Studentenkredit

 

studentenkredit
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Wer in Österreich studiert, der benötigt durchschnittlich zwischen 650 und 950 Euro im Monat, um die laufenden Kosten und Ausgaben zu decken. In dieser Summe enthalten sind insbesondere die Lebenshaltungskosten, die Miete sowie Lehrmaterialien, die für das Studium benötigt werden. Zwar nutzen zahlreiche Studenten die Möglichkeit, sich durch einen Nebenjob Geld zu verdienen oder werden finanziell von den Eltern unterstützt. In nicht wenigen Fällen reichen diese Einnahmen jedoch nicht aus oder sind schlichtweg nicht vorhanden. Daher ist es für den Studenten wichtig, sich rechtzeitig über mögliche Finanzierungen zu informieren, die während des Studiums genutzt werden können. Eine dieser Finanzierungsvarianten ist der Studentenkredit, der von einigen Banken vergeben wird.

Laufzeit

12-120 Monate

Kreditbetrag

EUR 3.000 bis EUR 50.000 

Laufzeit

12-120 Monate

Kreditbetrag

EUR 4.000 bis EUR 75.000 

Laufzeit

12-120 Monate

Kreditbetrag

EUR 3.000 bis EUR 50.000 

Laufzeit

12-120 Monate

Kreditbetrag

EUR 4.000 bis EUR 30.000 

Laufzeit

24-120 Monate

Kreditbetrag

EUR 3.000 bis EUR 65.000 

Mögliche Einnahmequellen ausloten

Bevor Studenten sich für die Aufnahme eines Studentenkredits entscheiden, sollten zuvor mögliche andere Einnahmequellen ausgelotet werden. Zu diesen Einnahmen, die es im besten Fall sogar erlauben, auf den Studienkredit zu verzichten, gehören insbesondere:

  • Lohn durch einen Nebenjob
  • finanzielle Unterstützung der Eltern
  • Studentenbeihilfe
  • Stipendien

Die finanzielle Unterstützung der Eltern ist sicherlich die beste Form der Einnahmen, denn sie wird ohne Gegenleistung erbracht und erlaubt es Studierenden, sich voll auf das Studium zu konzentrieren. Ist diese Einnahme allerdings nicht vorhanden oder nur unzureichend, macht es durchaus Sinn, sich um einen Studentenjob zu kümmern. Sollte auch dies nicht möglich sein oder das Einkommen nicht ausreichend, gibt es in Österreich die Möglichkeit, eine sogenannte Studienbeihilfe zu beantragen. Diese ist im Grunde vergleichbar mit dem in Deutschland gezahlten BAföG, denn der Student hat so die Möglichkeit, eine finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Charakteristisch für die Studienbeihilfe ist, dass monatliche Zahlungen erfolgen, die der Studierende grundsätzlich frei verwenden kann. Somit kann ich Studienbeihilfe beispielsweise genutzt werden, um die Miete zu zahlen oder Lebensmittel zu kaufen, demzufolge den Lebensunterhalt zu finanzieren. Organisiert wird die Studienbeihilfe durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Dort gibt es eine eigene Studienbeihilfebehörde, die sich um alle Angelegenheiten rund um die Beihilfe für Studenten kümmert. Allerdings erhalten nicht alle Studenten diese Unterstützung, sondern es muss ein Anspruch auf Beihilfezahlung bestehen, der wiederum das Erfüllen bestimmter Voraussetzungen erfordert.

In erster Linie sind es die folgenden Voraussetzungen, die Studenten in Österreich erfüllen müssen, um die Studienbeihilfe zu erhalten:

  • Österreichische Staatsbürgerschaft vorhanden
  • EU-Bürger oder staatenlos
  • soziale Situation macht Studienbeihilfe erforderlich
  • Prüfung der familiären Situation, Familienstand und Größe der Familie
  • Einkommen der Eltern darf bestimmte Grenzen nicht überschreiten
  • Student ist noch keine 30 Jahre alt

Wichtig zu wissen ist ebenfalls, dass es für den Erhalt der Studienbeihilfe nicht ausreichend ist, dass Studenten die Kriterien einmalig erfüllen. Stattdessen müssen kontinuierlich Nachweise erbracht werden, damit die Unterstützung durchgehend in Anspruch genommen werden kann. Die Höhe der Studienbeihilfe richtet sich danach, wo der Student wohnt. Ist der Wohnort der gleiche, in dem auch die Eltern wohnen, werden maximal 475 Euro monatlich ausgezahlt. Alle anderen Studienorte, an denen Studenten wohnen, führen dazu, dass bis maximal 679 Euro gezahlt werden. Ist zudem ein Kind vorhanden, wird pro Kind eine Zahlung von zusätzlich 112 Euro vorgenommen.

