Kosten Hausbau

Gut geplant ist halb gebaut. Ein eigenes Haus zu bauen ist mit hohen Kosten verbunden. Neben dem benötigten Grundstück, müssen zahlreiche Materialien gekauft werden. Mit in die Planung einfließen lassen sollten Sie die anfallenden Nebenkosten. Vergessen Sie bei der Planung des Hauses auch nicht, gleich die notwendige Beschattung zu berücksichtigen.

Ohne Grundstück keine eigenen vier Wände

Wenn Sie nicht das Glück haben, ein Grundstück geerbt zu haben, müssen Sie eines erwerben. Die Preise für freie Flächen ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Österreich schwanken sie im Durchschnitt zwischen 6 und 250 Euro pro Quadratmeter, wobei die günstigsten Grundstücke im Burgenland zu finden sind. Der höchste Preis liegt bei rund 1.800 Euro und ist in Wien Döbling zu finden.

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Nebenkosten

Zum Grundstückpreis kommen noch Nebenkosten dazu. Diese setzen sich aus folgenden Punkten zusammen:

  • Maklerprovision von 4 %
  • Grunderwerbssteuer mit 3,5 %
  • Grundbuchgebühr 1,1 %, dazu noch 1,2 % bei Hypothekarkrediten
  • Notargebühr oder Anwaltskosten in Höhe von 1 – 3 %
  • Notarielle Beglaubigung der Vertragsunterschrift 1 – 3 %

Kapital für das Gebäude

Damit Sie einen Anhaltspunkt über die anfallenden Kosten bekommen, gehen wir von einem Fertigteilhaus aus. Heutzutage gibt es schon qualitativ hochwertige Fertigteilhäuser, die ihren massiven Brüdern und Schwestern um Nichts nachstehen.

Die günstigste Variante hierbei ist der Kauf eines Ausbauhauses. Solches bekommen Sie bereits um 99.000 Euro mit hoher Qualität. Hierbei ist es wichtig, dass Sie den Leistungsumfang vor der Vertragsunterzeichnung genauestens durchsehen. Je nach Anbieter sind unterschiedliche Leistungen enthalten. Das Haus muss bei der Übergabe von außen betrachtet fertig sein. Für die Arbeiten im Innenbereich sind Sie, als Hausbesitzer verantwortlich. Diese können Sie selbst erledigen oder ein externes Unternehmen beauftragen.

Tipp: Allgemein kann man sagen, dass für ein schlüsselfertiges Haus 1.400 Euro pro Quadratmeter investiert werden müssen.

Brauche ich einen Keller oder nicht?

Diese Frage sollten Sie sich auf jeden Fall stellen. Ein Keller hat den Vorteil, dass er zusätzlichen Stauraum bietet, ohne die Fläche des Grundstückes zu minimieren. In den dazugewonnenen Räumen können Sie Autoreifen, Räder oder ähnliches lagern. Natürlich ist es möglich, diese auch als Wohnfläche zu benutzen.

Der Nachteil sind die höheren Kosten, die beim Bau eines Kellers anfallen. Je nach Größe müssen Sie zwischen 16.000 und 35.000 Euro rechnen. Bei einem einfachen Fundament liegt der Preis hingegen nur bei rund 7.000 bis 10.000 Euro (ausgehend von einem 20 cm dicken und 100 m² großen Plattenfundament).

Wichtig: Ausbauhäuser sind nur für handwerklich geschickte Menschen, da der Bauherr viele Arbeiten selbst machen muss.

Der Innenbereich

Damit Ihr Haus nicht nur von außen, sondern auch von innen wohnlich ist, müssen Sie hierfür ebenfalls investieren. Nach den allgemeinen Arbeiten wie der Elektrik, fallen weitere Kostenpunkte an.

