Quellensteuer

 
Eine Reihe an Einkünften werden direkt an der Quelle der Leistung an das zuständige Finanzamt abgeführt. Mit der Quellensteuer sichern sich Staaten wie Österreich, Deutschland oder die Schweiz einen Teil ihrer Einnahmen. Schuldner ist dabei immer die Person oder Einrichtung, die eine Auszahlung tätigt. Arbeitnehmer müssen sich daher in der Regel nicht mit der Quellensteuer beschäftigen. Es gibt jedoch Ausnahmen. Lesen Sie hier, welche das sind.

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Welche Abgaben werden als Quellensteuer bezeichnet?

Folgende Abgaben werden als Quellensteuer bezeichnet:

  • Bauabzugssteuer (Deutschland)
  • Lohnsteuer (Deutschland, Österreich)
  • Kapitalertragssteuer (Deutschland, Österreich, Schweiz)
  • Erträge von Künstlern
  • Erträge von Sportlern
  • Vergütungen an Aufsichtsräte
  • Bauleistungen für Unternehmen

Die Einkommenssteuer ist ebenso eine Quellensteuer

Aber trotz dieser Definition ist nicht der Arbeitnehmer dafür zuständig, diese Steuer ans Finanzamt abzuführen. Die Einkommenssteuer aus nichtselbstständiger Arbeit wird vom Lohn oder Gehalt abgeführt.

INFO: Der Schuldner der Einkommenssteuer des Arbeitnehmers ist immer der Arbeitgeber.

Wo wird die Quellensteuer abgeführt?

Die Quellensteuer wird ausnahmslos in dem Land abgeführt, in dem die Zahlung erfolgt ist. Erzielen Sie also als Arbeitnehmer aus Österreich in Deutschland ein Einkommen, wird die Quellensteuer vom Arbeitgeber in Deutschland abgeführt.

Wer muss die Quellensteuer im Steuerausgleich anführen?

Sie als Arbeitnehmer führen Ihre Einkünfte in der Arbeitnehmerveranlagung an. Zu einer doppelten Besteuerung kann dies nur dann führen, wenn Ihre Einnahmen höher sind als die vorgegebene Freigrenze. Die Lösung bei Doppelbesteuerung ist das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), das Sie als Arbeitnehmer in Anspruch nehmen können.

Das DBA – Doppelbesteuerungsabkommen

Das Doppelbesteuerungsabkommen regelt, welches Land sein innerstaatliches Steuerrecht anwenden darf.

Österreich hat mit einer Reihe an Staaten ein Doppelbesteuerungsabkommen getroffen. Die gesamte Länderliste können Sie online auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen abrufen: https://www.bmf.gv.at/steuern/int-steuerrecht/oesterreichische-doppelbesteuerungsabkommen.html

Wer muss die Quellensteuer als Kapitalertragssteuer abführen?

Die Kapitalertragssteuer wird von der auszahlenden Stelle an das Finanzamt abgeführt. Banken, Kapital- oder Versicherungsgesellschaften müssen bei Einnahmen aus Finanzprodukten die Quellensteuer abführen.

Quellensteuer minimieren: Ist das möglich?

Anleger können in Ländern, die mit Österreich ein Doppelbesteuerungsabkommen beschlossen haben, eine Anässigkeitsbescheinigung ihres zuständigen Wohnsitzfinanzamtes vorlegen. Mit dieser Bestätigung bescheinigt das Finanzamt, dass der jeweilige Anleger die Körperschaftssteuer abführt.

Finden Sie Ansässigkeitsbescheinigung online auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen: https://service.bmf.gv.at/service/anwend/formulare/show_mast.asp?s=ZS-A

WICHTIG: Die Ansässigkeitsbescheinigung muss unbedingt die Steuernummer enthalten. Mit dieser kann die Quellensteuer minimiert werden.

Die Formulare zur Entlastung von ausländischen Quellensteuern (die jeweils vom ausländischen Amt zur Verfügung gestellt werden) finden Sie online auf der Seite des Deutschen Bundeszentralamtes für Steuern: http://www.steuerliches-info-center.de/DE/AufgabenDesBZSt/AuslaendischeFormulare/Quellensteuer/quellensteuer_node.html

TIPP: In manchen Fällen ist es möglich, sich über die Steuererklärung die zu viel bezahlte Quellensteuer zurückzuholen.

Besser zu viel als zu wenig Information. Natürlich gilt das auch für „einfache“ Arbeitnehmer. Das wohl wichtigste, das Arbeitnehmer wissen müssen, ist, dass sie nicht für das Abführen der Quellensteuer (Einkommenssteuer) zuständig sind. Diese Verantwortung können Sie an den Arbeitgeber weitergeben. Sollten Sie Anleger, Künstler, Sportler oder Aufsichtsrat sein, sieht die Sachlage wiederum ganz anders aus. Dann sind Sie sehr wohl zur Abgabe verpflichtet. Mehr Informationen können Sie sich online auf der Seite der Österreichischen Wirtschaftskammer unter https://www.wko.at/service/steuern/int_Quellensteuern.pdf holen.

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.