Der Kredit für Studenten als Finanzierungsalternative

Immer dann, wenn die zuvor genannten möglichen Einnahmen nicht oder nur teilweise vorhanden sind, sodass sie nicht ausreichen, sämtliche Kosten abzudecken, bietet sich die Aufnahme eines Studentenkredites an. Sogenannte Studentendarlehen werden bei Weitem nicht von allen Banken in Österreich vergeben, aber es sind doch mittlerweile einige Kreditinstitute, welche diese Finanzierungsform zur Verfügung stellen. Eine wesentliche Eigenschaft des Studentenkredites ist gleichzeitig auch der Unterschied des Studienkredites zu gewöhnlichen Darlehen, wie zum Beispiel einem Ratenkredit der Bank.

Das charakteristische Merkmal eines Studentenkredites ist es, dass die Darlehenssumme in der Regel nicht einmalig ausgezahlt wird, beispielsweise in Höhe von 5.000 Euro. Stattdessen wird monatlich eine kleinere Summe ausgezahlt, wie zum Beispiel ein Betrag von 400 Euro. Dies ist beim Studienkredit äußerst sinnvoll, denn so können die laufenden Ausgaben, wie zum Beispiel der Lebensunterhalt oder auch Studiengebühren, durch den Kredit abgedeckt werden. Ein weiterer Vorteil des Studentenkredites besteht darin, dass die Rate in aller Regel variabel ist und die Auszahlung der monatlichen Beträge auch ausgesetzt werden kann. Dies ist zum Beispiel sinnvoll, falls der Student in den Semesterferien einen Nebenjob hat, sodass er während dieser Zeit keine Auszahlung durch den Studentenkredit benötigt.

Worin unterscheiden sich Studienkredite und worauf ist zu achten?

Wie eingangs erwähnt, sind es nicht besonders viele Banken, die einen Studienkredit anbieten. Trotzdem sollte sich der Student die Mühe machen, die Angebote miteinander zu vergleichen, da es durchaus Unterschiede zwischen den Krediten gibt. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf den zu zahlenden Zinssatz gelegt werden, denn natürlich kommt es bei manchen Studenten auf jeden Euro an. Aktuell sind die durchschnittlich zu zahlenden Kreditzinsen bei Studentendarlehen in Österreich durchaus auf niedrigen Niveau und bewegen sich je nach Anbieter zwischen drei und sieben Prozent. Immer häufiger kommt es unter anderem auf die Bonität des Studenten an, welcher Zinssatz veranschlagt wird.

Darüber hinaus haben die Banken natürlich einige Voraussetzungen, die Studenten erfüllen müssen, um den Kredit zu erhalten, insbesondere:

  • Wohnsitz in Österreich
  • Studium muss nachgewiesen werden
  • maximales Alter von 25 oder bis zu 30 Jahren
  • kein negativer Eintrag in Schuldnerverzeichnissen
  • Studium darf nicht schon seit X Jahren oder länger laufen

Ein weiterer Unterschied zwischen den Studentenkrediten, auf den die Kreditnehmer ebenfalls beim Vergleich achten sollten, besteht darin, wann die Tilgung des Darlehens erfolgen muss. Beim klassischen Studienkredit ist es meistens so, dass die Tilgung erst dann beginnt, wenn der Studium bereits beendet wurde. Die Unterschiede existieren meistens bei den Zinsen, denn bei einigen Studentenkrediten müssen diese sofort nach Abschluss des Darlehens gezahlt werden, während Kreditzinsen bei anderen Studentenkrediten erst dann anfallen, wenn das Studium beendet wurde, also dann prinzipiell zusammen mit der Tilgung geleistet werden.

