Sanierungskredit

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Sanierungskredit handelt es sich um eine spezielle Form der Baufinanzierung für Renovierungs- oder Sanierungsvorhaben.
  • Der Kredit ist zweckgebunden.
  • Vor Abschluss eines Kredits sollte man sich umfassend informieren, Vergleiche einholen und mit einem unabhängigen Finanzierungsexperten sprechen.

Vorab: Dieser Text handelt nicht von einem Sanierungskredit zum Ausgleich von Bonitätsproblemen. Im folgenden Text wird der Sanierungskredit als Finanzierungsmaßnahme von Renovierungs- oder Sanierungsvorhaben thematisiert.

Heutzutage gilt es mehr denn je, den Wert seines Eigentums zu erhalten oder im besten Fall zu erhöhen. Da es sich bei Gebäuden, Häusern und Wohnungen um stabile Anlageformen handelt, sind diese für Anleger besonders interessant.

Was ist ein Sanierungskredit?

Sanierungskredit
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Unter dem Begriff Sanierungskredit versteht man in Österreich die Finanzierung eines geförderten Modernisierungsvorhabens unterschiedlicher Projektgröße. Man spricht vom Sanierungskredit, wenn die geförderte Finanzierung zur Sanierung, Renovierung oder Modernisierung einer Immobilie vorgesehen ist.

In der Regel liegt die Laufzeit eines Kredits zur Haussanierung zwischen einem und sieben Jahren.

Sanierungskredit: Die Konditionen

Die Vergabe eines Sanierungskredits erfolgt zu fixen Konditionen. Während beim Immobilienkredit eine Neuverhandlung für die Abschlussfinanzierung erforderlich ist, sind beim Sanierungskredit alle Bestimmungen von vornherein festgelegt.

Die Zweckbindung beim Sanierungsdarlehen

Beim Sanierungskredit handelt es sich um einen zweckgebundenen Kredit. Das bedeutet, dass das Geld nur für die entsprechenden Maßnahmen an Haus oder Wohnung zu verwenden ist. Es muss sich um eine Maßnahme handeln, die das jeweilige Bundesland als förderfähig ansieht. Welche Sanierungsmaßnahmen aktuell als förderfähig gelten, kann auf folgenden Seiten nachgelesen werden:

förderbare Sanierungsmaßnahmen im Burgenland

förderbare Sanierungsmaßnahmen in der Steiermark

förderbare Sanierungsmaßnahmen in Niederösterreich

förderbare Sanierungsmaßnahmen in Oberösterreich

förderbare Sanierungsmaßnahmen in Kärnten

förderbare Sanierungsmaßnahmen in Salzburg

förderbare Sanierungsmaßnahmen in Tirol

förderbare Sanierungsmaßnahmen in Vorarlberg

förderbare Sanierungsmaßnahmen in Wien

So überprüft die Bank die Verwendung

Auch, wenn die Bank die Verwendung des Geldes in der Regel nicht kontrolliert, schließt sie einen Missbrauch aus, indem sie einen Sanierungskredit nur an Immobilienbesitzer ausbezahlt. Der Besitz der Immobilie wird durch den Grundbucheintrag nachgewiesen. Ebenfalls verlangt die Bank in vielen Fällen, dass der Kreditnehmer selbst in der Immobilie wohnt, wenn er einen Sanierungskredit in Anspruch nehmen möchte.

Für wen ist ein Sanierungskredit geeignet?

Gewerbliche Bauträger verwenden den Sanierungskredit zum Ausbau von vorhandenen Objekten, Privatpersonen nutzen den Kredit zur Sanierung ihres Hauses oder einer Wohnung.

Kreditinstitute vergeben einen geförderten Sanierungskredit an Privatpersonen, die Unionsbürger sind und ihren Hauptwohnsitz modernisieren wollen. Seit geraumer Zeit können auch gewerbliche Bauträger ein gefördertes Sanierungsdarlehen erhalten; nämlich dann, wenn sie ihr Vorhaben im Bundesland Niederösterreich durchführen und das Darlehen zur Belebung des Ortskerns nutzen.

Was kann man mit einem Sanierungskredit finanzieren?

Ein Sanierungskredit kann unterschiedliche Modernisierungsprojekte finanzieren. Wichtig ist dabei jedoch, dass es sich um ein Vorhaben handelt, dass im jeweiligen Bundesland als förderbar angesehen wird.

