Schweizer Franken Kredit

Der Fremdwährungskredit hat sich während und nach der Finanzkrise in Europa keinen guten Namen gemacht. Und das zurecht. Es gibt zwar noch einige Kreditnehmer, die sich für einen Fremdwährungskredit interessieren – Banken und Unternehmer beispielsweise – aber auch hier spielt der Schweizer Franken eher eine Nebenrolle.

optifin banner

Ein Blick in die Medien

Die Redaktion von Finavo hat sich auf die Suche nach den aktuellsten Artikeln renommierter Zeitschriften und Magazine begeben, um herauszufinden, was sie zum Thema Schweizer Franken Kredit zu sagen haben. Was sagen einzelne Magazine zum Schweizer Franken? Und was sagen sie zum Fremdwährungskredit generell? Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf einige Artikel aus dem Jahr 2017 werfen:

chf-eur-kredit-umschuldung
Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 85373459 Copyright: g0d4ather

„Starker Schweizer Franken: Belastung für Häuslebauer steigt weiter“

titelt der Trend am 21. Februar 2017. Anneliese Proissl schreibt in dem Artikel darüber, dass der Schweizer Franken seit August 2017 an Wert gegenüber dem Euro zunimmt. Im Februar lag er bei 1,0635 Euro. Das macht den Kreditnehmern, die sich im Jahr 2008 auf einen Schweizer Franken Kredit eingelassen haben, zu schaffen. Sie zahlen für einen 100.000 Euro-Kredit bis zu 37.000 Euro mehr zurück. Als Lösung wird die Umschuldung in einen Eurokredit vorgeschlagen. Mehr dazu lesen Sie in der Online-Ausgabe des österreichischen Magazins „Trend“ unter: https://www.trend.at/finanzen/schweizer-franken/starker-schweizer-franken-belastung-haeuselbauer-7999052

Die Meinung der Redaktion: Auch die Redaktion von Finavo vertritt die Meinung, dass Kreditnehmer mit einer Umschuldung oft besser beraten sind. Suchen Sie alle benötigten Unterlagen zusammen, und machen Sie sich auf dem Weg zu Ihrer Hausbank. Da die Banken zur Aufklärung verpflichtet sind, werden Ihnen beim Wunsch auf Umschuldung bestimmt keine Steine in den Weg gelegt.

Verlassen Sie sich aber nicht nur auf Ihre Hausbank. Lassen Sie sich viele Angebote von unterschiedlichen Kreditinstituten machen, und entscheiden Sie sich für ein moderates Offert. Ein ungebundener Kreditvermittler kann Sie dabei kompetent unterstützen.

ACHTUNG! Es muss nicht unbedingt das günstigste Angebot das Beste sein!

Lassen Sie sich durch die Entschädigungszahlung nicht von der Umschuldung abhalten! Diese wird von den meisten Banken verlangt, und macht einen gewissen Prozentsatz der Darlehenssumme aus.

HINWEIS: Besonders wichtig bei der Umschuldung sind die anfallenden Nebenkosten wie Freigabegebühren, Bereitstellungszinsen, Gerichtskosten und Notarkosten. Sie machen, je nach Darlehenssumme, einige hundert Euro aus.

Auch die Höhe der Nebenkosten sollte Sie nicht von der Umschuldung abhalten. Besonders nicht, wenn Sie vor rund zehn Jahren ihr Vertrauen in einen Schweizer Franken Kredit gelegt haben.

INFO: Es gibt Banken, die beim Wechsel einen Teil der Nebenkosten übernehmen.

Durch die heutige Niedrigzinspolitik ist ein Wechsel auf einen Euro-Kredit das Beste, das Sie machen können.

„Überhöhte Zinsen: 100.000 Frankenkredite betroffen“

ist die Überschrift eines Artikels des Kurier vom 29. Juni 2017. Hier ist möglicherweise eine gute Nachricht für so manche Schweizer Franken – Kreditnehmer enthalten. Die Höchstrichter des Obersten Gerichtshofes haben nämlich entschieden, dass auch negative Referenz-Zinssätze (Euribor, Libor) weiterverrechnet werden müssen. Heißt, dass sich bis zu 100.000 Schweizer Franken – Kreditnehmer die zu viel bezahlten Zinsen zurückholen können. Mehr darüber lesen Sie in der Online-Ausgabe des „Kurier“ unter: https://kurier.at/wirtschaft/ueberhoehte-zinsen-100-000-frankenkredite-betroffen/272.325.092

Die Meinung der Redaktion: Negativzinsen werden vom Gläubiger an den Schuldner bezahlt. Theoretisch. In der Praxis passiert das selten. Mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofes sind Banken nun verpflichtet, Negativzinsen tatsächlich an den Schuldner zu entrichten. Sollten Sie einen alten Schweizer Franken Kredit besitzen, zahlt es sich aus, von Ihrer Bank die Rückerstattung der negativen Referenz-Zinssätze zu fordern.

