Kapitalertragsteuer

Das Wichtigste in Kürze
  • Jeder Sparer muss Kapitalertragsteuer abführen
  • Unter bestimmten Voraussetzungen erhält man die abgeführte Kapitalertragsteuer zurück
  • Erträge im Ausland müssen selbständig versteuert werden
  • EU-Körperschaften sind von der KESt befreit

Die Kapitalertragsteuer in Österreich: Abgaben auf Kapitalvermögen

Kapitalertragsteuer
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Die Kapitalertragsteuer (KESt) ist eine Steuer, die auf alle Arten von Kapitalvermögen eingehoben wird. Sie betrifft jeden noch so kleinen Sparer, wobei es für eine Handvoll Arbeitnehmer und Pensionisten eine günstige Möglichkeit gibt, die von der Bank abgeführte Quellensteuer zurückerstattet zu bekommen.
Anders als die Einkommensteuer wird die Kapitalertragsteuer automatisch von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

Die Kapitalertragsteuer wird auch als Quellensteuer bezeichnet, da sie bei Erlösen im Inland direkt vom Kreditinstitut – also direkt an der Quelle – einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wird.

Es ist daher im Normalfall nicht notwendig, Einkünfte in der Arbeitnehmerveranlagung oder in der Steuererklärung anzugeben. Ausnahmen bestätigen die Regel
(siehe Rückerstattung der Kapitalertragsteuer). Dennoch gilt die KESt als Form der Einkommensteuer, und ist demgemäß im Einkommensteuergesetz 1988 (EStG), §§ 93 bis 96, geregelt.

Bankzinsen besteuert das Finanzamt mit 25 Prozent, bei allen anderen Einkünften aus Kapitalvermögen, zu denen beispielsweise Bezüge aus Aktien oder Gewinnanteile an einer GmbH gehören, werden 27,5 Prozent fällig.

Zum Kapitalvermögen gehören sowohl die Gewinnanteile an Wertpapieren als auch der Notgroschen am Sparbuch. Versteuert wird ab dem ersten Euro: Freibetrag gibt es bei der Kapitalertragsteuer keinen.

Diese Einkünfte zählen als Kapitalerträge:

  • Dividenden
  • Zinserträge durch Bankeinlagen
  • Gewinne aus dem Wertpapierverkauf
  • Kursgewinne mit Derivaten

Rückerstattung der Kapitalertragsteuer

Arbeitnehmer und Pensionisten erhalten die Kapitalertragsteuer auf Zinsen unter bestimmten Voraussetzungen wieder zurück.

Das Finanzamt zählt ein Netto-Gesamteinkommen von jährlich 11.000 Euro als steuerfreies Basiseinkommen. Für all jene, die nicht mehr als insgesamt 11.000 Euro (Einkommen inklusive Zinsen) erwirtschaften, ist es daher sinnvoll, Kapitalerträge mit der Einkommensteuer gegenzuverrechnen (= Regelbesteuerungsoption).

In diesem Fall haben Sie das Recht auf Rückerstattung der von der Bank einbehaltenen Kapitalertragsteuer. Den Antrag auf Rückerstattung stellen Sie mit dem Formular E3 „Antrag auf Erstattung der Kapitalertragsteuer für Zinsen“.

Hinweis: Eine Rückerstattung der Kapitalertragsteuer gibt es lediglich für Erträge aus Zinsen! Bei sonstigen Erlösen gilt diese Regelung nicht.

Kapitalertragsteuer bei Erträgen im Ausland

Die Kapitalertragsteuer aus Zinserträgen oder Gewinnen im Ausland ziehen Kreditinstitute in der Regel nicht automatisch ab. Als steuerpflichtiges Einkommen ist es deshalb am Ende des Jahres mit der Einkommensteuererklärung zu versteuern. Der Kapitalertragsteuersatz von 25 oder 27,5 Prozent bleibt derselbe.

Abgabenlast mindern durch Gegenverrechnen von Gewinnen und Verlusten

Wer mit Wertpapieren handelt, rechnet nicht nur mit Erlösen, sondern stellt sich bei der Veräußerung auch auf Verluste ein. In diesem Fall ist es möglich, die Verluste mit den Gewinnen gegenzuverrechnen, sofern es sich um Gewinne und Verluste aus demselben Jahr, und um eine Besteuerung in derselben Höhe handelt.

EU-Körperschaften sind von der KESt befreit

Die Gewinne einer GmbH sind dann von der KESt – und damit von der Abfuhr an der Quelle – befreit, wenn die Dividenden empfangende Körperschaft seit mindestens einem Jahr zu mindestens zehn Prozent am Grund- und Stammkapital eine Beteiligung besitzt. Diese Regelung gilt lt. § 94 Z 2 EStG auch für Ausschüttungen an Muttergesellschaften im EU-Ausland.

Besteht der Verdacht auf Missbrauch, haben Banken und Kreditinstitute jedoch die Pflicht, die KESt abzuführen. Der Missbrauchsverdacht wird lt. Verordnung durch die Abgabe einer der folgenden Erklärungen entkräftet:

  • Die GmbH ist mehr als eine reine Vermögensverwaltung
  • Die GmbH beschäftigt mehrere Mitarbeiter
  • Die GmbH verfügt über eigene Betriebsräumlichkeiten

Mehr Informationen zum Thema KESt-Befreiung erhalten Sie im aktuellen Wartungserlass 2019 sowie beim Steuerberater Ihres Vertrauens.

News 2020: Befreiung von der KESt für ökologische und ethische Investitionen kommt nicht

Schlechte Nachrichten für all jene, die sich auf das Versprechen der Nicht-Besteuerung grüner Investments verlassen haben: Die KESt-Befreiung für ökologische und ethische Investitionen kommt im Jahr 2020 nun doch noch nicht. Als Grund nennt die Regierung die Corona-Krise, mit der andere Themen, vor allem Themen zur Gesundheit, aufgrund ihrer Dringlichkeit in den Fokus rücken.

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Claudia Felbermayer

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