Versicherungssteuer

 
Bei Abschluss einer Versicherung holt sich der Fiskus einen Teil der Prämie als Versicherungssteuer ab. Das Versicherungsunternehmen hebt die Steuer ein und führt sie an das Finanzamt ab. Besonders teuer ist die Besteuerung von Kraftfahrzeugen. Hier hat der Besitzer neben der allgemeinen Versicherungssteuer, der Mineralölsteuer (MöSt) und der Normverbrauchsabgabe (NoVA) auch noch die motorbezogene Versicherungssteuer zu entrichten.

Fast alle Versicherungen werden besteuert

Es gibt fast keine Versicherung, die nicht besteuert wird. Ob Sie eine Schaden-, Kfz-, Unfall-, Kranken- oder Lebensversicherung abschließen: Der Fiskus verdient immer mit. Bei der Feuerversicherung sind das beispielsweise mindestens 7,619 %.1 Diese Steuer sollte uns jedoch nicht weiter stören. Sie geht nämlich zum großen Teil an die österreichischen Feuerwehren.

Weitere Steuersätze

  • Lebens- und Invaliditätsversicherung 4% (11% bei Kapitallebensversicherungen)2
  • Krankenversicherung 1%2
  • Bei Veränderung des Versicherungsverhältnisses der Lebensversicherung extra + 7%2

1 Lesen Sie dazu die Gesetzestexte vom Bundeskanzleramt: Besteuerung Feuerschutzversicherung: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10003811

2 Besteuerung Lebens-, Invaliditäts- und Krankenversicherung: https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR40115675

Ausnahmen: Beim Abschluss dieser Versicherungen zahlen Sie keine Versicherungssteuer

Der Bund hat jedoch auch bewusst einige Ausnahmen aus der Versicherungssteuer beschlossen. Damit soll beispielsweise der Abschluss gewisser Versicherungen gefördert werden, wie das bei der Pensionszusatzversicherung der Fall ist.

Weitere Ausnahmen aus der Versicherungssteuer

  • Sozialversicherungsbeiträge3
  • Kleine Viehhaltungsversicherungen (z.B. Hundehaftpflicht)3
  • Feuerversicherung von bäuerlichen Brandchadenunterstützungsvereine3
  • Transportgüterversicherung3

Mehr über die Ausnahmen aus der Versicherungssteuer lesen Sie auf dem Portal des Bundesministeriums für Finanzen: https://www.bmf.gv.at/steuern/a-z/versicherungssteuer/Befreiungen.html

Die motorbezogene Versicherungssteuer

Alle im Inland zugelassenen Fahrzeuge unterliegen neben der allgemeinen Versicherungssteuer (von 11%) noch zusätzlich der motorbezogenen Versicherungssteuer. Und zwar auch dann, wenn Sie Ihr Kraftfahrzeug (Motorrad, PKW, LKW), das Sie in Österreich fahren, in Deutschland versichert haben. Ausschlaggebend ist dabei immer das Land, in dem die Zulassung erfolgt, und die Motorleistung (PS/kW) des PKWs. (Ausnahme: Bei Motorrädern zählt der Hubraum.)

Eingehoben wird die motorbezogene Versicherungssteuer vom Finanzamt. Ausnahme dabei sind Kraftfahrzeuge unter 3,5 Tonnen: Hier übernimmt der Versicherer die Einhebung.

Ausnahmen aus der motorbezogenen Versicherungssteuer

  • Kfz für Menschen mit Behinderung
  • Elektroautos
  • Mopeds bis 100 cm3
  • Fahrzeuge, die vorwiegend als Mietwagen oder Taxi verwendet werden

Die Höhe der motorbezogenen Versicherungssteuer für Kraftfahrzeuge unter 3,5 Tonnen

Die angegebenen Summen beziehen sich auf die monatliche Steuerbelastung bei jährlicher Zahlung:

  • 1-24 Kilowatt: EUR 0,- pro Kilowatt
  • 25-90 Kilowatt (66 kW): EUR 0,62 pro Kilowatt
  • 91-110 Kilowatt (20 kW): EUR 0,66 pro Kilowatt zusätzlich
  • 111+ Kilowatt: EUR 0,75 pro Kilowatt zusätzlich

Die motorbezogene Versicherungssteuer bei Motorrädern beträgt EUR 0,025 pro cm3 Hubraum.

ACHTUNG: Wer nicht jährlich zahlt, muss dazu noch 10% bei monatlicher, 8% bei quartalsweiser und 6% bei halbjährlicher Zahlung zur Prämie hinzurechnen.

Versicherungssteuern können ganz schön teuer werden, das gilt besonders für Besitzer von Kraftfahrzeugen. Wer sich die motorbezogene Versicherungssteuer eine Zeitlang sparen möchte, entscheidet sich für ein Elektroauto. Denn derzeit sind elektrische Fahrzeuge von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Aber auch für Besitzer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gibt es Einsparungspotential. Wer die motorbezogene Versicherungssteuer jährlich zahlt, erspart sich jede Menge Bares.

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

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