Sparen für Kinder

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Gesetzgeber sieht mündelsichere Anlageformen für Kinder vor
  • Mündelsichere Geldanlagen werfen heutzutage fast keine Rendite mehr ab
  • Den höchsten Zinssatz bei mündelsicheren Anlageformen bietet das Festgeldkonto
  • Eltern weichen vermehrt auf Anlageformen aus, die etwas mehr Rendite versprechen
  • Fondssparpläne sind zwar etwas riskanter, bieten dafür aber höhere Ertragschancen

Die gesetzlich verankerte Mündelsicherheit hat schon ihre Daseinsberechtigung. Dennoch investieren viele Eltern lieber in etwas riskantere Geldanlagen, die dafür auch tatsächlich Rendite versprechen. Schließlich sollen die lieben Kleinen irgendwann etwas davon haben, dass Mama und Papa oder Opa und Oma Jahre, vielleicht sogar jahrzehntelang gespart haben. Welche mündelsicheren Möglichkeiten es gibt, um langfristig für Kinder zu sparen und in welche Anlageformen Eltern gerne stattdessen investieren erläutert dieser Artikel.

Mündelsichere Anlageformen

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Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 300744016, Copyright: Maria Sbytova

In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, einen Finanzpolster für die Kinder anzulegen. Da ist es gut, so früh wie möglich mit dem Ansparen von Kapital zu beginnen, denn nur dann ist es auch möglich, viel Kapital anzusparen.

Wer sich auf die Suche nach einer langfristigen Veranlagung macht, der hat grundsätzlich zwei Arten der Geldanlage zur Verfügung:

  1. Die sichere Variante, bei der zwar wenig Rendite zu erwarten ist, dafür aber auch kein Verlustrisiko besteht.
  2. Die etwas risikoreichere Variante, bei der mittel- bis langfristig mit einer hohen Rendite zu rechnen ist.

Für welche Variante sich die Eltern entscheiden, bleibt ihnen natürlich selbst überlassen. Dennoch gibt es auch eine gesetzliche Komponente, die berücksichtigt werden sollte. Der Gesetzgeber sieht bei der Veranlagung für Kinder oder für Menschen in Sachwalterschaft grundsätzlich Mündelsicherheit vor.

Mündelsicher; das bedeutet, es handelt sich um eine sichere Anlageform, die das Geld des Kindes vor Verlusten schützt.

Zu den mündelsicheren Anlageformen gehören:

  • österreichische Staatsanleihen
  • Pfandbriefe
  • Tagesgeldkonto / Sparkonto
  • Festgeldkonto
  • Bausparvertrag

Österreichische Staatsanleihen

Eine mündelsichere Geldanlage für alle, die mittel- und langfristig und mit geringem Kapital investieren möchten; der Einstieg beginnt bereits bei einer Mindesteinlage von 1.000 Euro. Österreichische Staatsanleihen bieten ein risikoloses, fest verzinstes Investment, das auf bis zu 50 Jahre angelegt werden kann.

Der Nachteil bei Investition in eine Staatsanleihe ist die Höhe des Zinssatzes. Diese liegt aktuell bei einer einjährigen österreichischen Staatsanleihe bei rund 0,6 %. Mit mehr Rendite ist jedoch auch bei einer langfristigen Anlage in Staatsanleihen nicht zu rechnen.

Der Pfandbrief

Das festverzinsliche Wertpapier bietet dieselbe Sicherheit wie Staatsanleihen, womit es – ebenso wie Staatsanleihen – auch als mündelsicheres Finanzprodukt gehandelt wird.

Der Vorteil des Pfandbriefs gegenüber der österreichischen Staatsanleihe ist jedoch der bessere Zinssatz, der entsteht, da weniger Pfandbriefe herausgegeben werden.

Besonders in Krisenzeiten greifen Menschen wieder vermehrt auf den Pfandbrief zurück, um ihr Geld sicher anzulegen. Diese mittel- und langfristigen Anleihen – die Laufzeit liegt zwischen fünf bis 25 Jahren – bieten beste Bonität und gleichbleibend hohe Renditen. Nach Laufzeitende erhält das Kind die Anlagesumme inklusive der Summe aus dem fest vereinbarten Zinssatz.

