Gebäudeversicherung

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Gebäudeversicherung schützt die unbeweglichen Sachen am Gebäude selbst
  • Die Versicherungssumme muss zum Objekt passen
  • Es lohnt sich, präzise aufzuschlüsseln, welche Polizze was bezahlt
  • Privat- und Gebäudehaftpflicht decken zwei unterschiedliche Risikobereiche ab
  • Vor Abschluss das Deckungskonzept mit der Hausratversicherung vergleichen!

Die Hausratversicherung deckt nicht alle Risiken in Haus und Wohnung ab. Sie beschränkt sich lediglich auf die Absicherung beweglicher Gegenstände. Für den Erhalt des Immobilienvermögens selbst benötigt man zusätzlich zur Haushaltsversicherung eine Gebäudeversicherung. 

Was schützt die Gebäudeversicherung genau?

Wir beschränken uns hier auf den Bereich der Wohngebäudeversicherung. Bei der Absicherung von Firmengebäuden (z.B.: die Bürogebäudeversicherung) existieren noch eine Vielzahl weiterer Deckungsbereiche, zu der etwa Schäden an der Elektronik oder Maschinenbruch zählen.

Im Privatsektor geht es in erster Linie um das Wohnhaus bzw. um die Wohnung. Es kann aber auch die Garage oder ein Nebengebäude in den Versicherungsschutz eingeschlossen sein. Je nach Police besteht sogar die Möglichkeit, die eigenen Solaranlagen, Glasdächer (z.B.: Terrassenüberdachung) oder andere Glasflächen (z.B.: freistehender Wintergarten) mitzuversichern. Die Deckungssumme richtet sich dabei immer nach dem Wert des Gebäudes.

Hinweis: Immobilien und Grundstücke gehören zu den beliebtesten Anlageformen der Österreicher. Diese Investitionen liegen im Vergleich statistisch sogar noch über dem berühmten Sparbuch oder dem Bausparer, der wiederum zu Immobilienvermögen führen soll.

Gebäudeversicherung und Hausratversicherung: Welche Versicherung deckt was?

Wenn ein Brand im Eigenheim ausbricht, dann ist es zwar schön, wenn die Haushaltsversicherung für den teuren Fernseher zahlt, aber wenn Schäden an Holzträgern oder anderen Teilen der Bausubstanz auftreten, dann kommen diese Arbeiten ohnehin meist viel teurer, und das 54 Zoll Entertainment Vergnügen ist in diesen Fällen nur ein schwacher Trost. Die Gebäudeversicherung kümmert sich – im Ausmaß der vereinbarten Versicherungssumme – um die Schäden am Gebäude selbst.

Ähnlich zur Haushaltsversicherung gliedert sich der in einer Eigenheim- oder Gebäudeversicherung inkludierte Schutz in einzelne Bausteine bzw. Bereiche:

  • Feuerschäden (Explosion, Blitzeinschlag)
  • Sturmschäden 
  • Wasserschäden (Leitungswasser)
  • Vandalismus
  • Naturereignisse und Witterungsschäden (Schneedruck und Lawinen, Steinschlag, Erdrutsch, Hagel, Hochwasser und Überschwemmung)
  • Haftpflicht

Diese Bereiche spalten Versicherungsgesellschaften noch einmal auf. Nämlich in „Schäden an unbeweglichen Sachen“ und „Schäden an beweglichen Sachen“. 

Wann zahlt die Gebäudeversicherung?

In diesen Fällen bietet die Eigenheimversicherung – je nach vereinbarter Tarifvariante – tatsächlich effektiven Schutz:

  • Brände durch direkten Blitzschlag
  • Zusatzoption: Brände durch indirekten Blitzschlag
  • Schäden durch Explosionen
  • Folgeschäden durch Löscharbeiten
  • Schäden durch Stürme
  • Schäden durch Erdrutsch oder Steinschlag
  • Zusatzoption: Hochwasserschäden
  • Wasserschäden, die durch wasserführende Anlagen und Maschinen hervorgerufen wurden
  • Zusatzoption: Frostschäden
  • Zusatzoption: Schäden durch auslaufendes Heizöl
  • Schäden durch Schneedruck, Lawinen und Hagel
  • Die Haftpflicht deckt Schadenersatzforderungen gegen den Grundstückeigener ab
Hinweis: Wie bei den meisten Versicherungsverträgen muss immer im Einzelfall geprüft werden, ob keine Überversicherung oder Unterversicherung vorliegt. Das gilt beispielsweise bei Glasbruch. Diese ist in den meisten Standard-Hausratsversicherungen bereits inkludiert, und damit in der Gebäudeversicherung nicht notwendig.

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Einige Gebiete, die als Hochrisikozonen eingestuft wurden, sind nur teuer oder sogar überhaupt nicht versicherbar. Die offizielle Hochrisikozonierung ist auf der Website des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, unter https://www.hora.gv.at einsehbar.

Feuerschutz: Hausratversicherung versus Gebäudeversicherung

Während der Feuerschutz bei der Hausratversicherung beispielsweise den entstandenen Schaden am Mobiliar und den Elektrogeräten abdeckt, übernimmt die Gebäude- oder Eigenheimversicherung die Kosten für die Wiederherstellung des Dachstuhls.

Tipp: Beim Feuerschutz darauf achten, dass Sengschäden mitversichert sind. Beschädigungen, die durch Erhitzungen (ohne eigentlichen Brand) entstehen (z.B.: durch den Heizkessel), kommen öfter vor, als man allgemein denkt.

