Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Angst davor, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können, ist weit verbreitet. Jeder fünfte Arbeitnehmer in Österreich fürchtet das Risiko. Auffallend: Laut Statistik wird auch jeder fünfte Arbeitnehmer berufsunfähig. Anlass genug, um sich mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung auseinanderzusetzen.

Ab wann ist man berufsunfähig?

Wer über sechs Monate lang in seiner Gesundheit so eingeschränkt ist, dass er seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, gilt als berufsunfähig. Versicherte Personen in Österreich haben unter gewissen Voraussetzungen einen Anspruch auf staatliche Pensionszahlungen.

Informationen zur Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension vom Bundeskanzleramt: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/27/Seite.270313.html

berufsunfaehigkeitsversicherung
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Was übernimmt der Staat im Fall der Fälle?

Die Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension für Arbeiter und Angestellte wird von einem ärztlichen Sachverständigen festgestellt. Er entscheidet, ob es sich bei der Erkrankung oder bei dem Unfall um eine dauernde oder um eine vorübergehende Invalidität / Berufsunfähigkeit handelt. Dauert die Berufsunfähigkeit mindestens 6 Monate an, wird die Berufsunfähigkeitspension auf maximal zwei Jahre befristet. Die Höhe wird vom Pensionsversicherungsträger festgestellt.

Mehr über die Berechnung der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension finden Sie auf der Seite des Pensionsversicherungsträgers PVA: http://www.pensionsversicherung.at/portal27/pvaportal/content?contentid=10007.707671&viewmode=content

Wenn die Berufsunfähigkeit nicht vorübergehender Natur ist

Während Sie mit dem Rehageld, das in der Höhe des Krankengeldes ausbezahlt wird, relativ gut über die Runden kommen, liegt die Berufsunfähigkeitspension weit unter Ihrem letzten Gehalt. Die meisten Betroffenen müssen mit durchschnittlich 1.000,- Euro monatlich (Männer 1.200,-, Frauen 900,- Euro) auskommen.

Mehr dazu hier: http://www.pensionsversicherung.at/portal27/pvaportal/content?contentid=10007.707734&viewmode=content

Den Lebensstandard auch in der Berufsunfähigkeit erhalten

Jeder sollte sich zumindest einmal darüber Gedanken machen, welche Konsequenzen man zu tragen hätte, würde man seinen derzeitigen Lebensstandard von einem Tag auf den anderen nicht mehr aufrechterhalten können. Gegen Szenarien, die passieren könnten, können Sie sich nur schützen, wenn Sie privat Vorsorge treffen. Nur so ist es möglich die Lücke zwischen Einkommen und Berufsunfähigkeitspension auszugleichen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Risikoversicherung, die jeden Arbeitnehmer individuell absichert. Dabei spielt neben dem ausgeübten Beruf vor allem auch der Gesundheitszustand eine Rolle. Gehören Sie zu einer Risikogruppe, fallen die Beitragszahlungen in der Regel höher aus. In einigen Fällen kann Ihr Risiko auch zu einer Ablehnung führen

Risikogruppen

Die Versicherer bewerten Risikogruppen – von gering bis sehr hoch – nach dem ausgeübten Beruf. Folgende Berufe sind unter anderem einem erhöhten Risiko ausgesetzt:

  • Artisten
  • Bauarbeiter
  • Dachdecker
  • Geldtransportbegleiter
  • Krankenschwestern und -pfleger
  • Pilot
  • Polizisten
  • Rennfahrer
  • Security
  • Taucher

Vorerkrankungen angeben: Aber sich dabei geschickt anstellen

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung werden Sie gebeten, Ihre Vorerkrankungen anzugeben. Nicht jede Vorerkrankung muss zu einer Ablehnung führen. Mit einer Ablehnung müssen Personen mit folgenden Erkrankungen rechnen:

  • Psychische Erkrankungen
  • Nervenleiden
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates

Gerade die oben genannten Erkrankungen sind, mit Krebs, die Hauptursachen für eine Berufsunfähigkeit. Da das Risiko bei bereits bestehender Erkrankung zu hoch ist, lehnen Versicherungen den Vertragsabschluss dann in der Regel ab. Es gibt jedoch auch genügend Fälle, in denen eine Vorerkrankung nicht zwingend zur Ablehnung durch die Versicherung führt, sondern lediglich zu einem Beitragszuschlag.