Das Tagesgeldkonto und das Sparkonto

Eine Anlageform, die weniger auf Langfristigkeit ausgelegt ist, ist das Tagesgeldkonto bzw. das Sparkonto. Die moderne Version des Sparbuchs wird gerne von Eltern und Großeltern verwendet, um Kindern und Enkelkindern eher kurz- bis mittelfristig einen Betrag anzusparen, der dann auf ein anderes Konto transferiert wird. Beispielsweise auf ein Festgeldkonto. Oder man verwendet das Geld im Anschluss für eine Anlageform wie etwa einen ETF Sparplan, der mehr Rendite verspricht.

Auch das Tagesgeldkonto gilt als mündelsicher. Es ist eine sichere Anlageform, die leider ebenso wenig Rendite verspricht. Zumindest wird es jedoch in der Regel besser verzinst als das Girokonto, das zumeist gar nicht oder maximal mit einem Zinssatz von 0,4 % oder 0,5% verzinst wird. Bei guten Tagesgeldkonten ist in manchen Fällen noch ein Zinssatz von durchschnittlich 0,6 % herauszuholen.

Festgeldkonto

Besser verzinst als das Tagesgeldkonto und trotzdem ein mündelsicheres Finanzprodukt. Als mittel- und langfristige Geldanlage für Kinder eignet sich das Festgeldkonto. Es verspricht sogar etwas mehr Zinsen als das Tagesgeldkonto. Mit durchschnittlich 0,8 % bis 1 % wird man zwar auch mit diesem Finanzprodukt nicht wirklich königlich fürs Sparen belohnt, aber immerhin.

Die Laufzeit beginnt bei einem Jahr und endet in der Regel bei zehn Jahren. Dafür muss man in diesem Fall einen höheren Einmalerlag zur Verfügung haben, um wirklich von den Vorteilen des Festgeldkontos profitieren zu können.

Bausparvertrag

Last but not least darf bei dieser Aufzählung der mündelsicheren Anlageformen der Bausparvertrag nicht fehlen. Der „Bausparer“ gehört nach wie vor zu den beliebtesten Finanzprodukten der Österreicherinnen und Österreicher. Und das zurecht.

Bietet er doch im Gegenzug zur Investition zum Ende der Laufzeit einen sicheren Kredit zu günstigen Konditionen. Wer sich also dafür entscheidet, einen Bausparvertrag für sein Kind abzuschließen, macht trotz des Zinssatzes von 0,45 % und einer maximalen Bausparprämie von 18,- Euro nichts falsch.

Anlageformen mit hohen Renditechancen

Nicht mündelsicher und riskant, dafür aber gute Chancen auf hohe Renditen. Fernab von Sparformen, die zwar eine gewisse Sicherheit, aber dafür keine Erträge bringen, gibt es auch noch andere Formen der Geldanlage, die auch gerne von Eltern dafür verwendet werden, ihren Kindern Kapital anzusparen. Die Geldanlage muss ja nicht gezwungenermaßen auf den Namen des Kindes laufen.

  • Fondssparplan
  • ETF Sparplan

Fondssparplan

Es muss nicht immer der Einmalerlag sein. Regelmäßig in eine Fondsanlage zu investieren bringt mehr als jede mündelsichere Geldanlage. Wer monatlich auch nur einen geringen Betrag in einen Fondssparplan investiert, der kann langfristig mit hohen Renditen rechnen. Mit 25 Euro monatlich ist man bereits dabei.

Besonders hohe Ertragschancen mit vergleichsweise geringem Risiko bieten dabei Aktienfondssparpläne.

Wichtig ist dabei die Laufzeit: Um die Schwankungen abzufangen, sollte die Laufzeit eines Fondssparplans bei mindestens 10 Jahren liegen.

ETF Sparplan

Die deutsche Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat den ETF Sparplan als den „Königsweg des Fondssparens“ bezeichnet. Schon mit einer minimalen monatlichen Sparrate von 25 Euro und einem Anfangskapital von 5.000 Euro kann man auf eine Laufzeit von 25 Jahren bis zu 21.500 Euro ansparen. Natürlich nicht ganz ohne Risiko. Das Risiko zeigt sich vorwiegend im Marktrisiko der Wertpapiere. Im Vergleich zum Handel mit Aktien ist das Risiko bei einem ETF Sparplan jedoch gering und gut steuerbar.

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Claudia Felbermayer

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