Wohnkredit

Wo bekomme ich die beste Finanzierung

Wenn vom Wohnkredit die Rede ist, dann meint man in der Regel eine Immobilienfinanzierung. Generell gibt es drei wichtige Formen des Wohnkredites: Das Bauspardarlehen, den Hypothekarkredit und das Wohnbaukonto. Ein Finanzmix aus verschiedenen Darlehensformen ist ebenso möglich. Machen Sie sich gemeinsam mit uns auf die Suche nach der richtigen privaten Immobilienfinanzierung.

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Soll ich oder soll ich nicht?

Stellen Sie sich vor der endgültigen Entscheidung folgende Fragen

Bevor Sie den Schritt in ein neues Leben im Eigenheim setzen, sollten Sie sich vorab einige wichtige Fragen beantworten:

1. Welcher Finanzierungsbetrag ist nach dem jeweiligen Haushaltseinkommen leistbar?

Maximale Kredithöhe berechnen

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Um einen ersten Eindruck von der für Ihr Haushaltseinkommen möglichen Kredithöhe zu bekommen, multiplizieren Sie einfach Ihr monatliches Netto-Haushaltseinkommen mit dem Faktor 95. Dieser errechnete Richtwert sollte bei einem Wohnkredit nicht überschritten werden.

Beispiel:

Monatlich netto 4.000,- EUR

4.000 x 95 = 380.000,- EUR

HINWEIS: Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen reinen Richtwert handelt. Die individuelle finanzielle Situation sollte immer mit einem Finanzierungsberater abgeklärt werden.

Fiktive Kreditrate berechnen

Mit dieser Berechnung können Sie herausfinden, welchen monatlichen Betrag Sie sich mit Ihrer Familie maximal leisten können.

Faustformel: Die monatliche Belastung darf nicht mehr als die Hälfte des monatlichen Familien-Nettoeinkommens ausmachen.

Beispiel:

Monatlich netto 4.000,- EUR

4.000 / 2 = 2.000,- EUR

Die monatliche Belastung sollte 2.000,- Euro nicht übersteigen.

TIPP: Wer auf Nummer sicher gehen will, der achtet darauf, dass die Rate nicht mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens ausmacht. Im Falle von 4.000 Euro Netto-Haushaltseinkommen wären dies dann rund 1.300 Euro. Auf diese Weise bleiben Sie auch flexibler, was Urlaube oder andere finanzielle Ausgaben betrifft. Lesen Sie dazu auch die Absätze: „Inwieweit sind Sie bereit, sich einzuschränken, um sich Ihre Traumimmobilie leisten zu können?“ und „Zinsrisiko vermeiden“.

Wohnkredit-Rechner verwenden

Sie wissen jetzt ungefähr, in welcher Preisklasse Ihre Immobilie sich bewegen sollte, um sie langfristig finanzieren zu können. Mit einem Online-Kreditrechner können Sie sich nun einen etwas genaueren Überblick über die monatliche Belastung und den Gesamtbetrag des Kredits zuzüglich Verzinsung verschaffen.

TIPP: Berechnen Sie den Betrag mit einem Mindest-Zinssatz von 4 % bei kurzer Laufzeit. Spätestens bei Antritt Ihrer Pension sollte der Kredit ausbezahlt sein.

2.   Inwieweit sind Sie bereit, sich einzuschränken, um sich Ihre Traumimmobilie leisten zu können?

Nach einer Online-Umfrage von immobilienscout24 schränkt sich die Hälfte der Befragten bewusst ein, um sich das erträumte Eigenheim leisten zu können. Das wird sich auch 2019 nicht ändern. Denn die Immobilienpreise in Österreich steigen weiterhin an. Wenn auch langsamer als die Jahre davor. Stellen Sie sich daher die Frage, inwieweit Sie bereit sind, sich einzuschränken bzw. worauf Sie bereit sind zu verzichten.