Welche Vor- und Nachteile haben Darlehen für Studenten?

Grundsätzlich stellt der Studentenkredit oftmals für Studierende sogar die einzige Möglichkeit dar, die laufenden Kosten des Studiums abzudecken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Einnahmen durch einen Nebenjob, Unterstützung der Eltern oder Studienbeihilfe nicht vorhanden oder ausreichend sind, um alle Ausgaben abzudecken.

Davon abgesehen hat der Studentenkredit durchaus einige Vorteile, von denen Studierende profitieren, wie zum Beispiel:

  • Studentendarlehen ist unabhängig vom Einkommen der Eltern oder sonstigen Vermögen
  • aktuell günstige Zinsen schon ab etwa 3 %
  • flexible Gestaltungsmöglichkeiten, insbesondere bezüglich der Auszahlungssumme
  • Tilgung des Studentenkredites beginnt in der Regel erst nach Ende des Studiums
  • Zinszahlung öfter erst nach Studienende vorzunehmen
  • Sonderzahlungen im Normalfall jederzeit möglich
  • Studentenkredit schließt weitere Finanzierungsvarianten und deren Inanspruchnahme nicht aus
  • Bank gibt regelmäßig Auskunft über geänderten Zinssatz
  • letztmalige Auszahlung kann flexibel bestimmt werden, wobei diese normalerweise automatisch nach Ende des Erststudiums endet
  • Aussetzen der Auszahlung beim Studentenkredit jederzeit möglich
  • bis zu knapp 700 Euro pro Monat erhältlich
  • im Idealfall kann Studienkredit alle laufenden Kosten durch monatliche Auszahlung abdecken

Neben den vorgenannten Vorteilen gibt es durchaus auch Nachteile, die Studenten vor der Aufnahme eines Studentenkredits beachten sollten, nämlich:

  • Keine Leistungspflicht der Bank, wenn benötigte Nachweise nicht erbracht werden
  • nach Ende des Studiums muss Tilgung nebst Zinszahlung erfolgen und stellt eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung dar
  • Altersbeschränkung des Studentendarlehens
  • regelmäßige Nachweise über Studium, beispielsweise durch Immatrikulationsbescheinigung erforderlich

Wer bietet in Österreich Studentenkredite an?

Wenn Studenten in Österreich einen Kredit aufnehmen möchten, also sich für ein Studenten kritisieren, gibt es nicht viele Banken, welche in dieser Kreditsparte tätig sind. Aktuell sind es insbesondere die folgenden Kreditinstitute, die einen Studienkredit anbieten:

  • Bank Austria
  • verschiedene Sparkassen
  • Santander Consumer Bank
  • ING-DiBa Austria
  • SWK Bank
  • BAWAG PSK
  • Studienabschlussdarlehen der Studentischen Darlehnskasse e.V.

Zwischen diesen Anbietern sollten Studenten unbedingt einen Vergleich durchführen, denn nicht nur bezüglich des zu zahlenden Zinssatzes gibt es einige Unterschiede.

Kann der Online-Kredit eine Alternative sein?

Grundsätzlich sind Studenten natürlich nicht dazu verpflichtet, sich für einen speziellen Studentenkredit zu entscheiden. Daher stellt sich mitunter die Frage, ob auch ein gewöhnlicher Online-Kredit eine Alternative sein kann. Grundsätzlich ist es allerdings in den meisten Fällen so, dass ein gewöhnlicher Ratenkredit bzw. Online-Kredit keine gute Lösung ist. Der Hauptgrund besteht darin, dass die Zahlung der Zinsen und die Tilgung bei einem normalen Online-Kredit sofort nach Auszahlung der Darlehenssumme beginnen. Für Studenten würde dies jedoch eine zusätzliche Belastung bedeuten, sodass der Sinn und Zweck der Finanzierung während des Studiums nicht erfüllt wäre. Daher bietet es sich tatsächlich an, dass sich Studenten ausschließlich für eine spezielle Studentendarlehen entscheiden.

Quellen:
http://www.studieren.at/studienfinanzierung
http://www.mytoday.at/studentenkredit-angebote-fur-studenten/
https://www.geldjournal.at/studentenkredit-geld-fur-das-studium/

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.