Kreditwürdigkeit

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Kreditwürdigkeit sagt aus, ob der Antragsteller eines Kredits für den angeforderten Kreditbetrag würdig ist. Sie besagt also, ob der Kreditnehmer voraussichtlich in der Lage dazu sein wird, sein aufgenommenes Darlehen auch ordnungsgemäß zu begleichen.
  • Banken sind als Kreditgeber dazu verpflichtet, die Bonität eines möglichen Kunden zu prüfen, bevor eine Finanzierung gewährt wird.
  • Durch die Abfrage beim KSV erhält der Kreditgeber einen guten Eindruck vom Zahlungsverhalten des Kreditsuchenden.

Dem Begriff der Kreditwürdigkeit kommt im Finanzierungsbereich ein sehr große Bedeutung zu. Allerdings darf man die Kreditwürdigkeit hierbei nicht mit der Kreditfähigkeit verwechseln, obwohl beide Begriffe grundlegende Voraussetzungen dafür sind, dass Banken einen Kredit oder ein Darlehen gewähren.

Kreditwürdigkeit – Kreditfähigkeit

Unter dem Begriff Kreditfähigkeit versteht man lediglich die gesetzlich geregelte Erlaubnis, als Person einen Kredit aufnehmen zu dürfen. Voraussetzung dafür ist in der Praxis das Mindestalter von 18 Jahren und die Geschäftsfähigkeit.
Die Kreditwürdigkeit sagt aus, ob der Antragsteller eines Kredits für den angeforderten Kreditbetrag würdig ist. Sie besagt also, ob der Kreditnehmer voraussichtlich in der Lage dazu sein wird, sein aufgenommenes Darlehen auch ordnungsgemäß zu begleichen. Im Finanzwesen wird die Kreditwürdigkeit auch als Bonität bezeichnet.

Kreditwürdigkeit in Österreich

Wie bereits erläutert, wird durch die Kreditwürdigkeit bestätigt, ob ein Antragsteller die nötigen Mittel besitzt, um einen Kredit oder ein Darlehen abzahlen zu können.
Das ermöglicht dem Kreditgeber – meist der Bank – abzuschätzen, ob dem Antragsteller der Kredit gewährt werden soll. Durch die Abfrage der Bonität wird für die Bank so das Risiko reduziert.

Prüfung der Bonität

Die Bonität wird von der Bank nach verschiedenen Kriterien bestimmt. Banken sind als Kreditgeber dazu verpflichtet, die Bonität eines möglichen Kunden zu prüfen, bevor eine Finanzierung gewährt wird.
Damit überhaupt eine Bonitätsprüfung von der Bank veranlasst wird, müssen zunächst folgende Informationen vom Kunden erfolgen:

  • Nachweis über den österreichischen Wohnsitz
  • Einkommensnachweise
  • gültiger Lichtbildausweis
  • Nachweis über ein aktives Girokonto

Wie die Kreditwürdigkeit eingestuft wird, hängt von der eigentlich Bonitätsprüfung ab, bei der der Kreditgeber ganz genau hinschaut. Folgende Punkte werden hier genauer berücksichtigt:

  • Familienstand – ledig, verheiratet, mit Kind/Kindern oder kinderlos
  • Bereits aufgenommene und aktive Kredite
  • Sicherheiten und Vermögenswerte
  • Einnahmen und Ausgaben in einer Haushaltsrechnung
  • Anstellungsart – Befristung, angestellt/freiberuflich
    Wohnsitz
Kreditwuerdigkeit
Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 188226997, Copyright: REDPIXEL.PL

Je nachdem, wie die Bank die Kriterien zur Prüfung der Bonität bewertet, ergibt sich am Ende eine Kennzahl, bzw. ein Rating.

In Österreich und Deutschland gibt es bei den meisten Banken zwei Säulen, durch die die Bonität des Kunden festgestellt wird:

Die erste Säule – Abfrage bei Gläubigerschutzverbänden

Hierbei handelt es sich um die Abfrage bei einer Auskunftei, bei der verschiedene Informationen über den Kreditnehmer gespeichert werden. In Österreich ist die Anlaufstelle zur Bonitätsprüfung der Kreditschutzverband KSV1870.
Dieser kann anhand von gespeicherten Daten aufzeigen, ob es sich um eine finanziell liquide Person handelt und ob es in der Vergangenheit schon einmal Probleme mit Krediten und Zahlungsrückständen gab. Durch die Abfrage beim KSV erhält der Kreditgeber einen guten Eindruck vom Zahlungsverhalten des Kreditsuchenden.

Kostenlose Bonitätsprüfung – KSV Selbstauskunft

Der KSV sammelt wirtschaftliche Daten von Personen und Unternehmen.
Diese Daten erhält der Kreditschutzverband von Kreditinstituten und Banken und gibt sie bei Anfrage auch wieder an diese weiter. Laut Datenschutz Grundverordnung hat man jedoch auch selber das Recht, einmal jährlich in die eigenen Daten einzusehen.
Es ist ratsam, dieses Angebot wahrzunehmen, vor allem wenn man im Begriff ist, eine Finanzierung zu beantragen. Durch die Abfrage wird man vielleicht auf fehlerhafte Daten aufmerksam und kann dafür sorgen, dass diese gelöscht werden.

Die zweite Säule – Das regelmäßige Einkommen

Bei der zweiten Säule der Bonitätsprüfung handelt es sich um ein möglichst regelmäßiges Einkommen. Dieses muss vom Kreditsuchenden nachgewiesen werden.

Einkünfte, die aus einer abhängigen, also nicht selbstständigen Tätigkeit, heraus resultieren, werden dabei bevorzugt. Oft wird auch eine gewisse Zeit der Firmenzugehörigkeit verlangt. Es kann also sein, dass man keinen Kredit bekommt, wenn man sich noch in der Probezeit befindet.

