Private Pensionsversicherung

Das Wichtigste in Kürze
  • Das österreichische Pensionssystem stößt zunehmend an seine Grenzen.
  • Eine gute Altersvorsorge sichert den Lebensstandard auch im Alter ab.
  • Die private Pensionsversicherung ist eine von vielen Formen der Altersvorsorge.
  • Unter gewissen Voraussetzungen ist die private Pensionsversicherung absetzbar.
  • Neben der klassischen Pensionsversicherung gibt es noch sinnvolle Alternativen.
Freiwillige-versicherung
Mit der freiwilligen Pensionsversicherung schützt man sein Einkommen für die Zukunft

Die private Pensionsversicherung soll als ein Element der Altersvorsorge dazu beitragen, den Lebensstandard des Versicherungsnehmers im Alter zu erhalten. Man unterscheidet zwischen „Direktpensionen“ und „Hinterbliebenenpensionen“.

Finanzierung der Pensionsversicherung

Eine private Pensionsversicherung sichert als Personenversicherung gleichzeitig mehrere Risiken und mehrere Personen ab. Sie dient nicht nur als zusätzliche Rente im Alter, sondern sichert auch das Risiko einer frühzeitigen Erwerbsunfähigkeit wegen Krankheit sowie Hinterbliebene im Ablebensfall ab. Im besten Fall entsprechen die Leistungen der Pensionsversicherung in etwa dem früheren Einkommen, damit der Pensionist seinen Lebensunterhalt ohne Einschränkungen bestreiten kann.

Die Pensionsversicherung kommt zudem in bestimmten Fällen für die Kosten der Gesundheitsvorsorge und der Rehabilitation auf. Beispielsweise dann, wenn es darum geht, einen erkrankten Erwerbstätigen wieder arbeitsfähig zu machen. Gute Gründe, um neben der gesetzlichen Pensionsversicherung auch privat vorzusorgen. 

Die gesetzliche Alterspension

Pension-Altersvorsorge
In der Pension kann man sich mit der richtigen Altersvorsorge sicher fühlen.

In Österreich werden der Österreichischen Sozialversicherung zufolge derzeit 26 Milliarden Euro an über 2,1 Millionen Pensionäre im Jahr ausbezahlt. Das Leben wird jedoch zunehmend teurer. Während die Kosten für Wohnung, Ernährung und Freizeit steigen, bleibt die gesetzliche Rente niedrig. Wie sie sich in Zukunft entwickeln wird, hängt zu einem großen Teil auch mit der Entwicklung der Wirtschaft zusammen. Und diese ist nur teilweise vorhersehbar. Nachdem Österreich in jüngster Zeit von mehreren Finanzkrisen gebeutelt wurde, steht unser Wirtschaftssystem nicht mehr auf denselben stabilen Beinen wie ehemals.

Als Teil der Österreichischen Sozialversicherung ist die Pensionsversicherung für Österreicherinnen und Österreicher im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) geregelt. Es handelt sich also um eine gesetzliche Pflichtversicherung. Sie finanziert sich im Umlageverfahren aus den monatlichen Beiträgen der arbeitenden Bevölkerung. Darum bezeichnet man sie häufig auch als Generationenvertrag. Die Österreichische Sozialversicherung gibt an, dass etwa 80 Prozent der Pensionsleistungen aus den Beiträgen der Erwerbstätigen finanziert werden. Der Rest ist Bundesbeitrag, wird also demnach den allgemeinen Steuergeldern entnommen.

Die Höhe der auszuzahlenden Pension im Rentenalter hängt von der Dauer, der Wochenarbeitszeit und dem Einkommen ab. Außerdem spielt es eine Rolle, ob die Erwerbstätigkeit zeitweilig unterbrochen wurde, was zur Unterbrechung der Zahlung von Versicherungsbeiträgen führt.

Hinweis: Es ist zu empfehlen, die Versicherungszeiten schon mehrere Jahre vor Versicherungsantritt bei der zuständigen Pensionsversicherung überprüfen zu lassen, um einen möglichst lückenlosen Lebenslauf (Erwerbstätigkeit, Schulzeiten, Zeiten der Kindererziehung, etc.) zu haben.

Freiwillige Pensionsversicherung

In der Rente kann man sich mit der richtigen Altersvorsorge sicher fühlen. Eine freiwillige Pensionsversicherung soll den Versicherungsnehmer über die gesetzliche Pensionsversicherung hinaus gegen Altersarmut schützen.

Da die Menschen heutzutage immer älter werden und die Zahl der Pensionäre gegenüber den Erwerbstätigen steigt, ist die Höhe der gesetzlichen Renten nicht mehr so sicher, wie das vor einigen Jahren noch der Fall war.

Aus diesem Grund sorgen viele Menschen privat vor. Die freiwilligen Pensionsversicherungen sind im Vergleich zu der gesetzlichen Pensionsversicherung flexibler: Prämie und Laufzeit der Versicherung bestimmt der Versicherte selbst. Darüber hinaus muss man sich die private Lebensversicherung nicht wie die Pensionsversicherung in monatlichen Beiträgen auszahlen lassen, sondern kann die gesamte Versicherungssumme nach Ablauf des Vertrages auf einmal erhalten. Mit der Entscheidung zur Einmalauszahlung verwehrt man sich jedoch seit der Steuerreform 2016 zeitgleich die Möglichkeit, seine getätigten Jahresprämien von der Steuer abzusetzen. Lesen Sie dazu weiter unten mehr. 

