Kreditausfallversicherung


Eine Kreditausfallversicherung übernimmt die Zahlungen des Kreditnehmers, wenn dieser durch bestimmte Umstände unverschuldet zahlungsunfähig wird. Dabei schließt man die Versicherung für einen von drei Risikobereichen oder für alle drei ab. Die Kosten sollten dabei 10 % der Kreditsumme nicht überschreiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Kreditausfallversicherung übernimmt die Kreditraten des Schuldners, wenn dieser durch im Vertrag festgesetzte Umstände zahlungsunfähig wird
  • Wenn im Privatbereich von Kreditversicherung gesprochen wird, ist in der Regel die Kreditausfallversicherung gemeint
  • Zu den Varianten der Kreditausfallversicherung zählen die Ablebensversicherung, die Berufsunfähigkeits- und die Arbeitslosenversicherung
  • Häufig ist der Abschluss einer solchen Versicherung Voraussetzung für die Kreditvergabe

Arten von Kreditausfallversicherungen

Wenn in Österreich von Kreditversicherungen gesprochen wird, ist meist die Rede von Kreditausfallversicherungen. Eine generelle Kreditversicherung gibt es für den Konsumentenbereich nämlich gar nicht. Bei der Kreditausfallversicherung ist der Name Programm: Wenn der Kreditnehmer durch einen in der Polizze festgehaltenen Umstand zahlungsunfähig wird, übernimmt die Versicherung die monatlichen Raten. Dabei unterscheidet man zwischen diesen drei Versicherungsarten:

  • Ablebens- oder Risikolebensversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Oftmals wird ein Pauschalpaket aller drei Komponenten angeboten.

ACHTUNG: Jede Kreditausfallversicherung übernimmt die Ratenzahlung ausschließlich dann, wenn der Kreditnehmer UNVERSCHULDET und durch bestimmte, in der Polizze definierte Umstände zahlungsunfähig wird! Wer einfach schlecht haushält und dadurch die Rate nicht bedienen kann, erfährt keine Versicherungsleistung.

Ablebensversicherung

Eine Ablebensversicherung ist im Kreditkontext die einfachste und eindeutigste Ausfallversicherung. Sollte der Kreditnehmer oder einer der Kreditnehmer während der Laufzeit ums Leben kommen, so übernimmt die Versicherung die Rate beziehungsweise den entsprechenden Anteil. Die Ablebensversicherung wird häufig auch Risikolebensversicherung genannt. Sie schützt Angehörige davor, die Schulden des Kreditnehmers zu erben.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Weniger eindeutig verhält es sich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer eine solche Ausfallversicherung abschließt oder sie als Teil einer Pauschalversicherung beinhaltet sieht, sollte sich auf jeden Fall die Konditionen genau ansehen. Fragen, die man sich im Zusammenhang mit der Berufsunfähigkeitsversicherung stellen muss, sind:

  • Was wird unter Berufsunfähigkeit verstanden?
  • Welche anderen Berufe gelten als zumutbar, wenn ich nicht mehr fähig bin, meinen aktuellen Beruf auszuüben?
  • Wie wird mit vorübergehender Krankheit umgegangen, welche Fristen gelten?
  • Ist die Zahlungsverpflichtungder Versicherung auf eine bestimmte Zeit befristet?

Für Arbeiter und Angestellte gilt auf jeden Fall, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung erst zahlt, wenn dem Kreditnehmer keine Leistungen (durch den Arbeitgeber oder die Krankenkasse) zustehen. Das sind in der Regel sechs Wochen.

Arbeitslosenversicherung

Um die Zahlung des Kredits zu gewährleisten, kann man sich auch gegen Arbeitslosigkeit versichern. Hier muss aber von vornherein klar sein, dass der Versicherungsschutz ausschließlich bei unverschuldeter und unvorhersehbarer Arbeitslosigkeit greift. Saisonarbeiter zum Beispiel haben keinen Anspruch. Fragen, die man auf jeden Fall vor der Unterschrift eines Versicherungsvertrages klären sollte, sind:

  • Ab welcher Dauer der Arbeitslosigkeit zahlt die Versicherung (oft gibt es Karenzzeiten von bis zu sechs Monaten)?
  • Wie lange übernimmt die Versicherung die Kreditrückzahlungen (manche Versicherungen beschränken ihre Leistungen auf maximal ein Jahr)?

