsschutzversicherung?

Natürlich hängen die genauen Tarife von der Anzahl der Bausteine, von der Deckungssumme und eventuell von einem Selbstbehalt ab. In der Regel muss mit Beiträgen zwischen 250 und 400 Euro pro Jahr gerechnet werden. Da im Ernstfall aber gerne Gebühren von 150.000 Euro und mehr übernommen werden, lohnt sich diese Art er Absicherung fast immer. In manchen Berufen gehört ein passender Rechtsschutz zur Pflicht, aber zuvor klären wir noch bei welchen Kostenpunkten eine ordentliche Police in die Bresche springt.

Welche Kosten übernimmt der Rechtsschutz?

Bei einem Rechtsstreit fallen eine Vielzahl von Gebühren und Ausgaben an. Ein hochwertiger Versicherungsschutz kümmert sich aber in der Regel um alle Punkte:

  • Anwaltskosten
  • Gerichtsgebühren
  • Kostensätze für die Bestellung von Sachverständigen
  • Gebühren für die Erstellung von Gutachten
  • Aufwandsentschädigung für die Bestellung von Zeugen
  • Kostenübernahme für Verfahren im Ausland inkl. Anreise
  • Forderungen aus eventuellen Vergleichen
  • Übernahme von Schadenersatzforderungen
Hinweis: Gerade juristische Auseinandersetzungen im Ausland können zu einer besonderen Belastung werden. Es fehlen nicht nur Informationen über die ausländische Rechtslage, sondern eben auch die Reisekosten können belasten. Auch wenn Sie nur einmal im Jahr das Land für einen Urlaub verlassen, sollten Sie die entsprechende Deckung sehr genau beachten. Ein Unfall ist schließlich gerade während der sorglosen Ferien schnell passiert.

 

Die Rechtsschutzversicherung im beruflichen Bereich

Gerade wer selbstständig tätig ist, braucht sehr oft eine passende Rechtsschutzversicherung neben dem privaten Rechtsschutz. Kein Statiker möchte für den Einsturz eines Gebäudes die vollen Kosten tragen. Private Mediziner möchten sich vor Kunstfehlern schützen und sogar Webdesigner und Freiberufler im Netz werden immer wieder mit ungerechtfertigten Copyright Forderungen konfrontiert. Alle Rechtsangelegenheiten im beruflichen Alltag können besonders teuer ausfallen und die Konsumentenschützer helfen nur selten. Aus diesem Grund ist eine passende Rechtsschutzversicherung eigentlich Pflicht.

Tipp: Obwohl die Deckungssummen im beruflichen Bereich meist weitaus höher sind, muss auch hier ordentlich verglichen werden und es sollten nur die Bausteine gewählt werden, die später Sinn ergeben.

Weitere Informationen:

http://www.konsumentenfragen.at/…

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

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Der Artikel wurde sorgfältig recherchiert. Dennoch kann keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte und weiterführenden Links übernommen werden.

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