Rohstoffe

Wer sein Geld an der Börse investiert, dem stehen unterschiedliche Anlageklassen zur Verfügung. Innerhalb der jeweiligen Anlageklasse ist noch eine konkretere Differenzierung möglich.

Anleger entscheiden sich entweder für die Investition in eine einzelne Anlageklasse mit vergleichbaren Merkmalen (wie das etwa bei Investmentfonds der Fall ist), oder sie investieren in einen Anlage-Mix, der in Risiko, Wertentwicklung und Performance ausgeglichenen ist (wie etwa bei Mischfonds). In Krisenzeiten heiß begehrt ist die Angstwährung Gold.

Sichere Krisen-Anlage: Edelmetalle

Gold

Gold gilt seit jeher als besonders krisensichere Kapitalanlage, was der Grund dafür ist, dass es Menschen in Krisenzeiten vermehrt zu diesem Rohstoff treibt. Auch in der Coronakrise jagt bei diesem Fluchtkapital ein Rekordhoch das andere.

Im dritten Quartal des Jahres 2020 kletterte der Preis einer Feinunze des gelblich glänzenden Metalls bereits über die 2.000-Dollar-Marke, und damit in die Nähe des Höchststandes von 2011. In Fachkreisen geht man davon aus, dass sich der Preis sogar noch verdoppeln könnte. Wer diesen Prognosen Glauben schenkt, der sollte jetzt in Gold investieren.

Die Investition in Gold hat aber nicht nur Vorteile. Zu den Nachteilen zählen vor allem die zu erwartende Rendite. Wohlgemerkt: Dies gilt in wirtschaftlich stabilen Zeiten. In guten Zeiten ist Gold zwar eine sichere Anlage, einen hohen Ertrag kann man sich jedoch beim Verkauf nicht erwarten.

Anders sieht das in Krisenzeiten aus. Wer zum richtigen Zeitpunkt kauft, der hat gute Chancen, seine Wertanlage um das Doppelte verkaufen zu können.

Palladium und Platin

Auch die Preise anderer Edelmetalle, wie etwa jener von Palladium und Platin, haben kräftig angezogen. Platin erreichte im dritten Quartal 2020 einen Preis von 1003 Dollar. Palladium, das Edelmetall, das seinen besonderen Stellenwert aufgrund des Einsatzes in der Automobilbranche zu verdanken hat, kam im Juli 2020 auf einen Preis von 2329 Dollar.

Wer sich überlegt, in eines dieser drei Edelmetalle zu investieren, der sollte jedoch bei Palladium vorsichtig sein. Vor allem dann, wenn man langfristig investieren will. Langfristige Sicherheit kann Palladium nämlich nicht mehr bieten. Zwar steigt der Preis von Palladium aktuell, dennoch täuscht das aber nur darüber hinweg, dass es sich bei dem silberfarbenen Edelmetall um ein Auslaufmodell handelt. Die Automobilindustrie, so nimmt man in Finanzkreisen an, wird das viel zu teure Metall zumindest teilweise durch das günstigerer Platin ersetzen. Solch ein Szenario würde zu einem schnellen und nachhaltigen Preisverfall von Palladium führen.

Schwer angeschlagen: Industriemetalle

Metalle, derer sich vor allem die Industrie in erhöhtem Ausmaß bedient – also etwa Kupfer, Aluminium, Blei, Zink, Zinn, Nickel und Kobalt – haben nicht erst seit der Corona-Krise mit Preisabstürzen zu kämpfen. Eine Ursache dafür ist die verlangsamte Produktion.

Die Industriekonjunktur im Euroraum verlangsamte sich bereits im Jahr 2019; wie sich die zusätzliche Belastung durch die Corona-Krise auf die Industrie auswirkt, ist auch im zweiten Halbjahr 2020 noch nicht genau absehbar. Experten prognostizierten jedoch schon im ersten Halbjahr einen Rückgang der Industrieproduktion von zehn Prozent, was das österreichische Online-Statistik-Portal Statista auch bestätigte. Ganz aus den Augen verlieren sollten Anleger die Industriemetalle dennoch nicht. Auch, wenn Experten im direkten Vergleich eher zu Gold raten würden.

Heikles Handelsgut: Edelsteine

Die Investition in Edelsteine wie Rubin, Saphir, Smaragd, Tansanit, Tsavorit, Turmalin und Diamant hat mehr Nachteile als Vorteile – vor allem für private Anleger. Denn der Kauf und Verkauf von Edelsteinen wird nicht wie bei Gold über die Bank abgewickelt, sondern über einen Edelsteinhändler. Das heißt: Es wird im Gegensatz zum Goldbarren die 20-prozentige Umsatzsteuer fällig. Die Wertentwicklung ist zudem sehr intransparent. Diese Umstände erschweren den Handel mit Edelsteinen.