Burgenland und Steiermark holen auf

Die Bundesländer, die lange als Schlaraffenland für angehende Eigenheimbesitzer galten, ziehen im Jahr 2019 ihre Immobilienpreise an. Dafür bietet aber gerade das Burgenland auch weiterhin einzigartige Fördermöglichkeiten. Wer immer schon hier bauen oder kaufen wollte, sollte daher nicht mehr allzu viel Zeit verlieren. Außer, Sie warten auf die vielerorts herbeibeschworene Immobilienblase, die laut mancher Marktbeobachter schon bald auf unser Land hereinbrechen soll. Eine Schriftliche Anfrage hierzu wurde erstmals am 20.11.18 von Mag. Bruno Rossmann an den Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz gestellt, und am 18.01.2019 von Dr. Josef Moser beantwortet. Den veröffentlichten Zahlen des Antwortschreibens zufolge sieht es derzeit jedoch noch nicht so aus, als brenne der Hut. Wobei diese Zahlen noch nichts über das Jahr 2019 aussagen, und hier in den Medien schon jetzt von einer stagnierenden Nachfrage gesprochen wird.

Die österreichweite Preisentwicklung für Grundstücke, Häuser und Wohnungen bringt Ihnen die Statistik Austria anhand von Grafiken näher.  Ebenfalls dort (unter Reiter „Pressemitteilungen“ nachzulesen: Bis vor zwei Jahren stiegen die Preise besonders stark in Wien und Westösterreich an. Ob das bedeutet, dass auch bei uns bald – so wie in Deutschland – Menschen zu Massen aus den Metropolen flüchten?

Eine weitere Frage, um sich den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen ist diese:

3.   Inwieweit sind Sie bereit, den Ballungsräumen auszuweichen?

Es ist kein Geheimnis, dass ein großer Teil der Immobilienkäufer auf günstiges Umland ausweicht. Diesbezüglich ist auch Landflucht ein Thema. Da die Kaufpreise in Ballungszentren wie z.B. Wien weiterhin steigen, wird der Kauf einer Immobilie in dieser Gegend zunehmend unattraktiv. Günstig sind Immobilien fernab vom Schuss, beispielsweise in Teilen Burgendlands, der Steiermark und im Waldviertel, jedoch holen auch diese eher günstigen Bundesländer bei den Immobilienpreisen kontinuierlich auf.

Schuld an der hohen Preispolitik sind Spekulationen. Das gilt nicht nur für Mietpreise. Neben Wien besonders betroffen sind Gegenden in Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz.

4. Ist Kauf für Sie wirklich besser als Miete?

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Nicht immer zieht das Argument der Mietersparnis. Wird diese nämlich durch andere Ausgaben wieder aufgezehrt, sparen Sie sich mit dem Kauf eines Hauses rein gar nichts. Eher das Gegenteil ist der Fall. Setzen Sie daher bei dieser Frage unbedingt die Gesamtkosten dem Mietpreis gegenüber. Vergessen Sie dabei auch nicht die Heizkosten oder regelmäßig anfallende Reparaturen miteinzurechnen. So viel Transparenz und Ehrlichkeit muss sein: In den meisten Fällen werden Sie sich nichts ersparen, sondern ordentlich draufzahlen. Irgendwie auch logisch: Ein Haus kauft man sich einfach nicht, um sich damit Geld zu ersparen. Experten sehen das genauso. Sie sind der Ansicht, dass das Mieten derzeit günstiger ist, als Kaufen. Der Erwerb einer Immobilie amortisiert sich demnach erst nach 30 Jahren. Aber Achtung: eine ausbezahlte Immobilie sorgt auch für eine angenehme Pension, weil die Kosten für Wohnen auf ein Minimum reduziert werden.