Modernisierungsmaßnahmen

Ob das Einsetzen neuer Fenster, den Ausbau oder eine Sanierung des Daches; früher oder später fallen bei jeder Immobilie Arbeiten zur Modernisierung an. Renovierungen bzw. Modernisierungen wie etwa der Ausbau einer Dachgaube oder die Erneuerung des Daches haben in den meisten Fällen auch eine Wertsteigerung zur Folge.

Energiesparmaßnahmen

Gebäude, insbesondere Altbauten, unterliegen unter gewissen Umständen der Verpflichtung zur Umsetzung diverser Energiesparmaßnahmen. Zu den aktuell förderbaren Energiesparmaßnahmen zählen unter anderem die Heizungssanierung, oder die Erneuerung der Fassadendämmung.

Maßnahmen zur Schaffung von Wohnraum

Viele Bundesländer, darunter beispielsweise das Burgenland, fördern die Schaffung von Wohnraum durch Zu- oder Ausbau im Altbestand.
Für diverse andere Ausgaben in Zusammenhang mit dem Eigenheim wie beispielsweise dem Kauf neuer Einrichtung oder das Tapezieren gibt es eigene Renovierungskredite.

Arten des Sanierungskredites

Ein Sanierungskredit kann von verschiedenen Institutionen genehmigt werden, was dazu führt, dass man den Sanierungskredit noch einmal in unterschiedliche Kategorien unterteilen kann.

Grundsätzlich gibt es folgende Varianten:

Sanierungskredit der Sparkasse

Meist führt der erste Weg zu einer Niederlassung der Sparkasse oder der Volksbank. Diese haben den Vorteil günstiger Zinsbedingungen aufgrund der derzeitigen Niedrigzinsphase. Ebenfalls bieten Sparkassen einen weiten Verhandlungsspielraum, um ideale Konditionen des Vertrags zu diskutieren.

Sanierungskredit der AWS

Bei der AWS handelt es sich um die österreichische Förderbank. Diese unterstützt zahlreiche Vorhaben; sie finanziert Bildungskredite ebenso wie die Immobiliensanierung. Die maximal beantragbare Summe liegt beim speziellen Kredit der Förderbank bei 50.000 Euro. Im Vorhinein sollte mit einem unabhängigen Experten unbedingt abgeklärt werden, ob der eigene Zweck der Finanzierung förderbar ist.

Sanierungskredit im gewerblichen Bereich

Vor allem im gewerblichen Bereich finden Sanierungskredite oft ihre Anwendung. Durch die erhöhte Bonität eines Unternehmens, ändern sich die Zinsbedingungen sowie der maximale Rahmen von eigentlich 50.000 Euro. Die maximale Kreditsumme kann dann bis zu 25 Millionen Euro betragen.

Sanierungskredit: Die Kosten

Die Kosten für einen Sanierungskredit sind von Bundesland zu Bundesland verschieden und richten sich danach, auf welche Art (Annuitätenzuschüsse, Zusatzförderungen, Boni, …) eine bestimmte Modernisierungsmaßnahme gefördert wird. Zur Verringerung der Kosten tragen beispielsweise Bonuszahlungen, Zusatzförderungen oder nicht rückzahlbare Förderbeträge bei.

Konkrete Angaben darüber, wie welches Sanierungsvorhaben in welchem Bundesland gefördert wird, können nur direkt von der jeweiligen Behörde, Abteilung Wohnbauförderung, gemacht werden.

Staatliche Förderung

Die staatliche Förderung ist beim Sanierungskredit ein wichtiges Thema. Rechtliche Rahmenbedingungen, um seine Haussanierung zu fördern, erweisen sich als äußerst kompliziert.

Möchte man sein Sanierungsvorhaben finanzieren, sollte man daher einen geschulten Experten zu Rate ziehen. Dieser zeigt unterschiedliche Möglichkeiten auf und informiert, welche Förderungen in Frage kommen, wie man die idealen Konditionen ausverhandeln- und dabei sogar noch Geld sparen kann.

Möchte man sich vor dem Gang zum Berater oder zur Bank erst selbst informieren, kann man sich online einen groben Überblick über Konditionen, Zinsen und Kosten machen. Mit einem Rechner ist es möglich, die ungefähren Kosten einzuschätzen. Dies kann bei der weiteren Vorgehensweise helfen.

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Claudia Felbermayer

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