Schutz vor Sturmschäden: Hausratversicherung versus Gebäudeversicherung

Beschädigungen durch Muren, Lawinen oder Felsbrocken tragen die meisten Versicherungsunternehmen in der Standard-Gebäudeversicherung nicht. Gerade diese Unglücksfälle können jedoch besonders teuer werden. Dazu zählen auch Schadensfälle durch Bau- oder Minenarbeit. Wer in einem Risikogebiet wohnt, erkundigt sich am besten um eine geeignete Zusatzoption des jeweiligen Versicherungsanbieters. Sicher ist sicher. 

Auf den Schutz vor Sturmschäden, den die Hausratversicherung abdeckt, kann man getrost verzichten. Die Standard Hausratversicherung deckt nämlich gerade jene Schäden meist nicht ab, die nach einem Sturm am meisten in Mitleidenschaft gezogen werden: Gartenmöbel und Gartengeräte. Den Sturmschaden am Pool, der Garage und der Pergola deckt hingegen die Wohngebäudeversicherung. 
 

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Wasserschäden: Hausratversicherung versus Gebäudeversicherung
Die Hausratversicherung ersetzt bei einem Wasserschaden beispielsweise die defekte Waschmaschine. Die Wiederherstellung des Fußbodens hingegen übernimmt die Wohngebäudeversicherung.

Dennoch deckt auch die Gebäudeversicherung nicht alle Wasserschäden ab. Wer etwa in einem Risikogebiet wohnt, kann sich in vielen Fällen nur mit teurer Zusatzoption absichern. Das gilt vor allem für entstandene Schäden durch Naturereignisse und Witterungsschäden (z.B.: Hochwasser und Überschwemmung).

Haftpflicht: Hausratversicherung versus Gebäudeversicherung
Bei einer Haushaltsversicherung in Österreich ist die Privathaftpflichtversicherung inkludiert. Passiert also beispielsweise dem eigenen Kind ein kleines Malheur beim Spielen mit dem Nachbarskind, bezahlt die Haushaltsversicherung den entstandenen Schaden im Nachbarhaus.

Die Gebäudehaftpflicht hingegen schützt Haus- und Grundstücksbesitzer vor Schadensansprüchen Dritter, die im Zusammenhang mit Haus und Grundstück stehen. Beispiel: Dem Postboden fällt ein lockerer Dachziegel auf den Kopf. Schäden, die bei der Benutzung oder Verwahrung von fremden Sachen entstehen, fallen jedoch selten unter die entsprechende Police. Das gilt auch für Schäden, die Familienmitglieder bzw. nahe Verwandte erleiden.

Was kostet die Gebäudeversicherung bzw. Eigenheimversicherung?

Zahlreiche Faktoren bestimmen über die Tarife eines Versicherungsprodukts. Das Vergleichen der Angebote zeigt dabei in vielen Fällen enormes Sparpotenzial, und gehört daher immer zum Auswahlprozess dazu.

Ausschlaggebende Fragen sind unter anderem:

  • Welcher Schutzumfang wird gewählt?
  • Welche Art von Gebäude wird versichert?
  • Wie hoch ist die Deckungssumme?
  • Welche erwähnten Zusätze sind im Spiel?
  • Werden tatsächlich die wichtigsten Risiken berücksichtigt, aber nicht zu viel bezahlt? 
  • Deckt die Wohngebäudeversicherung durch Naturereignisse oder Witterung entstandene Schäden?
  • Welche Sturmschäden sind im Detail abgesichert?
Ein allgemein anwendbarer Richtwert sind 300 Euro pro Jahr. Zu diesem Tarif lässt sich ein relativ guter Schutz auf dem Versicherungsmarkt finden, um den eigenen Immobilienwert effizient zu schützen.

Auf die zusätzliche Hausratversicherung sollte man dennoch nicht vergessen. Dieser Tarif beläuft sich bei einem Einfamilienhaus in Etwa auf dieselbe Summe.

Wie kann man bei der Gebäudeversicherung sparen?

Im besten Fall schließt man die Haushaltsversicherung gemeinsam mit der Gebäudeversicherung ab, und gleicht die Deckungskonzepte in diesem Rahmen untereinander ab. 

Besonders wichtig sind dabei folgende Punkte:

  • Sollen Gartenmöbel mitversichert werden? Falls ja, dann muss dies in vielen Fällen als Zusatzoption in die Haushaltsversicherung mit einfließen. 
  • Welche Versicherung deckt die Wiederherstellungskosten des Fußbodens nach entstandenen Wasserschäden? Im Normalfall deckt die Wohngebäudeversicherung dieses Risiko, in einigen Fällen übernimmt aber auch die Haushaltsversicherung diesen Schaden.
  • Welche Versicherung deckt welche Feuerrisiken ab? Auch hier schadet es nicht, exakte Beispiele mit dem Berater abzuklären. 
  • Welche Versicherung deckt welche Glasbruchrisiken? In den meisten Fällen ist dies die Haushaltsversicherung. Es lohnt sich, diesen Punkt mit der Gebäudeversicherung abzugleichen.

Die Haushaltsversicherung allein schützt Haus und Wohnung nicht umfassend vor Schaden. Dafür bedarf es einer Wohngebäudeversicherung. Man könnte auch sagen: Die eine geht nicht ohne die andere. Gut geschützt ist Haus, Wohnung und Garten nur mit einem passenden Mix aus Haushalts- und Gebäudeversicherung. 

Weitere Informationen:

http://www.wohnnet.at/finanzieren/versicherung/gebaeudeversicherung-18489
http://wisa.bmlfuw.gv.at/wasserkarten/hochwasser/gefahrenkarten.html

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Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Gründer der OPTIFIN und Geschäftsführer einer Agentur hat er tagtäglich mit den Themen Immobilienfinanzierung und Finanzen zu tun. Er betreut und erstellt daher die Inhalte zu diesen Themen.

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