INFO: Ein Beispiel: Wer 30 Jahre lang 300,- EUR anspart bei einem aktuellen Top Sparzins von 1,9% erhält rund 145.000,- EUR ausbezahlt. Wer aktuell mit realistischen 2% Zinssatz finanziert und 300,- EUR monatlich Kreditrate bezahlt, erhält dafür eine Kreditsumme von rund 83.000,- EUR. Das ist eine Differenz von 62.000,- EUR zugunsten des Sparens. Berücksichtigt man aber den Mietpreisanstieg mit 1,3% (sehr niedrig angesetzt) wird aus einer Mietwohnung die heute mit 500,- EUR monatlich angesetzt wird in 30 Jahren erstaunliche 953,77 EUR! Die Mieten werden sich also in 30 Jahren fast verdoppeln, was wiederum einen großen Pluspunkt für das Eigenheim darstellt.

Überdenken Sie Ihre Lebensplanung

Wie wird Ihr Leben in fünf oder zehn Jahren aussehen? Klar kann man das nicht so genau sagen. Aber grundsätzlich können Sie so einmal herausfinden, ob Sie ein „geeigneter“ Immobilienbesitzer sind. Wenn Sie nämlich vorhaben, viel zu reisen und sich die Welt anzusehen, sollten Sie sich genau überlegen, ob beide Träume – das Haus und die Reisen – finanzierbar sind. Mit der oben genannten „Drittel Regel“ vom Haushaltseinkommen, kann man beides vereinbaren. Man sollte die Grenzen des möglichen nicht immer zur Gänze ausloten sondern lieber mehr Spielraum für andere finanzielle Wünsche lassen.

TIPP: Noch bevor Sie zuschlagen

Wertschätzung: Entspricht der Wert der Immobilie dem aktuellen Marktwert?

Lassen Sie Ihre gefundene Immobilie auf ihren tatsächlichen Wert schätzen. Ein Wertgutachten wird von Immobilienmaklern, unabhängigen Sachverständigen und Banken erstellt.

Wohnkredit vergleichen

Diese Punkte sollten Sie beim Vergleich im Auge behalten:

Sie sind also davon überzeugt, der geeignete Immobilienbesitzer zu sein? Bevor Sie sich nun jedoch auf die Suche nach dem besten Angebot machen, merken Sie sich folgende vier Punkte:

  • Bearbeitungsgebühren
  • Kontoführungsgebühren
  • Versicherungen
  • Schätzkosten

Diese vier Punkte sind meist mit der Bank verhandelbar.

Dabei spielt auch Ihre Bonität eine Rolle: Je besser Ihr Leumund, desto besser sind die Rahmenbedingungen für den Kredit. Das Einsparungspotenzial liegt bei unserem angenommenen Kredit von 300.000,- Euro bei rund 30.000,- Euro.

Bearbeitungsgebühren beim Wohnkredit

Die normalen Kosten für die Bearbeitungsgebühr schwanken zwischen 0,5% und 3%. Die Banken sind dabei völlig im Recht. Eine Klage gegen Bearbeitungsgebühren hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) bereits verloren. Es liegt also an Ihnen, sich auf die Suche nach dem Finanzierer zu machen, der Ihnen gute Konditionen bietet. Hier liefern ungebundene Finanzierungsberater großartige Dienste. Sie teilen sich die Bearbeitungsgebühr mit der Bank und helfen dabei Geld und Zeit zu sparen. Durch Ihre ungebundenheit gegenüber den Banken und ihrer Erfahrung wissen sie genau, bei welcher Bank der Kunde die besten Konditionen mit seinen Voraussetzungen bekommt. Denken Sie dabei nochmals an unterschiede von Gesamt bis zu 30.000,- EUR. Der Wert eines schönen Mittelklassewagens!

Kontoführungsgebühren

Wie bei der Bearbeitungsgebühr ist auch das Einheben der Kontoführungsgebühr völlig rechtens. Der Betrag bewegt sich zwischen 4 und 16 Euro pro Quartal.