Ausgehend von mittlerer Qualität würden die Kosten so aussehen:

  • Gas-Brennwert-Heizung zirka 6.000 Euro
  • Bodenbeläge, wie Laminat oder Parkett im Wohnzimmer: ungefähr 8.400 Euro.
  • Sanitäranlage und Fliesen (Dusche, Badewanne, Armaturen, WC, Lüftung, Heizungsanlage, wie Fußbodenheizung) zirka 25.000 Euro
  • Einbauküche: rund  6.000 Euro
  • Einrichtungsgegenstände, Möbel, Lampen, Vorhänge ungefähr 20.000 Euro

Versteckte Kosten

Zu Ihren bisherigen Kostenpunkten müssen Sie noch folgende Stellen dazugerechnet werden:

  • Aufschließungsgebühren für Wasser, Gas, Strom, Fernheizung, Abwasser, Telefon / Internet, Abfälle
  • Die Straße zu Ihrem Haus muss möglicherweise asphaltiert werden (zwischen 10.000 und 20.000 Euro).
  • Regenwassersammelbehälter
  • Verputz oder Anstrich
  • Sonderwünsche

Der richtige Platz für Ihr Auto

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Die meisten Menschen, die ein Haus bauen, investieren zusätzlich in eine Schutzmöglichkeit für Ihr Auto. Das kann ein einfaches Carport um 200 bis 7.000 Euro sein oder eine Garage. Im Gegensatz zum Carport ist die Garage an allen Seiten geschlossen und bietet eine ausgezeichnete Schutzfunktion. Jedoch ist diese Variante deutlich kostenintensiver.

Wenn Sie sich für den Bau einer Garage entscheiden, sollten Sie sich wieder die Frage eines Kellerbaus stellen. Im Durchschnitt müssen Sie mit mindestens 8.800 Euro für den Bau rechnen. Je nach Größe (Einzel- oder Doppelgarage) verändert sich der Preis.

Momentan sind wir bei rund 350.000 Euro Gesamtkosten. Diese ergeben sich aus allen bisher genannten Punkten ohne Garage. Mit einem geschützten Parkplatz für Ihr Auto steigen die Kosten gerundet auf einen Betrag von 360.000 Euro an.

Noch mehr Lebensqualität schaffen

Um die eigenen vier Wände noch bequemer zu gestalten, können Sie in viele weitere Details investieren. Die meisten Häuser besitzen eine Terrasse. Um diese auch in den Sommermonaten optimal zu nutzen, empfiehlt es sich, eine Beschattungsanlage zu montieren.

Je nach Budget und Wunsch können Sie zwischen unterschiedlichsten Varianten wählen. Der einfachste und kostengünstigste Sonnenschutz ist die klassische Markise. Diese können Sie an Ihre Terrassenfläche anpassen und in Ihrer Lieblingsfarbe erwerben. Den Schattenspender können Sie mit praktischem Zubehör wie einem Windmelder oder einem Regensensor ergänzen. Zudem ist es Ihnen möglich, die Sonnenschutz-Markise mit Elektromotor oder Funkmotor zu wählen.

Eine weitere Möglichkeit, sich vor den Sonnenstrahlen zu schützen, ist eine Pergolamarkise. Sie ist bietet Ihnen höhere Stabilität, und dadurch Wetterbeständigkeit, und schafft noch mehr Wohnraum.

Unternehmen die diverse Beschattungsanlagen anbieten, finden Sie österreichweit auf https://www.sonne-licht-schatten.at/.

Wintergarten

Durch einen Wintergarten haben Sie sich bereits einen optimalen Raum zum Entspannen geschaffen. Damit dieser an heißen Sommertagen nicht überhitzt, wird eine Außen- oder Innenbeschattung montiert. Diese Anlagen gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen. Sie laufen entweder auf Seilen oder in stabilen Führungsschienen und können in sämtlichen Farben erworben werden. Zudem können Experten die Anlage genau nach Ihren Wünschen bestellen und montieren. Dadurch erhalten Sie noch mehr Lebensqualität in Ihrem Wintergarten.

Fenster und Dachfenster

Beinahe bei jedem Haus können Sie Beschattungen bei Fenstern sehen. Eine relativ günstige Variante sind Raffstores. Sie schützen den Raum vor Sonneneinstrahlungen und verdunkeln ihn. Bei starkem Wind flattern sie jedoch und es kommt zu Geräuschen, welche Sie im Schlaf stören könnten.

