Lebensversicherung

Das Wichtigste in Kürze
  • Ablebensversicherung: Sicherheitsschirm für Hinterbliebene
  • Erlebensversicherung: Eine Form der Kapitalbildung
  • Kapitallebensversicherung: Eine Mischform aus Er- und Ablebensversicherung
  • Eine reine Ablebensversicherung gibt es schon ab drei Euro monatlich
  • Eine fondsgebundene Lebensversicherung kann den Einzahlungsbetrag im günstigsten Fall sogar verdoppeln

Was ist eine Lebensversicherung?

Eine Lebensversicherung sorgt dafür, dass die Familie im Falle von Krankheit und Ableben finanziell abgesichert ist. Sie kommt auch als persönliche Absicherung von Lebensrisken oder als Sicherheit für einen Kredit zum Einsatz.

Was ist der Unterschied zwischen Erlebensversicherung und Ablebensversicherung

Die auffälligste Unterscheidung ist jene zwischen Erlebens- und Ablebensversicherung. Bei der Ablebensversicherung (Risikolebensversicherung) kommt die Versicherungssumme bei Tod des Versicherten zur Auszahlung, während die Erlebensversicherung bei Erreichen eines bestimmten Zeitpunktes ausbezahlt wird. Sie dient in erster Linie dem Kapitalaufbau.

Eine Mischform aus Er- und Ablebensversicherung ist die Kapitallebensversicherung. Mit diesem kapitalbildenden Finanzprodukt baut der Versicherte zum einen Kapital auf, sichert aber zum anderen auch einen oder mehrere Begünstigte für den Fall seines Ablebens ab.

 

Wann ist eine Lebensversicherung sinnvoll?

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Wer seine Hinterbliebenen gut absichern will, entscheidet sich besser für eine reine Ablebensversicherung, da sie flexibler ist als eine Kapitallebensversicherung und daher besser auf die aktuelle Lebenssituation angepasst werden kann.

Seit wir in eine Zeit der Niedrigzinsen eingetreten sind, ist eine Erlebensversicherung nicht mehr im selben Maße als Altersvorsorge oder zum Ansparen von Kapital empfehlenswert wie zuvor. Viele Versicherte beklagen die geringen Renditen, immer mehr Kunden wenden sich daher von der Erlebensversicherung und seinen Mischformen ab und suchen sich alternative Finanzprodukte.

Sobald die Zinsen wieder steigen, wird auch die Erlebensversicherung wieder an Popularität gewinnen. Derzeit greifen Kunden aber eher vermehrt auf die fondsgebundene Lebensversicherung zurück.

Was kostet eine Lebensversicherung?

Eine reine Ablebensversicherung ist für einen jungen Erwachsenen – ganz gleich ob Mann oder Frau – ab ca. 3 Euro monatlich abschließbar. Erwachsene etwas älteren Baujahres müssen mit einer Prämie zwischen 20 und 30 Euro im Monat rechnen.

Die monatlichen Kosten einer Kapitallebensversicherung für einen Erwachsenen mittleren Alters liegen bei rund 300 Euro, variieren jedoch je nach Deckungssumme.

Kriterien, die zu einer niedrigen Prämie beitragen sind unter anderem:

  • Alter
  • Deckungssumme
  • Vertragslaufzeit
  • Nichtraucher
  • ungefährlicher Beruf
  • keine risikoreichen Sportarten wie Motorsport oder Tauchen
  • Zusatzleistungen wie kostenlose Verlängerung oder vorgezogener Auszahlung bei tödlicher Erkrankung

Die Ablebensversicherung – Absicherung für die Familie im Todesfall

Um seine Hinterbliebenen für den Fall des eigenen Ablebens abzusichern, ist die Ablebensversicherung das Finanzprodukt der Wahl – auch heute noch. Unter allen Lebensversicherungen ist es nämlich jenes Finanzprodukt, das bei den Österreicherinnen und Österreichern am wenigsten an Beliebtheit eingebüßt hat. Der Grund dafür: Die monatliche Prämie für eine Ablebensversicherung ist vergleichsweise günstig – auch bei höherer Deckungssumme.

Einige Versicherungen bieten zudem Ablebensversicherungsprodukte an, die mit einer Invaliditätsversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert werden können. Damit holt man sich als Versicherter mit nur einer Polizze den Schutz mehrerer Versicherungen ins Haus.

Die Erlebensversicherung – klassisch sparen mit einer Versicherung

Zwar wenden sich die Österreicherinnen und Österreicher immer mehr von der Erlebensversicherung ab, dennoch gibt es nach wie vor einige gute Versicherungen dieser Art. Für Sicherheit sorgen beispielsweise Erlebensversicherungen mit Kapitalgarantie – sie garantieren die Ausschüttung der angesparten Prämien.

