Kirchenbeitrag

 

Das Wichtigste in Kürze
  • Auszubildende, Schüler, Studierende sowie jene die kein regelmäßiges Einkommen beziehen, sind mit entsprechender Bestätigung vom Kirchenbeitrag befreit.
  • In der katholischen Kirche beträgt der Kirchenbeitrag 1,1 % des steuerpflichtigen Einkommens abzüglich eines Absetzbetrages von 56 EUR. (Stand 2019)
  • Bei Selbstständigen bildet die Bemessungsgrundlage das jährliche Einkommen laut Steuerbescheid des vergangenen Jahres.

Kirchenbeitragsrechner

Der Kirchenbeitrag in Österreich

Die Kirche ist ein fester Bestandteil in unserer Gesellschaft. Um sich finanzieren zu können, erhebt die Kirche einen Kirchenbeitrag.

Seit wann gibt es den Kirchenbeitrag?

Gesetzliche Grundlage für die Erhebung dieses Kirchenbeitrags ist das „Gesetz über die Erhebung von Kirchenbeiträge im Lande Österreich“ aus dem Jahre 1939. Es diente als Ersatz für die Beschlagnahme des Religionsfonds und die Abschaffung der staatlichen Zuschüsse. Dieses Gesetz wurde auch in der Nachkriegszeit beibehalten. Daraus folgend entstand eine Kirchenbeitragsordnung, die Erhebung des Kirchenbeitrags beinhaltet.

Wer muss zahlen?

Die Kirchenbeitragsordnung (KBO) richtet sich an alle Katholiken ab dem 20. Lebensjahr. Sie werden schriftlich über die Zahlung des Kirchenbeitrags informiert. Die Person muss in der Diözese wohnhaft sein und über ein Einkommen verfügen. Zielgruppen, die kein oder nur ein geringes Einkommen haben, werden entweder vom Kirchenbeitrag freigestellt oder bezahlen nur einen geringen Beitrag. Dies betrifft beispielsweise Schüler und Studierende, Lehrlinge, Zivil- und Grundwehrdiener oder Bezieher von Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosenunterstützung und Ausgleichszulage.

Wie wird der Kirchenbeitrag berechnet?

Für die Berechnung des Beitrags bildet das Bruttojahreseinkommen die Grundlage. In der katholischen Kirche beträgt der Kirchenbeitrag 1,1 % des steuerpflichtigen Einkommens abzüglich eines Absetzbetrages von 56 EUR. (Stand 2019). Über den gültigen Mindestbeitrag informiert jede Kirchenbeitragsstelle.

Welche Unterschiede gibt es bei Arbeitnehmern, Selbstständigen und Landwirten?

Für Landwirte gibt es einen gestaffelten Tarif, der sich am land- und forstwirtschaftlichen Einheitswert orientiert. Bei Pachtverhältnissen werden drei Viertel des vollen Einheitswerts dem Pächter, ein Viertel dem Verpächter zugerechnet, außer in einem Pachtvertrag ist etwas anderes festgelegt. Der Mindestjahreskirchenbeitrag für Landwirte beträgt 27,96 Euro. (Stand 2019)
Bei Arbeitnehmern wird das Bruttojahreseinkommen zur Berechnung zugrunde gelegt. Dies ergibt sich aus der Einkommenssteuererklärung des Vorjahres. Der Jahreskirchenbeitrag beträgt hier ebenfalls mindestens 27,96 Euro. (Stand 2019)

Für Selbstständige wie Kleinunternehmer oder Ein-Personen-Unternehmen kann der Beitrag unterhalb des Mindestkirchenbeitrags angesetzt werden. Dies ist von der Höhe des jährlichen Einkommens laut Steuerbescheid abhängig. Die Bemessungsgrundlage bildet das vergangene Jahr. Der Mindestbeitrag bei Selbstständigen beträgt 108 Euro. (Stand 2019)

Berechnungsbeispiel

Ein Arbeitnehmer hat ein Bruttojahreseinkommen von 45.000 Euro. Davon werden 1,1 Prozent berechnet und 56 Euro für den Absetzbetrag abgezogen.