Bei Haushalten, die von einem Einkommen abhängig sind, macht der Abschluss einer Arbeitslosenversicherung auf jeden Fall Sinn. Bei zwei Berufstätigen, die auch mit nur einem Einkommen die Kreditraten decken können, ist diese Versicherung obsolet.

Die richtige Versicherungssumme

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Versicherung ist die Versicherungssumme. Die sollte zum Kredit passen. Logischerweise bedeutet eine höhere Versicherungssumme auch höhere Kosten. Daher gilt es abzuwägen, welcher Betrag den Versicherungsnehmer genügend schützt, ohne jedoch die Prämien allzu sehr in die Höhe zu treiben.

Wenn die Bank zur Versicherung zwingt

Es kommt nicht allzu selten vor, dass die Bank den Abschluss einer Kreditausfallversicherung als Voraussetzung für die Kreditvergabe sieht. Viele Möglichkeiten bleiben dem Kreditnehmer in diesem Fall nicht. Was man aber tun sollte:

  • Andere Kreditangebote einholen und den Effektivzinssatz vergleichen: Wenn der Abschluss einer Kreditausfallversicherung gefordert wird, müssen die Kosten auch im effektiven Jahreszins inkludiert werden. Eine andere Bank besteht eventuell gar nicht auf den Abschluss einer solchen Versicherung.
  • Bereits bestehende Versicherungsverträge vorlegen: Gerade eine Ablebensversicherung ist auch außerhalb des Kreditkontextes sehr häufig. Eine Doppelversicherung würde nur unnötige Kosten generieren.
  • Versicherungsangebote vergleichen: Banken arbeiten in der Regel direkt mit Versicherungsunternehmen zusammen. Jedoch ist der Kreditnehmer nicht gezwungen, das vorgelegte Angebot auch anzunehmen. Man hat die Möglichkeit, Gegenofferte einzuholen und die Versicherung bei besseren Konditionen woanders abzuschließen.

Kosten einer Kreditausfallversicherung

Prinzipiell gilt: Je umfangreicher der Versicherungsschutz, desto teurer die Prämien.

Wer die Kreditausfallversicherung auf freiwilliger Basis abschließt, sollte sich daher genau überlegen, was er braucht. Alle drei Arten der Versicherung gemeinsam sollten auf keinen Fall mehr als 10 % der Kreditsumme ausmachen. Jedoch sind die Kosten nicht ausschließlich vom Versicherungsschutz abhängig. Es gibt weitere Kriterien, die sich auf die Prämienhöhe auswirken, die teils vom Kreditnehmer selbst, teils von der Finanzierung abhängig sind:

  • Alter und Geschlecht des Kreditnehmers
  • Versicherungskomponenten
  • Vorerkrankungen
  • Kreditsumme
  • Laufzeit
  • Konditionen

Die Versicherungsbeiträge sind übrigens monatlich fällig.


ZUSAMMENFASSUNG:

Kreditausfallversicherung – Sinn oder Unsinn?

Ob der Abschluss einer Kreditausfallversicherung Sinn macht oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Die Höhe der Kreditrate im Verhältnis zum Haushaltseinkommen ist ein Kriterium, aber auch die Aufteilung der Einnahmen innerhalb der Familie spielt eine Rolle. Wenn es durch den (hypothetischen) Verlust eines Einkommens zur Zahlungsunfähigkeit kommen könnte, empfiehlt es sich, das Risiko abzufedern. Auch die Art der Erwerbstätigkeit kann entscheidend sein.

Selbstständige und Freiberufler sind oft nicht gleich gut geschützt bei Krankheit oder Berufsunfähigkeit wie Angestellte. Manchmal hat man aber gar keine andere Wahl, als eine Kreditausfallversicherung abzuschließen, nämlich dann, wenn die Bank dies für die Kreditvergabe voraussetzt. Es gibt drei verschiedene Arten von Ausfallversicherungen im Kreditbereich: die Ablebensversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Arbeitslosenversicherung.

Man kann sich gegen jedes Risiko einzeln versichern oder aber pauschal gegen alle drei. In Summe sollten die Kosten für die Kreditausfallversicherung nicht mehr als 10 % des Finanzierungsbetrags ausmachen. Abhängig sind die Prämien nicht nur von der Deckung, sondern auch von den Rahmenbedingungen des Kredits und der zu versichernden Person.


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