Die private Pensionsversicherung ist von der Steuer absetzbar

Bald ist Schluss mit so mancher Steuerbegünstigung. Ab der Arbeitnehmerveranlagung für 2021 kommt einiges an Arbeit auf all jene zu, die ihre Steuererklärung selbständig abgeben. Für etliche Steuerzahler ist nämlich das Jahr 2020 das letzte, in dem von der Finanz bestimmte Ausgaben in der Arbeitnehmerveranlagung als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Für die Veranlagung 2021 muss man also genauestens prüfen, welche Passus überhaupt noch als Sonderausgaben angeführt werden dürfen. 

Nicht mehr absetzbar ist ab diesem Zeitpunkt beispielsweise die Wohnraumschaffung. Das heißt, alle, die ihre Kosten für die Schaffung ihrer Wohnung oder ihres Hauses in die Steuererklärung (in der bisher sowohl Gelder aus Eigenmitteln als auch aus Darlehen absetzbar waren) einfließen lassen konnten, müssen ab der Arbeitnehmerveranlagung 2021 darauf verzichten. 

Generell gilt, dass Sachversicherungen, zu denen beispielsweise die Gebäude-, die Haustier- oder die Privathaftpflichtversicherung gehören, nicht absetzbar sind. Weiterhin absetzbar bleiben jedoch einige Personenversicherungen, wenn auch mit einigen Einschränkungen.

Auch die private Pensionsversicherung ist teilweise von der neuen Regelung betroffen. Zwar kann sie auch nach 2021 noch als Sonderausgabe geltend gemacht werden, aber nur sofern diese als lebenslange Rente ausbezahlt wird. Sollte geplant sein, sich ebendiese als einmalige Kapitalleistung ausbezahlen zu lassen, ist sie nicht absetzbar.

Was heißt das genau? Das heißt, der Versicherte muss sich schon jetzt, spätestens jedoch im Jahr 2021, entscheiden, wie er sich seine private Pensionsvorsorge ausbezahlen lassen möchte! Stand es dem Versicherten bisher frei, sich erst kurz vor Pensionsantritt für eine von beiden Auszahlungsvarianten zu entscheiden, muss man diese folgenschwere Entscheidung ab sofort schon viele Jahrzehnte vor dem Lebensabend treffen.

Wer es ordentlich mag, der nimmt sich die Zeit, um diese Neuerung mit seinem Versicherungsberater abzuklären, und die getroffene Entscheidung in der Polizze notieren zu lassen. So gibt es bei der Auszahlung der Einmalleistung in vielen Jahren nicht ein böses Erwachen, wenn die ausbezahlten Steuern womöglich nachgefordert werden. Man weiß ja nie.

Private Pensionsversicherung: Sinnvoll? Oder eher nicht?

Nicht jede Versicherung ist gleichermaßen sinnvoll. Auch, wenn man sie von der Steuer absetzen und zu Jahresende einige Euros zurückbekommen kann. 

Dass es sinnvoll ist, für das Alter vorzusorgen, wird wohl niemand bestreiten. Wer jedoch Versicherungen gegenüber skeptisch eingestellt ist (weil er beispielsweise gesehen hat, was andere, die Jahrzehnte einbezahlt haben, letztendlich tatsächlich herausbekamen), der hat auch die Möglichkeit, sich für eine andere Art der Altersvorsorge zu entscheiden. 

Die Arbeiterkammer Steiermark bringt die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer privaten Pensionsversicherung auf den Punkt. Demnach ist es ein Fakt: In sehr vielen Fällen zahlen die Versicherten drauf.

Das größte Verlustgeschäft machen Versicherte, wenn sie sich für die monatliche Art der Auszahlung entscheiden. Das wird aber ab 2021 die einzige Option sein, um die Versicherung von der Steuer abzusetzen. Man verliert also mit diesem Versicherungsmodell gleich zweimal: Aufgrund der hohen Kosten und der aktuell niedrigen Verzinsung muss man zunächst sehr alt werden, um tatsächlich von dieser Form der Altersvorsorge zu profitieren. Und wer sich jedoch für die einmalige Kapitalleistung entscheidet, der kann die Prämien nicht mehr von der Steuer absetzen. 

Hier können Sie den Bericht der Arbeiterkammer Steiermark zum Thema private Pensionsversicherung nachlesen.

Es muss gar nicht unbedingt die klassische Pensionsversicherung sein. Daneben gibt es noch viele andere Finanzprodukte, die sich hervorragend zur privaten Altersvorsorge eignen. Darunter auch solche, die ungebundener und flexibler sind. Sprich: Anlagevarianten, die sich auf den individuellen Verlauf des eigenen Lebens besser einstellen, und im schlimmsten Fall auch vorzeitig ausbezahlt werden können. Für all jene, die das Risiko nicht scheuen, sind womöglich Anleihen- bzw. Wertpapierfonds die bessere Variante – auch, wenn diese – mit einigen Ausnahmen – nicht von der Steuer absetzbar sind. Andere wiederum entscheiden sich für den Vermögensaufbau durch Immobilien. Diese Investition gilt nach wie vor als sehr sichere Form der Altersvorsorge.


Egal, für welche Form der Altersvorsorge man sich auch entscheidet: Wichtig ist, DASS man vorsorgt. Denn wenn man schon einmal einen Blick auf sein gesetzliches Pensionskonto geworfen hat, hat bereits erkannt, wie groß die Lücke zwischen dem aktuellen Einkommen und der zukünftigen Rente sein wird.

Quellen:
www.pensionsversicherung.at

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Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Gründer der OPTIFIN und Geschäftsführer einer Agentur hat er tagtäglich mit den Themen Immobilienfinanzierung und Finanzen zu tun. Er betreut und erstellt daher die Inhalte zu diesen Themen.

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