Kredit trotz schlechter Bonität

Gewährt eine Bank keinen Kredit, bedeutet das nicht, dass keine keine Hoffnung mehr bei anderen Banken besteht.
Im Zweifelsfall ist es die beste Lösung, zuerst bei einem unabhängigen Experten anzufragen. Dieser ist mit der Thematik und der Vorgehensweise von Banken vertraut und kann jemanden bei der Kreditsuche und der Wahl der richtigen Bank unterstützen. Es ist möglich, dass andere Banken oder Kreditinstitute die Kreditwürdigkeit anders bewerten und zumindest ein kleinerer Kreditbetrag gewährt wird.

Klein- und Sofortkredite ohne Bonitätsprüfung

Wird von einem Anbieter ein Sofortkredit ohne Bonitätsprüfung versprochen, klingt das fast zu gut um wahr zu sein. Man sollte in solchen Fällen allerdings skeptisch sein, und einen Finanzexperten zurate ziehen.

Vorsicht ist beispielsweise geboten bei:

  • Bearbeitungsgebühren, die im Voraus gezahlt werden sollen
  • Kostenpflichtigen Antragsunterlagen
  • Erreichbarkeit nur über kostenpflichtige Hotlines
  • Unrealistischen Versprechen zu Kreditzinsen oder Konditionen

Ist man sich nicht sicher, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt, sollte man am besten bei der Arbeiterkammer oder einem unabhängigen Finanzexperten nachfragen, ob man dem Angebot trauen kann. Die Arbeiterkammer führt zudem eine Liste, in der unseriöse Anbieter aufgelistet sind.

Tipps zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit

Eigenauskunft beim KSV einholen

Das eigene KSV-Rating zu kennen, ist der erste Schritt zur Verbesserung der Bonität. Wie bereits im Text erwähnt, hat jeder Österreicher einmal jährlich das Recht auf eine kostenfreie Selbstauskunft beim österreichischen Kreditschutzverband. Diese Auskunft kann einfach online über die Website des KSV abgefragt werden.
Ergibt die Prüfung, dass negative Einkünfte vermerkt sind, kann man diese überprüfen. Ist der Eintrag fälschlicherweise vorhanden oder nicht mehr aktuell, muss man beim KSV eine Löschung beantragen.

Konditionen anfragen, nicht Kredite

Häufige Kreditanfragen sieht der KSV nicht gerne. Für Kreditnehmer ist es dennoch wichtig, die Konditionen verschiedener Anbieter miteinander vergleichen zu können.
Bei einem Schreiben an die Bank sollte man dieses daher immer als “Konditionenanfrage” deklarieren, und nicht als “Kreditanfrage”.
Konditionenanfragen werden vom KSV nicht erfasst, haben jedoch den gleichen Zweck wie eine Kreditanfrage.
Die einfachste Lösung ist jedoch ein unabhängiger Vergleichsrechner, durch diesen werden keine Daten übermittelt und man spart eine Menge Zeit.

Unnötiges kündigen

Hat man zu viele Girokonten oder Kreditkarten, wird man vom KSV tendenziell schlechter beurteilt, da Personen mit mehreren Konten oftmals als wankelmütig gelten. Auch für den Kunden selbst ergibt sich aus den Konten oft kein weiterer Nutzen. Es ist ratsam, nicht mehr als zwei Kreditkarten und Girokonten gleichzeitig zu haben.

Ratenkäufe vermeiden

Der KSV ist nicht nur an großen Bankkrediten interessiert, sondern auch am allgemeinen Kaufverhalten des Kreditnehmers. Darum werden auch kleinere Ratenkäufe von Konsumgütern erfasst.
Auch wenn es verlockend ist, sich den neuen Fernseher oder das Möbelstück auf Raten zu kaufen, senkt der Kauf die Bonität. Muss man nämlich sogar kleine Anschaffungen per Kredit finanzieren, ist man in den Augen des KSV finanziell nicht gut aufgestellt.

Pünktliche Zahlungen

Laufende Kredite können sich grundsätzlich negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirken. Noch schlimmer ist es jedoch, wenn diese Kredite nicht ordnungsgemäß getilgt werden.
Es kann sich bei der erneuten Kreditvergabe negativ auswirken, wenn eine Bank bereits Mahnungen oder Zwangsvollstreckungen aussprechen musste.

Langfristige Faktoren

Dieser Punkt zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit lässt sich nicht rasch umsetzen, hat aber mitunter sehr große Auswirkungen auf das Image, das man der Bank von einem selbst vermittelt.
Die Kreditwürdigkeit wird nämlich in erster Linie von langfristigen Faktoren bestimmt, die beweisen, dass man mit Geld umgehen kann und dieses auch regelmäßig erwirtschaftet. Zu diesen Faktoren zählen etwa:

  • das Einkommen
  • die Art des Arbeitsverhältnisses
  • eventuelle Sicherheiten
  • Dauer der Kundschaft bei einer Bank

Natürlich ist es nicht schnell und einfach umzusetzen, wenn man das persönliche Einkommen erhöhen möchte. Als Kreditnehmer ist es jedoch von enormen Vorteil, wenn man sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis befindet. Es ist außerdem vorteilhaft, gewisse Vermögenssicherheiten aufzeigen zu können, die man sich aufgebaut hat.

Auch eine lange Mitgliedschaft bei einer Bank kann bei der Kreditvergabe Einfluss haben, denn die eigene Hausbank wird vermutlich eher dazu bereit sein einen Kredit zu vergeben, als eine andere.

Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Texten von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.

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