Höhere Renditen versprechen fondsgebundene Lebensversicherungen; sie bergen jedoch auch ein höheres Risiko. Dabei gilt: Je höher der erwartete Ertrag, desto höher auch das Risiko (da eine Wertentwicklung niemals vorhersehbar sein kann).

Die fondsgebundene Lebensversicherung

Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung handelt es sich um eine Mischform aus Fondsanlage und Ablebensversicherung, die vor allem für den langfristigen Vermögensaufbau gedacht ist. Der Unterschied zwischen Erlebens- und fondsgebundener Lebensversicherung ist die Art der Auszahlung. Während bei der Erlebensversicherung zu Ender der Laufzeit der Sparanteil plus Zinsen ausgeschüttet wird, setzt sich der Ertrag bei der fondsgebundenen Lebensversicherung aus dem Sparanteil plus den Fondsanteilen zusammen.

Die Auszahlung erfolgt bei Erreichen des vereinbarten Zeitpunktes oder bei Ableben des Versicherten. Die Höhe der Auszahlung richtet sich dabei nach dem Fondswert, welche wiederum von den Kursgewinnen der Investmentfonds abhängig ist. Mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung kann unter günstigen Voraussetzungen das Doppelte der eingezahlten Summe herausgeholt werden. Da man aber auch das Risiko eines Kursverlustes trägt, ist es ebenso möglich, zum Stichtag lediglich den Einzahlungsbetrag zu erhalten. In der Regel wird für diesen Fall eine garantierte Mindesttodesfallsumme vereinbart, um die Hinterbliebenen dennoch entsprechend abzusichern.

Je höher die garantierte Mindesttodesfallsumme, desto höher die monatlichen Kosten.

Besonders beliebt sind im Moment fondsgebundene Lebensversicherungen mit Zusatzbausteinen, etwa eine Kombi aus Lebens- mit Berufsunfähigkeitsversicherung oder die Auszahlung bei tödlichen Erkrankungen.

Lebensversicherungen im Vergleich

Wie bei anderen Versicherungsprodukten auch sollte man sich nicht auf einen Anbieter verlassen, sondern die Angebote vieler Anbieter untereinander vergleichen. Die ersten Informationen holt man sich wie gewohnt über das Netz – danach steht das Einholen von Angeboten am Programm. Der Vergleich von drei bis fünf Anbietern kann schon jede Menge Bares bringen.

Worauf muss man beim Vergleich achten?

Um ein Finanzprodukt zu finden, das den eigenen Wünschen und Ansprüchen gerecht wird, ist es sinnvoll, sich vorher – ganz ohne Internet – Gedanken darüber zu machen, was die Wunsch-Lebensversicherung bieten soll.

Hier eine Auswahl der wichtigsten Fragen, die man sich dabei stellen sollte:

  1. Soll die Lebensversicherung „lediglich“ die Familie oder den Geschäftspartner absichern (Ablebensversicherung) oder soll sie dazu auch noch zur Kapitalbildung beitragen (Erlebensversicherung, Kapitallebensversicherung)?
  2. Welche Versicherungssumme möchte man mit der Erlebensversicherung ansparen?
  3. Soll die Lebensversicherung besonders hohe Renditen abwerfen oder besonders sicher sein (fondsgebundene Lebensversicherung oder Kapitallebensversicherung mit garantierter Deckungssumme)?
  4. Welche Laufzeit ist gewünscht?
  5. Ist es möglich, dass man die Risikoversicherung nach Ablauf der Versicherungszeitrahmens verlängern will?
  6. Sind Zusatzleistungen wie etwa die Vorauszahlung bei tödlicher Erkrankung gewünscht?
  7. Soll sich die Lebensversicherung an veränderte Konjunkturphasen anpassen, damit die Höhe der Deckungssumme den Preisverhältnissen zum Zeitpunkt der Auszahlung entspricht (Dynamisierung)?
  8. In welchem Zyklus soll die Prämie bezahlt werden?
  9. Welche Zahlweise (Erlagschein, Bankeinzug) ist gewünscht?

Ist eine Lebensversicherung absetzbar?

Welche Lebensversicherung kann man absetzen? Und kann man Lebensversicherungen überhaupt noch absetzen?

Vor einigen Jahren wäre hier noch ein deutliches Ja gestanden. Derzeit wird die Antwort zunehmend zu einem deutlichen Nein. Die Antwort gestaltet sich heute etwas komplexer:

Neu abgeschlossene Lebensversicherungen sind nicht mehr absetzbar, und die bereits bestehenden Polizzen können nur noch bei der Veranlagung 2020 als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Danach fällt die Lebensversicherung als Sonderausgabe vollständig weg.