1,1 % von 45.000 Euro = 495 Euro – 56 Euro = 439 Euro Summe des jährlichen Kirchenbeitrags

Ermäßigungen für den Kirchenbeitrag gibt es unter anderem für Alleinerziehende und für Kinder, die im Haushalt wohnen. Für Alleinerziehende beträgt die Ermäßigung derzeit 40 Euro.
Ein Kind bedeutet einen Abzug von 19 Euro. Das ergäbe in unserem Beispiel:

439 Euro – 40 Euro – 19 Euro  = 380 Euro jährlicher Kirchenbeitrag.

Über weitere Ermäßigungen informieren die Kirchenbeitragsstellen.


Wofür wird der Beitrag verwendet?

Der Kirchenbeitrag kommt zum größten Teil den Orten zu Gute. Ohne den Kirchenbeitrag wäre das gemeinschaftliche Leben so nicht möglich. Die Kirche begünstigt das soziale Zusammenleben durch eigene Einrichtungen. Viele Menschen finden Trost und Zusammenhalt in kirchlichen Gemeinden und bei kirchlichen Veranstaltungen.

Mit den eingenommenen Geldern finanziert die Kirche die grundsätzlichen Kosten der Diözesen. Dazu gehören die Gehälter der kirchlichen Mitarbeiter, die Förderung in kirchlichen Bildungseinrichtungen und auch die Finanzierung der Grundbedürfnisse der Seelsorge. Kirchliche Gebäude werden instandgehalten und Denkmäler restauriert. Dies belebt die Bauwirtschaft des Landes und somit den Arbeitsmarkt. Arbeitsplätze werden gesichert. Erhaltene Kirchen ziehen Touristen ins Land und fördern den internationalen Austausch sowie den Tourismus im eigenen Gebiet.

Von den Geldern bestreitet die Kirche Freizeitangebote für die Gemeinschaft jeglicher Generationen. Sie fördert die Kultur des Landes. Hilfebedürftige Menschen erhalten Unterstützung. Oftmals ist gar nicht erkennbar, wo kirchliche Arbeit stattfindet.

Im Bereich Jugend und Familie, in Beratungsstellen, im Pflegebereich oder gar bei Suchtproblemen und Weltanschauungsfragen stehen Sozialarbeiter, Psychotherapeuten, Ärzte und Lebensberater den Betroffenen zur Seite.

Zahlungsweisen

Besonders vorteilhaft ist die Einzugsermächtigung (SEPA-Lastschrift-Mandat). Damit erspart sich der Beitragszahler lästige Bankwege und Zahlscheingebühren. Die Kirchenbeitragsorganisation profitiert durch pünktliche Einnahmen und eingesparte Aussendungen, was wiederum allen Gläubigen zugute kommt. Im Normalfall wird ein Zahlungsschein zugesandt. Seit 2019 befindet sich ein QR-Code auf dem Zahlungsschein. Über diesen Code kann bequem per Handy oder Tablet bezahlt werden. Bei Nutzung der Einzugsermächtigung erhält der Zahlende einen einmaligen Bonus von 10 Euro.

Wann wird gezahlt?

Die Zahlung des Kirchenbeitrags erfolgt quartalsweise. Der Beitrag kann aber auch in monatlichen Teilbeträgen (z. B. Dauerauftrag), halbjährlich oder auf einmal bezahlt werden. Dies muss vorher mit der Diözese vereinbart werden.

Kann man den Kirchenbeitrag steuerlich absetzen?

Seit 2017 meldet die katholische Kirche real bezahlte Kirchenbeiträge automatisch an das Finanzamt. Wenn diese Meldung nicht erwünscht ist, muss ein Formular „Untersagung Datenübermittlung“ ausgefüllt und in der Diözese abgegeben werden. Allerdings ist dann der Kirchenbeitrag auch nicht mehr mit der Arbeitnehmerveranlagung bei der Einkommenssteuererklärung anrechenbar. Grundsätzlich ist seit 2017 ein Beitrag ab 400 Euro beim Finanzamt absetzbar.

Noch Fragen?

Unter dem Link https://www.katholische-kirche-steiermark.at/portal/kirchenbeitrag/faqs gibt es weitere Hinweise zum Kirchenbeitrag, z. B. Möglichkeiten der Ermäßigungen, Fragen zum Datenschutz oder wichtige Unterlagen für die Berechnung der Höhe des Beitrags.

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

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