Restschuld

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Restschuld ist nach der ersten Tilgungsrate stets niedriger als die Darlehenssumme.
  • Die Restschuld ist umso höher, je geringer der Tilgungssatz ist und umso kürzer die Laufzeit.
  • Die Umschuldung der Restschuld bei einer fremden Bank kann sich finanziell lohnen.

Die Restschuld bei einem Darlehen ist die noch offene Darlehenssumme ohne Zinsen. Von Monat zu Monat reduziert sich also die Restschuld, mit der Zahlung der Darlehensrate.

Was genau ist die Restschuld?

Jedes Darlehen, welches ein Konsument heute bei Banken aufnimmt, hat eine Restschuld. Es sind immer zwei Parteien bei einer Darlehensgewährung miteinander verbunden.

Restschuld
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Dabei handelt es sich um den Darlehensgeber (meist die Bank) und den Darlehensnehmer (der Kunde). Mit der Vergabe eines Darlehens wird die Bank zum Gläubiger und der Darlehensnehmer zum Schuldner. Der Gläubiger hat natürlich ein Anrecht darauf den geliehenen Darlehensbetrag zurückzuerhalten. Die aufgenommene Darlehenssumme wird auch als Darlehensschuld bezeichnet.

Jeden Monat muss der Darlehensnehmer diese Schuld in gleichen Raten zurückzahlen. Zu Beginn ist also die aufgenommene Darlehenssumme auch die Restschuld. Mit der Tilgung, also der Zahlung der monatlichen Raten, reduziert sich diese jedoch. Die monatliche Rate besteht aus der Tilgung der Darlehenssumme und den auf den Darlehensbetrag fälligen Zinsen.

Die Darlehenssumme, die nach Zahlung der monatlichen Raten, noch zu Buche steht, ist die jeweilige Restschuld. Die Restschuld ist also ab der ersten Tilgungsrate stets geringer als der Darlehensbetrag.

Ein Beispiel:
Darlehen zinslos: 10.000 €
monatliche Rate: 200 €
jährliche Tilgung: 2.400 €
Restschuld nach einem Jahr: 7.600 €

Nach einem Jahr beträgt die Restschuld für dieses Beispiel also 7.600 Euro.

Die Restschuld bei Immobiliendarlehen

Für Immobiliendarlehen hat die Restschuld eine besondere Bedeutung. Nach Ablauf der vereinbarten Tilgungszeit zu einem festgelegten Zinssatz muss in der Regel eine Anschlussfinanzierung der Restschuld vorgenommen werden.

Für die Berechnung der neuen Tilgungsraten ist es wichtig, die Höhe der Restschuld zu kennen. Für die eigene Finanzplanung ist die aktuelle Restschuld also besonders interessant, denn daraus bestimmen sich die neuen monatlichen Raten.

Die Höhe der Restschuld

Wer sich für sein neues Haus, ein größeres Projekt oder den Kauf eines größeren Objektes ein Darlehen aufnimmt, macht das häufig mit einem Annuitätendarlehen.

Der Zinssatz ist genau festgelegt und der Zeitraum fix vereinbart. Während der Laufzeit des Darlehens zahlt man feste monatlich Raten, die Annuitäten, zurück. Diese Annuität setzt sich aus dem Tilgungs- und Zinsanteil zusammen.

Am Ende des vereinbarten Tilgungs- und Zinszeitraumes bleibt ein Restbetrag übrig, den man Restschuld nennt. Dieser kann erneut mit einer Darlehensaufnahme finanziert werden oder aber umgeschuldet werden. Die Alternative ist die vollständige Rückzahlung der Restschuld.

Tipp: Im Falle einer plötzlichen Arbeitslosigkeit, einer Berufsunfähigkeit oder dem Tod kann man sich mit einer Restschuldversicherung absichern.

Die Restschuld ist also von zwei Faktoren abhängig:

  1. der Tilgungszahlung
  2. der Zinszahlung.

Die Restschuld ist umso höher, je geringer der Tilgungssatz ist und umso kürzer die Laufzeit. Wobei der Tilgungssatz der Betrag ist, der die Darlehenssumme reduziert.

Die Finanzierung der Restschuld

Wer ein Darlehen abgeschlossen hat, bei dem am Ende der vereinbarten Laufzeit noch eine Restschuld besteht, muss diese zurückzahlen. Dazu hat man drei Möglichkeiten:

  • die Anschlussfinanzierung
  • die Umschuldung
  • die vollständige Rückzahlung in einem Betrag.

Die Anschlussfinanzierung auch Prolongation genannt, bezeichnet die Weiterfinanzierung des Darlehens bei der Bank, dem Darlehensgeber. Allerdings müssen die Konditionen neu verhandelt werden.

Für die meisten Darlehensnehmer ist das die einfachste Möglichkeit der Restschuldfinanzierung. Schließlich muss man keine neuen Angebote für ein Darlehen einholen und miteinander vergleichen. Auch die Bonität wird meist nicht erneut geprüft. Der Bank ist der Darlehensnehmer ja schon bekannt, also muss die Eignung nicht erneut geprüft werden.

Doch oft ist diese Form der Finanzierung auch die Ungünstigste, da die Konditionen bei der gleichen Bank meist nicht so attraktiv sind wie bei einer fremden Bank. Sich um Angebote anderer Banken zu bemühen, kann sich also durchaus lohnen.

