Partner und Familie mit einer Lebensversicherung absichern

Das Wichtigste in Kürze
  • Lebensversicherungen lassen sich vielseitig an die Lebensumstände anpassen
  • Gewinnbeteiligungen von Lebensversicherungen sind unverbindlich und wenig flexibel
  • Reine Risikoversicherungen sind zur Absicherung von Hinterbliebenen der Familie oft sinnvoller
  • Bei Vertragsabschluss ist auf die verschiedenen Arten / Konditionen von LV zu achten

Vor- und Nachteile von Lebensversicherungen

Bei Abschluss einer Lebensversicherung gilt es, sich über ein paar essenzielle Fragen klar zu werden. Allem voran die Frage nach dem passenden Produkttyp, aber auch, wie hoch die zu erwartende Rendite sein wird und welche Kosten anfallen. Für die persönliche Vorsorge ist der Lebensversicherungsabschluss oft eine wichtige Komponente im Leben. Wer im Begriff steht, eine solche Versicherung einzugehen, der sollte sich zu diesem Thema umfassend informieren und auch etwaige Vor- und Nachteile von Lebensversicherungen einbeziehen.

Vorteile einer Lebensversicherung

Die ausbezahlten Prämien aus einer Lebensversicherung sind steuerlich in begrenztem Umfang absetzbar, sofern die Auszahlung ab Rente vorgesehen ist und es sich um monatliche Rentenzahlungen handelt. So können die Beträge bei den Sonderausgaben berücksichtigt werden, falls es sich um bestehende Verträge handelt, die vor der Lohnsteuerreform 2016 in Österreich geschlossen wurden.

Nachteile einer Lebensversicherung

Die Gewinnbeteiligung aus den Lebensversicherungen ist unverbindlich und somit nicht planbar. Die geringe Flexibilität kann dafür sorgen, dass es zu hohen Verlusten während der langen Laufzeit kommt. Leider sind die Prämienanteile für den Ablebensschutz und die Verwaltungskosten des Versicherers unwiederbringlich. Hinzu kommt die zu zahlende Vermittlungsprovision des Versicherungsgebers, sowie die lange Kapitalbindung.

Tatsächlich kann eine reine Risikoversicherung zur hauptsächlichen Absicherung für Hinterbliebene sinnvoller als eine Er- und Ablebensversicherung sein. Risikoversicherungen ermöglichen eine höhere Versicherungssumme über einen kürzeren Zeitraum. Heißt, diese Art der Versicherung lässt sich besser an den aktuellen Lebensstand anpassen.

Lebensversicherungstypen in Österreich

Die in Österreich zugelassenen Lebensversicherungsunternehmen bieten im Grunde 6 verschiedene Lebensversicherungstypen an, aus denen Versicherte wählen können.

  1. Die klassische Lebensversicherung
  2. Die kapitalanlageorientierte Lebensversicherung
  3. Die fondsgebundene Lebensversicherung
  4. Die indexgebundene Lebensversichersicherung
  5. Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge
  6. Kombinierte Lebensversicherungsprodukte

Bei einer Lebensversicherung geht es aber zumeist immer um Vermögensaufbau und Risikovorsorge, wobei meist der Ablebensschutz gemeint ist.

Die klassische Lebensversicherung – was beinhaltet sie?

Wenn von der klassischen Lebensversicherung die Rede ist, so sind damit folgende einzelne Versicherungstypen gemeint:

  • Erlebensversicherung
  • Ablebensversicherung
  • Gemische Ab- und Erlebensversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Rentenversicherung
  • Dread-Disease-Versicherung (bei Eintritt schwerer Krankheit)
  • Pflegeversicherung

Die garantierte Versicherungsleistung orientiert sich am so genannten Garantiezins. Also dem Betrag, den der Versicherte von seiner Versicherung garantiert ausbezahlt bekommt. Das Versicherungsunternehmen trägt dabei ein gewisses Kapitalanlagerisiko. Die Höhe des Garantiezinses wird von der FMA per Verordnung festgelegt, gebunden an die Kapitalanlageverordnung.

Weiterhin ist der Versicherungsnehmer am Gewinn des Versicherungsgebers beteiligt, je nach garantierter Versicherungsleistung. Die Höhe der Gewinnbeteiligung ist allerdings nicht garantiert. Versicherungsnehmer können über die Summe der Beteiligung also nur spekulieren und sie nicht exakt voraussehen.