Eine Variante, um dies zu vermeiden, sind Rollläden. Diese sind nicht so günstig wie Raffstores, bieten jedoch einen höheren Komfort. Sie halten nicht nur Sonnenstrahlen ab, sondern sind stabiler und können bei jedem Wetter bedenkenlos verwendet werden. Da die Lamellen der Rollos in Schienen fahren, können Sie sie selbst bei Wind und Hagel herunterlassen. Dadurch schützen Sie zusätzlich Ihre Fenster vor Schäden.

Für Dachfenster gibt es ebenfalls Rollläden. Jedoch kann die Beschattung hier ebenso innen montiert werden. Hierfür eigenen sich sogenannte Plissees. Das sind Fensterbeschattungen aus gefaltetem Stoff, welchen Sie wie eine Ziehharmonika auseinander- und zusammenziehen. Diese Art des Sonnenschutzes kann an jedes Glas im Haus montiert werden.  Plissees sind auch bei Wintergärten sehr beliebt, da sie kostengünstig und zielbringend sind.

Durch diese zusätzlichen Details in Ihrem Haus kommen Kosten in der Höhe von mindestens 15.000 Euro dazu. Diese Preisangabe variiert je nach Anzahl der Fenster, Terrassenfläche, Zubehör und Ausführung. Wir sind demnach bei rund 375.000 Euro. Eine genauere Berechnung erhalten Sie beim Fachberater in Ihrer Nähe.

Die Finanzierung

Nun wissen wir, wie viel Geld für einen Hausbau ungefähr notwendig ist. Da nicht jeder von uns zirka 400.000 Euro zur Verfügung hat, ist es wichtig sich im Vorhinein über die Finanzierung der eigenen vier Wände Gedanken zu machen. Holen Sie sich Angebote von verschiedenen Banken ein und vergleichen Sie diese miteinander. Punkte wie Konditionen, Laufzeit, Zinsen und Anschlussfinanzierung sind besonders wichtig. Durch den genauen Vergleich können Sie sich auf Jahre gesehen viel Geld und Nerven sparen.

Wichtig: Bei Investitionen in dieser Höhe sollten Sie bereits ein Eigenkapital von 20 Prozent haben.

Finanzierungsarten

Das Annuitätendarlehen ist momentan eine beliebte Finanzierungsart unter Hausherren. Diese Art der Finanzierung ist durch die große Planungssicherheit die verbreitetste Variante in Österreich. Bei dieser gehen Sie als Kreditnehmer zu Bank und nehmen ein Darlehen über den gewünschten Geldbetrag auf. Danach prüft die Bank Ihre Kreditvoraussetzungen und klärt Ihre Bonität ab. Ist das Geldinstitut mit der Summe einverstanden, müssen Sie ab diesen Zeitpunkt jeden Monat eine Rate zurückzahlen. Dieser monatliche Betrag setzt sich aus der Tilgung und den Zinsen zusammen.

Eine weitere Variante ist das Cap-Darlehen. Hierbei handelt es sich um eine ähnliche Form des Annuitätendarlehens, aber mit folgendem Unterschied: Diese Finanzierungsart weist variable Zinssätze auf. Das heißt, dass Sie eine geringere Planungssicherheit, jedoch eine geltende Zinssatzobergrenze haben.

Das Forward-Darlehen ist eine Anschlussfinanzierung und kommt zum Einsatz, wenn Sie am Ende der Laufzeit den Kredit noch nicht abbezahlt haben. Diese Variante handeln Sie bereits ein bis drei Jahre vor dem Kreditende mit Ihrer Bank aus. Die Finanzierungsart ist besonders in der Niedrigzinsphase attraktiv. Schließen Sie das Forward-Darlehen in dieser Zeit ab, sichern Sie sich die Niedrigzinsen für den künftigen Anschlusskredit.

Wie Sie unschwer erkennen können, haben sich die ursprünglich 99.000 Euro für das Fertigteilhaus vervierfacht. Daher ist es wichtig, dass Sie sich im Vorhinein genau über die zusätzlich anfallenden Kosten informieren und viele Finanzierungsangebote miteinander vergleichen. Dadurch ersparen Sie sich nicht nur Zeit, Geld und Nerven, sondern sind auch sicher vor bösen Überraschungen!

Weitere Informationen:

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

Hinweis:

Der Artikel wurde sorgfältig recherchiert. Dennoch kann keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte und weiterführenden Links übernommen werden.

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