Die Umschuldung der Restschuld bei einer anderen Bank kann sich also durchaus lohnen, weil die Konditionen hier meist besser sind als bei der Hausbank. Im Einzelnen nimmt man also ein Darlehen bei einer neuen Bank auf und zahlt damit die Restschuld in einem Betrag zurück. Das Einsparungspotenzial ist hierbei oft sehr groß.

Auch wenn für das neue Darlehen nur um einige wenige Prozentpunkte niedrigere Zinsen berechnet werden, kann man trotzdem Euros im Tausender Bereich einsparen. Manchmal ist es deshalb sogar günstiger, ein laufendes Darlehen zu kündigen und die noch offene Restschuld zu begleichen.

Doch Achtung, hier wird eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, die man in seiner Rechnung berücksichtigen muss. Die Vorfälligkeitsentschädigung entschädigt die Bank für entgangene Zinsen.

Die Berechnung der Restschuld

Bei den derzeitigen niedrigen Zinsen beziehungsweise Negativzinsen, kann es sich lohnen, die teuren alten Kredite zu günstigen Konditionen umzuschulden. Langfristig bringt das ein kräftiges Plus auf dem Konto.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, eine höhere monatliche Tilgungsrate bei der Aufnahme des Darlehens zu vereinbaren. So ist das Darlehen schneller getilgt und die Restschuld auch rascher verkleinert. Doch man sollte beachten, dass man nur einen Rückzahlungsbetrag wählt, den man auch tatsächlich jeden Monat über einen längeren Zeitraum hinweg zahlen kann. Eventuelle Familienplanungen und damit verbundene Einkommenseinbußen beziehungsweise Kosten für den Familienzuwachs müssen berücksichtigt werden.

Wie sich die monatliche Rate auf die Berechnung der Höhe der Restschuld auswirkt, zeigt folgendes Beispiel:

  • Der Darlehensbetrag soll 100.000 Euro betragen und der vereinbarte Zinssatz beträgt 3,9 Prozent.
  • Die Laufzeit beträgt sieben Jahre und die monatliche Rate 500 Euro.
  • Nachdem die Laufzeit abgelaufen ist, beträgt die Restschuld 83.129 Euro.
  • Die Gesamtsumme für die siebenjährige Laufzeit beträgt 125.129 Euro.
  • Der Darlehensbetrag ist gleich geblieben, aber die monatliche Rate beträgt 1.000 Euro monatlich.
  • Nach Ablauf der sieben Jahre würde die Restschuld nur 34.629,10 Euro betragen und die Gesamtsumme 118.926,10 Euro.

Bearbeitungsgebühren wurden der Einfachheit halber nicht in die Berechnung mit einbezogen. Eindeutig nachweisbar ist also, dass die Höhe der Rate und der Tilgungssatz eine große Bedeutung auf den Restschuldbetrag haben.

Wie teuer ist eine Umschuldung?

Zunächst einmal kostet eine Umschuldung Zeit. Zeit die man benötigt, um alle erforderlichen Unterlagen zusammenzusuchen und Angebote einzuholen und zu vergleichen. Doch der Aufwand zahlt sich aus, wenn ein kostengünstiges Darlehensangebot von einer Bank vorliegt. Dazu kommen noch folgende Kosten:

  • Kosten für den Notar, die sich an der Darlehenssumme orientieren
  • Freigabegebühren
  • Gerichtskosten.

In Summe können diese Nebenkosten einige Hundert Euro ausmachen. Pauschal ist da keine Aussage möglich.

Vorfristig die Restschuld umschulden?

Natürlich ist es möglich, vorzeitig umzuschulden. Die meisten Banken verlangen dafür eine Entschädigungszahlung. Die Berechnung hängt von der Darlehenssumme ab. Doch auch der Zinssatz und die Tilgungsrate werden für die Berechnung herangezogen. Darüber hinaus werden folgende Kosten fällig:

  1. Notarkosten
  2. Gerichtskosten
  3. Bereitstellungszinsen für das neue Darlehen.

Auch hier kann kein Pauschalbetrag genannt werden. Je nach Bank fallen die Kosten unterschiedlich hoch aus.

Ob die Ersparnis die Nebenkosten tatsächlich aufwiegt, ist von entscheidender Bedeutung, wenn man eine Umschuldung der Restschuld in Betracht zieht. Nicht in jedem Fall ist das tatsächlich der Fall. Deshalb sollte genau gerechnet werden und im Zweifel ein Berater hinzugezogen.

Die intelligente Art seine Finanzen optimal im Griff zu haben ist, jederzeit zu wissen wie hoch die Restschuld ist.

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Birgit Wichmann

Birgit Wichmann

Birgit verfügt, neben ihrer Erfahrung als Texterin, über eine jahrzehntelange Erfahrung als kaufmännische Leiterin, Controllerin, Bankmitarbeiterin, Steuerberaterin und in der Entwicklung von Rechnungswesensoftware. Frankreich ist ihre große Liebe, nicht nur aufgrund des sagenhaften "Le savoir-vivre". In der Freizeit tourt sie mit dem Rad durch Kärnten, Slowenien und Italien oder versinkt in Büchern. Derzeit lebt Birgit in einem kleinen Herrenhaus am Dobratsch in Villach, aber auch in Frankreich in den sagenumwobenen Cevennen.

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