TIPP: Bei Vorerkrankungen Angebote anonym einholen!

Heutzutage besteht das Risiko, bei Ablehnung in einer Datenbank zu landen, die auch von anderen Versicherungen eingesehen werden kann. Das kann dazu führen, dass kein Versicherer Ihrem Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung zustimmt. Um diesem Risiko entgehen, lohnt es sich, zunächst anonym Angebote einzuholen.

Das machen Sie am besten vorab über das Internet. Denken Sie dabei jedoch immer an Folgendes: Gerade im Internet fischt man sich leicht die günstigste Versicherung heraus, ohne sich über die Leistungen genauer zu informieren.

Ein Beispiel: Sind Sie beispielsweise eine 40jährige Bürokauffrau und Raucherin, und wollen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die Ihnen im Falle des Falles eine Rente von rund 2.000 Euro monatlich ausbezahlt, dann bekommen Sie Angebote, die eine Prämie von rund 150 Euro berechnen, und jene, bei der 310 Euro monatlich zu berappen wären. Unser Tipp lautet daher: Klicken Sie sich zunächst durch die Angebote und vergleichen Sie penibel genau die garantierten Leistungen des Versicherers.

Gesundheitscheck ist Voraussetzung

In den meisten Fällen wird von den Versicherungen vor Vertragsabschluss eine Gesundheitsüberprüfung verlangt. Versicherungen, die keinen Gesundheitscheck voraussetzen, wollen sehr oft lediglich Menschen ködern, die Angst vor einer Ablehnung oder hohen Beitragszuschlägen haben. Sie verlangen nur wenige Angaben vom Versicherungsnehmer, sind dafür meist überteuert.

Das Invitatio-Modell nach dem österreichischen Versicherungsvertragsgesetz

Das Invitatio-Modell bezeichnet die Aufforderung einer unverbindlichen Angebotsabgabe (invitatio ad offerendum). Dieses Modell ist besonders vorteilhaft für Personen mit Vorerkrankungen. Prüfen Sie viele Angebote gleichzeitig, um nicht schon im Vorfeld von Anbietern ausgeschlossen zu werden. Solange Sie keine Ablehnung haben, werden alle Versicherer auch ein Angebot unterbreiten. Überprüfen Sie alle Angebote synchron und ersparen Sie sich damit erschwerte Aufnahmebedingungen, die nach einer Ablehnung entstehen könnten.

Zusatzangebote prüfen!

Folgende Zusatzangebote werden von verschiedenen Versicherern angeboten:

  • Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit
  • Dynamisierung der Rente
  • Fortzahlung der Beiträge durch den Versicherer
  • Infektionsklausel
  • Inflationsschutz
  • Keine Meldepflicht bei Berufswechsel
  • Sofort-Leistung der monatlichen Zahlung

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

In vielen Fällen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung schon allein daher nicht möglich, da sie für einkommensschwächere Berufsgruppen viel zu überteuert ist. Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind:

  • Dread Disease Versicherung
  • Existenzschutzversicherung
  • Grundunfähigkeitsversicherung
  • Krankentaggeldversicherung
  • Pflegeschutzversicherung
  • Unfallversicherung

Oft macht man sich erst Gedanken über eine Berufsunfähigkeit, wenn schon Vorerkrankungen bestehen. Dann ist es jedoch nicht mehr so einfach, eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Denken Sie bereits in jungen Jahren daran, können Sie von sich behaupten, ein Ass im Ärmel zu haben. Dann sind Sie im Falle des Falles gut abgesichert.

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Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Gründer der OPTIFIN und Geschäftsführer einer Agentur hat er tagtäglich mit den Themen Immobilienfinanzierung und Finanzen zu tun. Er betreut und erstellt daher die Inhalte zu diesen Themen.

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