Worauf bei Vertragsabschluss geachtet werden sollte

Wer sich für eine Lebensversicherung entscheidet, dem sollte die vertragliche Bindung über mehrere Jahre bewusst sein. Außerdem bedarf es eines langfristig finanziellen Engagements. Welche Art von Versicherung abgeschlossen wird, hängt von verschiedenen Zielen und Zukunftsplänen ab. Denn: Lebensversicherung ist nicht gleich Lebensversicherung! Bei Angeboten sollte unbedingt genau hingesehen werden.

  1. Bei der Er- und Ablebensversicherung in Kombination gibt es entweder noch binnen des Erlebens – also während einer bestimmten, festgelegten Laufzeit – Geld. Oder aber nach dem Ableben, also im Todesfall.
  2. Bei der Ablebensversicherung handelt es sich um eine reine Risikoversicherung. Sie greift lediglich im Todesfall des Versicherten und schüttet den Hinterbliebenen die vertraglich vereinbarte Summe aus.
  3. Bei der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge handelt es sich nur bedingt um eine Lebensversicherung, da sie fälschlicherweise oft als solche bezeichnet wird. Jedoch geht es hier um eine spezielle Form der Versicherung, welche an eine staatliche Prämie geknüpft ist. Dabei geht es aber nicht um eine fixe Summe oder um festgelegte Erträge.

Die richtige Entscheidung für die Lebensversicherung treffen – wichtige Tipps

  1. Vor Abschluss einer Versicherung, sollten sich Interessierte mehrere Angebote einholen, auch wenn die Erträge nicht signifikant auseinanderfallen bei den einzelnen Anbietern. Die jeweiligen Kosten der Versicherungen können sich aber durchaus erheblich unterscheiden. Allein die Abschlusskosten können zwischen 340 Euro und 1.440 Euro liegen, wie eine AK Erhebung kürzlich preisgab. Die Kosten sollten also immer als Entscheidungskriterium für eine Produktauswahl einbezogen werden.
  2. Bei den Angeboten sollte darauf geachtet werden, dass der effektive Garantiezins angegeben ist. In diesen sollten alle anfallenden Kosten bereits eingerechnet worden sein. Seit dem 1. Januar 2016 ist diese Angabe seitens der Versicherungsunternehmen verpflichtend. Beim effektiven Garantiezins handelt es sich um die Renditekennzahl. Kunden wissen dann also, wie viel nach Abzug aller Kosten übrigbleibt und können exakt kalkulieren. Weiterhin ist auf die effektive Gesamtverzinsung zu achten. Daraus ergibt sich ein unverbindlicher Gesamtertrag nach Abzug aller Kosten. Kunden müssen außerdem eine tabellarische Darstellung aller Kosten erhalten, sofern es sich um kapitalbildende Lebensversicherungen handelt. Darin enthalten ist dann auch die Sparprämie, angegeben in Prozent.
  3. Zu unterscheiden ist dann, was seitens des Versicherungsunternehmens garantiert wurde oder unverbindlich ausgesprochen ist. Unverbindliche Leistungen sind oftmals mit einer Fußnote markiert. Dort ist dann der Hinweis vermerkt, dass die Ausschüttungen oder Gewinnbeteiligungen unverbindlich garantiert sind.
  4. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass klassische Lebensversicherungen auch ohne vertraglichen Garantiezins angeboten werden. In diesem Fall sollte sich ein deutlicher Produktvorteil herauskristallisieren, welcher den nicht garantierten Zins ausgleicht. Wer auf weniger Risiko setzt, der sollte von solchen Angeboten eher die Finger lassen.

Hinweis: Bei Lebensversicherung können sich Versicherungsnehmer auf ein 30-tägiges Rücktrittsrecht ab Vertragsabschluss berufen.

Die Familie dank Lebensversicherung für die Zukunft absichern

Gerade Familien denken darüber nach, sich zusätzlich abzusichern, sollte es zu einem tragischen oder unvorhergesehenen Todesfall kommen. Vor allem dann, wenn zusammen mit einem Partner Immobilien gekauft oder anderweitig Schulden aufgenommen wurden. Dann kommt zusätzlich zur Trauer noch ein großes finanzielles Problem, sofern nicht für eine richtige Absicherung gesorgt wurde.

Die Risikolebensversicherung könnte für diese Fälle das passende Produkt sein. Lebensversicherungen hingegen dienen nicht ausschließlich dem Ziel, nach einem Todesfall finanziell abgesichert zu sein und bieten verschiedene Optionen des Sparens. Es gilt also, sich intensiv mit den angebotenen Produkten zu beschäftigen und dann zu entscheiden.

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