Schätzkosten

Diese werden für den unabhängigen Gutachter benötigt, der die Immobilie schätzt. Sie sind sehr unterschiedlich, belaufen sich bei einem großen Haus aber auf rund 700,- EUR.

Versicherungen für den Wohnkredit

Der Vergleich von Kreditrestschuldversicherungen und Risikolebensversicherungen zahlt sich aus. Auch hier können Sie noch einmal kräftig sparen.

Tilgungsträger überprüfen

Überprüfen Sie, ob es sich beim angebotenen Kredit um ein endfälliges Darlehen handelt. Als Tilgungsträger kommen Anleihen, Anleihenfonds, Lebensversicherungen und Aktienfonds-Sparpläne infrage. Hierbei ist aber zu beachten, dass bei allen flexiblen Sparformen zusätzliches Zinsrisiko in die Finanzierung kommt. Es darf niemals mit höheren Zinssätzen als den garantierten Mindestzinssätzen kalkuliert werden.

Zinsrisiko vermeiden / keine Währungsrisiken eingehen

Zur Verringerung dieser Risiken gehören folgende Punkte:

  • Entscheiden Sie sich für einen Eurokredit, um dem Zinsrisiko  der zu entgehen, dem Sie beim Abschluss eines Fremdwährungskredites ausgesetzt sind.
  • Entscheiden Sie sich für eine Fixverzinsung. Das erspart Ihnen das Risiko, das schnell steigende Zinsen mit sich bringen könnten. Eine Fixzinsgarantie auf über 20 Jahre bietet beispielsweise die Sparkasse an.
  • Fragen Sie auch ruhig nach dem bankeneigenen Zinsrisiko-Management.
  • Bei variabler Verzinsung: Niedrigzinsen bleiben nicht für immer. Bleiben Sie daher bei einem langfristig finanzierbaren Betrag, den auch bei einer Zinserhöhung leicht bezahlen können. Derzeit gibt es bereits eine Tendenz in Richtung Zinserhöhung.

Nebenkosen

Vergessen Sie nicht, zusätzlich zu den Kosten des Hauses auch die Nebenkosten zu berücksichtigen!

Machen Sie sich auf die Suche nach dem richtigen Anbieter

Verlassen Sie sich niemals auf das Angebot einer einzigen Bank: Vergleichen Sie so viele Angebote wie möglich!

Einen Wohnkredit zur privaten Immobilienfinanzierung erhalten Sie in Österreich von:

  • Banken
  • Bausparkassen
  • Förderstellen
  • Ungebundene Finanzierungsberater

Die Höchstbeträge sind dabei von Anbieter zu Anbieter verschieden.

Banken

Die klassische Art, um zu einem Kredit zu kommen, ist der Gang zur Bank. Das sind die bekanntesten Banken in Österreich:

  • Volksbank
  • Bank Austria UniCredit
  • Hypo je Bundesland
  • Bawag PSK
  • Oberbank
  • BKS
  • Anadi Bank

Neue oder unbekanntere Banken in Österreich:

  • Easybank
  • WSK

Die 4 Bausparkassen in Österreich

  • Wüstenrot
  • Raiffeisen
  • Sparkasse
  • Start-Bausparkasse

Förderstellen

Die Förderstellen in Österreich, aufgelistet nach Bundesland, finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

Ungebundene Finanzierungsberater

Am Markt gibt es einige wenige kompetente und seriöse Finanzierungsberater, die Ihre Arbeit von der FMA kontrollierten Bedingungen durchführen und Ihren Kunden einen echten Mehrwert liefern.

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Wohnkredit und Steuer

Kredite zur Wohnraumschaffung können Sie von der Steuer absetzen. Auch hier kann der Weg zum Finanzierungsberater helfen oder Sie besprechen die Möglichkeiten mit einem Steuerberater.

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

Hinweis:

Der Artikel wurde sorgfältig recherchiert. Dennoch kann keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte und weiterführenden Links übernommen werden.

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