Der Fiskus und die dahinter stehende Legislative sind hier unerbittlich.

Bei der Veranlagung 2020 kann eine bestehende Polizze noch ein letztes Mal als Sonderausgabe geltend gemacht werden, sofern es sich dabei um eine Polizze zu einer Erlebens- oder Kapitalleistungsversicherung handelt, die in Form einer monatlichen Zusatzrente ausbezahlt wird. Wer vorhat, sich die Lebensversicherung gesamt auszahlen zu lassen, sind die bezahlten Prämien nicht mehr absetzbar.

Wann ist eine Lebensversicherung steuerfrei?

Das angesparte Kapital einer klassischen privaten Lebensversicherung ist steuerfrei. Das heißt, man muss für den Auszahlungsbetrag weder Einkommens- noch Kapitalertragsteuer (KeSt) bezahlen – sofern dieser die Summe des angesparten Kapitals nicht übersteigt.

Sobald man jedoch mit der Lebensversicherung einen Gewinn erzielt, ist die Differenz zwischen Einzahlungs- und Prämiensumme steuerpflichtig und muss in der Steuererklärung angeführt werden. Dies gilt für alle Lebensversicherungen, bei denen es sich um Kapitalversicherungen, Rentenversicherungen und Einmalerlagsversicherungen mit kurzer Laufzeit handelt.

Lebensversicherungen unterliegen ausnahmslos der Versicherungssteuer.

Abtretung Lebensversicherung

Die Abtretung einer Lebensversicherung gehört zur häufigsten Form der Kreditbesicherung. Dabei werden die Rechte an der Lebensversicherung mitsamt aller Gewinnansprüche an das Kreditinstitut abgetreten. Die Versicherung meldet eine solche Abtretung an das Finanzamt. Bezahlte Prämien können nicht als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

Lebensversicherung verkaufen statt kündigen

Kann man eine Lebensversicherung verkaufen?

In finanziellen Notlagen spielen Versicherte mit dem Gedanken einer Kündigung der Lebensversicherung. Einige Unternehmen haben sich jedoch auf den Ankauf von Lebensversicherungen spezialisiert: Sie kaufen die Lebensversicherung und bezahlen dafür in aller Regel einen höheren Betrag als den Rückkaufswert. Danach übernehmen sie die Prämienzahlung und hoffen auf eine satte Gewinnausschüttung. Der Verkauf einer Lebensversicherung kann für den bisherigen Besitzer vorteilhaft sein.

Eine weitere Möglichkeit neben dem Verkauf ist die Rückabwicklung der Lebensversicherung.

Wer kauft Lebensversicherungen?

Den Begriff ‚Policenhändler‘ in einer Suchmaschine eingegeben liefert zahlreiche Ergebnisse zu Unternehmen, die Lebensversicherungen kaufen.

Steuern auf den Verkaufsgewinn?

Der Verkauf einer Lebensversicherung unterliegt nur unter gewissen Voraussetzungen der Steuerpflicht. Da sich die genauen Bestimmungen regelmäßig ändern holt man sich mehr Informationen zu diesem Thema am besten vom Steuerberater.

Auszahlung der Lebensversicherung

Nach Ablauf des vereinbarten Zeitrahmens rechnen Lebensversicherungen automatisch ab und überweisen die Versicherungssumme auf das angegebene Konto. Ein Anruf vor Ablauf der Polizze ist dennoch nicht verkehrt. So können Daten noch einmal abgeglichen und gegebenenfalls korrigiert werden.

Wie lange dauert es bis Lebensversicherung ausgezahlt wird?

In der Regel haben Versicherungsnehmer nach Ablauf einer Woche nach Stichtag die Versicherungssumme auf ihrem Konto.

Wie hoch ist die Auszahlung einer Lebensversicherung?

Zum vereinbarten Auszahlungszeitpunkt erhält man die vereinbarte Versicherungssumme im vollumfänglichen Ausmaß.

Wer erbt die Lebensversicherung?

In der Regel gibt der Versicherte bei Abschluss der Polizze einen Begünstigten an. Geschieht dies nicht, fällt die Lebensversicherung mitsamt dem Vermögen in die Erbmasse. Ohne Testament wird diese dann nach geltendem gesetzlichem Erbrecht einem Erbberechtigten zugesprochen.

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Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Gründer der OPTIFIN und Geschäftsführer einer Agentur hat er tagtäglich mit den Themen Immobilienfinanzierung und Finanzen zu tun. Er betreut und erstellt daher die Inhalte zu diesen Themen.

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