 „Wie ein Fremdwährungskredit zum teuren Streitfall wurde“

ist der Titel einer Handelsblatt-Ausgabe vom 01.10.2017. Mark Fehr erzählt die Geschichte eines Anlegers und Finanzsachverständigen mit dem Namen Bernhard Costa, der sich im Jahr 2008 einen Fremdwährungskredit in Japanischen Yen aufnimmt, um kurz danach auf einen Schweizer Franken Kredit zu wechseln. Das war zu einer Zeit, als der Kurs des Schweizer Franken bei 1,5569 Euro lag. Ein Gewinn für den Anleger. Kurz darauf folgt die Finanzkrise. Ab diesem Zeitpunkt schlittert Costa ins Minus. Die Bank verweigert ihm den Wechsel in Yen und Dollar. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit willigte Costa ein, mit finanziellen Einbußen in Euro umzuschulden.

Mehr dazu lesen Sie in der Online-Ausgabe des Magazins „Handelsblatt“ hier: http://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/frustrierter-bankkunde-wie-ein-fremdwaehrungskredit-zum-teuren-streitfall-wurde/20396218.html

Die Meinung der Redaktion: Sogar ein Finanzexperte konnte die Berechnungen, welche die Bank durchgeführt hatte, nicht durchschauen. Daher raten wir Privatpersonen ohne Erfahrung vom Schweizer Franken Kredit ab.

schweizer-franken
Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 206242219 Copyright: swisshippo


Mehr Informationen zum Schweizer Franken Kredit

Für mehr Informationen über den Schweizer Franken Kredit können Sie sich das Aufklärungsvideo des „Standard“ mit dem Titel „Fremdwährungskredite einfach erklärt“ in youtube ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=8X_baH9WztI

Besonders gut erklärt wird der Fremdwährungskredit im Allgemeinen in einem Video vom Verein für Konsumentenschutzinformation hier: https://www.youtube.com/watch?v=tEle1HihASs&t=190s

TIPP: Verlassen Sie sich bei der Suche nach Information immer nur auf seriöse Online-Plattformen wie folgende:

  • Verein für Verbraucherschutz
  • Arbeiterkammer
  • WKO
  • Konsument
  • gv.at
optifin banner

Aktueller Kurs EUR/CHF

Derzeit (03.10.2017) liegt der Schweizer Franken bei 1,14500 Euro. Der Trend geht aktuell in Richtung Verteuerung. Aber sehen Sie sich den aktuellen Stand mit unserem Währungsrechner selbst an.

Für wen lohnt sich ein Schweizer Franken Kredit?

Es gibt einige Banken, Unternehmer und Finanzexperten, die auch heute noch in den Schweizer Franken investieren. Sie sehen sich die aktuelle Kursentwicklung an, und schlagen zu, wenn der Franken fällt. Dass die Kursentwicklung sehr riskant ist, zeigt uns der Bericht über den österreichischen Anleger Costa, der trotz Erfahrung Verluste eingefahren hat.

Nicht einmal für Spekulationsgeschäfte eignet sich ein Schweizer Franken Kredit zum jetzigen Zeitpunkt. Natürlich könnte sich das Blatt auch ändern. Dazu müsste sich aber auch noch einiges in der Politik tun. Bis dahin raten wir Ihnen: Hände weg vom Schweizer Franken Kredit!

HINWEIS: Die Redaktion von Finavo rät grundsätzlich vom Schweizer Franken Kredit als reine Finanzierungsform ab.

So verändern sich die Zeiten: Der Fremdwährungskredit war einmal der Insidertipp für alle, die zu einem günstigen Kredit kommen wollten. Die Ironie des Schicksals wollte es anders: Viele bekamen einen viel zu teuren Kredit. Schuld trifft vorwiegend die Banken, die wenig Aufklärungsarbeit betrieben. Auslöser war eindeutig die Finanzkrise in Europa. Wie sich der Fremdwährungskredit, allem voran der Schweizer Franken Kredit, in Zukunft entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Heute entscheiden Sie sich als Kreditnehmer lieber für einen Eurokredit, der aufgrund der Niedrigzinspolitik ohnehin so günstig ist, wie nie zuvor.

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

Hinweis:

Der Artikel wurde sorgfältig recherchiert. Dennoch kann keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte und weiterführenden Links übernommen werden.

*Affiliate Links:

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Informationen neutral und ohne Werbezuschüsse zu recherchieren und unseren Lesern zur Verfügung zu stellen. Um das zu gewährleisten verwenden wir Affiliate Links.

Wenn Sie über diese Links surfen, erhalten wir Zuschüsse die das Portal unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

Nichts mehr verpassen Newsletter anmelden!

Ja, ich möchte einmal monatlich aktuelle Finanzinfos erhalten. Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

optifin-banner

Diese Webseite verwendet Cookies, um das beste Nutzererlebnis für Dich zu gewährleisten! Mehr erfahren