EURIBOR

Das Wichtigste in Kürze
  • EURIBOR steht für Euro Interbank Offered Rate
  • Unter dem EURIBOR versteht man einen Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander temporär (bis zu zwölf Monate) gegenseitig Geld leihen.
  • Der EURIBOR wird als Referenzzinssatz bei Krediten mit variabler Verzinsung herangezogen.

EURIBOR- Was ist das?

EURIBOR ist eine Abkürzung und steht für Euro Interbank Offered Rate.
Es handelt sich dabei um fünf verschiedene Zinssätze, die aus dem Durchschnitt der Zinssätze, zu denen sich ausgewählte Banken Europas für einen festgelegten Zeitraum mit höchster Bonität untereinander unbesicherte Kredite gewähren, entstehen.

Kurz gesagt: Unter dem EURIBOR versteht man einen Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander temporär (bis zu zwölf Monate) gegenseitig Geld leihen.

Euribor
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Er gilt als Referenzzinssatz für Produkte zur Anlage sowie Kredite und Darlehen mit einer variablen Verzinsung. Möchte man also beispielsweise einen Kredit zur Immobilienfinanzierung aufnehmen, wirkt sich der EURIBOR mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf die Konditionen, die man erhält, aus. Die europäischen Banken werden vom Beratungsausschuss der Europäischen Bankenvereinigung ausgewählt.

Entwicklungen und Prognosen des EURIBOR

Im folgenden wird erläutert, wie weit man die Entwicklung des EURIBOR vorhersagen kann und wann man beispielsweise von einem 3-Monats- EURIBOR spricht.

3-Monats- und 6-Monats-EURIBOR

Diese Begriffe beziehen sich lediglich auf die Zeiträume, in welchem sich die bestimmten Banken das Geld leihen. Maximal können das zwölf Monate sein. Demnach ist der 12-Monats- EURIBOR der längst mögliche.

Am üblichsten sind jedoch der 3- oder 6-Monats-EURIBOR. Ermittelt wird der Wert außerdem ebenfalls für eine Woche, für ein Monat und auch für zwölf Monate.

Möchte man einen Kredit zur Immobilienfinanzierung mit variabler Verzinsung aufnehmen, sollte man sich, abhängig von Bedarf, Möglichkeiten und Vorstellungen, für eine kürzere Laufzeit entscheiden.
Auf diese Weise wird das Zinsänderungsrisiko gesenkt. Je länger nämlich der Zeitraum, desto riskanter ist es, dass der EURIBOR und damit auch der Zins ansteigt.

Bei einer fixen Verzinsung ist es jedoch besser, niedrige Zinsen für eine möglichst lange Laufzeit zu sichern.

Aktueller und historischer EURIBOR

Den Banken werden die genauen EURIBOR-Werte täglich um elf Uhr vormittags von Reuters bekanntgegeben. Die Werte dürfen seit 2014 nur mit einer 24-stündigen Verzögerung veröffentlicht werden. Eine theoretische Beobachtung der Marktsituation bildet übrigens die Basis der EURIBOR-Werte.
Im Gegensatz dazu steht der Euro Overnight Index Average (EONIA), diesen legt man jedoch anhand von tatsächlichen Umsätzen fest.

Seit wann gibt es den EURIBOR?

Unter diesem Namen besteht der EURIBOR seit 1999. Davor gab es natürlich bereits Referenzzinssätze, diese waren jedoch nicht auf europäischer, sondern auf nationaler Ebene. Es gab beispielsweise die Vienna Interbank Offered Rate (VIBOR), die Frankfurt Interbank Offered Rate (FIBOR) und Zinssätze mit anderen Bezeichnungen.

Im Jahr 2015 fiel der 3-Monats-EURIBOR unter die 0%-Marke und ist nach wie vor auf einem historischen Niedrigniveau. Das bedeutet für Konsumenten, dass man als Kreditnehmer von den Zinsen profitiert.

Wovon ist die Zinsentwicklung abhängig?

Die Entwicklung von Zinsen kann man nur bis zu einem gewissen Punkt vorhersehen, da sie von vielen verschiedenen Faktoren abhängig ist.
So sind zum Beispiel Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) ausschlaggebend.
Die EZB entschied nach der Finanzkrise in den Jahren 2008/2009 die Zinsen zu senken. Das sollte den Wirtschaftswachstum ankurbeln, da durch die niedrigen Zinsen ein Anreiz gegeben wurde, mehr zu investieren und zu konsumieren.

Man sieht dadurch, dass der EURIBOR dadurch beeinflusst wird, wie viel Geld verfügbar ist. Auch politische Faktoren spielen bei der Zinsentwicklung eine wesentliche Rolle.
Ereignisse wie der Verlassen der EU von Großbritannien, die Handelskrise zwischen den USA und China oder die Unberechenbarkeit der Handelspolitik von Donald Trump erschweren die Prognosen wie sich Zinsen entwickeln werden. Auch die Auswirkungen dieser Aspekte auf die Zinssätze von Euro-Krediten sind schwer definierbar.
Zusammengefasst bedeutet das, dass man sich auf Prognosen, die weiter in die Zukunft reichen, nicht bedingungslos verlassen sollte, da man wirtschaftliche und politische Entwicklungen nicht immer planen kann.

Zinsen in Österreich

Während sich die einen über den niedrigen EURIBOR- Referenzzins freuen und einen Vorteil daraus ziehen, haben andere damit keine Freude.
Will man einen Kredit aufnehmen, kann man von den günstigen Zinsen profitieren.
Bei Sparern aber lohnen sich die niedrigen Zinssätze nicht, da sich das Vorhaben schon seit einigen Jahren nicht mehr wirklich lohnt.

Aktuell sind die Kreditzinsen in Österreich noch sehr niedrig. Denkt man also darüber nach einen Kredit aufzunehmen, sollte man das bald tun.
Früher oder später wird der EURIBOR wieder steigen und die Immobilienfinanzierung damit erschweren.

Wichtig zu wissen ist ebenfalls, dass variable Zinsen für einen Kredit nicht allein aus dem EURIBOR entstehen. Er dient zwar als Leitzins, es kommt jedoch noch der Bankenzinssatz bzw. der Bankenaufschlag hinzu.
Durch geschickte Verhandlung und gute Bonität kann man die Kreditverzinsung positiv beeinflussen und dafür sorgen, dass man bessere Konditionen bekommt.

Leitzins und Bankenaufschlag ergeben gemeinsam den variablen Nominalzinssatz. Das ist der Satz, den man als Kreditnehmer zurückzahlt.
Das zeigt, dass sich der EURIBOR auf beinahe jeden Kredit mit variablen Zinsen auswirkt, außer der Kredit orientiert sich an einem anderen Leitzins. Es lohnt sich also, die Entwicklung des EURIBOR zu beobachten.

Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Texten von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.

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