Diamant

Der Handel mit Diamant wird gern mit dem Gold-Handel verglichen. Das macht den farblosen Edelstein in Krisenzeiten zu einer interessanten Geldanlage. Dennoch gelten auch für Diamant dieselben Nachteile wie für alle Edelsteine.

  • Der Handel läuft nicht über die Bank,
  • es wird die 20-prozentige Umsatzsteuer fällig und
  • der Preis ist nicht öffentlich abrufbar, so wie das bei anderen Rohstoffen der Fall ist.

Renditestark, aber kompliziert: Agrarrohstoffe

Beim Handel mit sogenannten Soft Commodities sind viele private Anleger sehr zurückhaltend. Die meisten von ihnen haben sich noch nie mit dem Handel von Agrarrohstoffen beschäftigt, und haben daher auch keinerlei Gefühl dafür, welche Rendite eine solche Kapitalanlage verspricht.

Dabei versprechen Kolonialwaren wie Kaffee, Kakao, Orangensaft, Zucker und Tee, Industrie-Agrarrohstoffe wie Holz, Baumwolle und Kautschuk, Ölsaaten wie Mais, Soja oder Sonnenblumen und Getreide wie Hafer oder Reis durchaus ertragreiche Renditen. Wenn man bereit ist, sich mit der Materie zu beschäftigen. So einfach wie der Kauf eines Goldbarrens ist der Handel mit Agrarrohstoffen nicht.

Wer sich für Rohstoffe als Geldanlage interessiert, der muss auch bereit sein, sich kontinuierlich mit dem Thema zu beschäftigen. Jeder Rohstoff wird zu einem bestimmten Prozentsatz von gewissen Ländern produziert und ist vom jeweiligen Klima, aber auch von der dort herrschenden Politik abhängig.

Das kann spannend sein; für einen unerfahrenen Anleger kann es aber auch erhöhten Stress bedeuten, das aktuelle Wettergeschehen und die politische Lage eines Landes mitzuverfolgen. Aber noch so lassen sich die richtigen Entscheidungen über Kauf und Verkauf treffen.

Die aktuellen Preise für Agrarrohstoffe findet man übrigens an der Wiener Börse für landwirtschaftliche Produkte.

Schnelle Erholung: Energierohstoffe

Erdöl

Die zwei wichtigsten Energierohstoffe sind Erdgas und Erdöl. Beide Rohstoffe haben eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Öl gilt als Motor der Wirtschaft, welches das Potenzial hat, inflationäre Tendenzen abzumildern. Auch private Anleger können von den Vorteilen des Öl-Investments profitieren. Schließlich erholt sich dieser Rohstoff schneller von der Corona-Krise als alle andere.

Im Jahr 2020 stürzte der Ölpreis ins Bodenlose. Schon Anfang des Jahres 2020 sprach man vom stärksten Einbruch seit dem Golfkrieg 1991. Grund dafür war nicht nur die Corona-Krise. Auch geplatzte Verhandlungen des Ölkartells Opec spielten eine Rolle. China und Italien, zwei der wichtigsten Ölabnehmer, fragten weniger Öl nach. Schon im dritten Quartal 2020 sah die Lage nicht mehr so trist aus wie noch zu Jahresbeginn. Gegen Ende des Monats August lag der Barrel der Sorte Brent bei 45 US-Dollar, die Sorte WTI (West Texas Intermediate) bei 43 US-Dollar. Zur Erinnerung: Vor dem Absturz lag der Barrel-Preis bei rund 59 Dollar, der Preis für ein Barrel WTI bei 54 Dollar.

Die Investitionen in Rohöl starten wieder. Dennoch fragen sich Experten, wie lange das noch so weitergehen kann. Große Player wie die Royal Dutch Shell und BP kündigten bereits an, sich langfristig stärker auf Elektrizität zu fokussieren. Ein Rückgang der Erschließung kann zwar anfangs noch positiven Zahlen führen, dennoch sollte man langfristig auf andere Energierohstoffe wie etwa erneuerbare Energien setzen.

Für alle, die es in Krisenzeiten auf die sichere Seite zieht (und das sind die meisten), ist Gold der Rohstoff der Wahl. Gold hat in der Vergangenheit schon zahlreiche Krisen überstanden, und ist auch in der Corona-Krise der Rohstoff, auf den Anleger ein Auge werfen. Aufgrund der guten Prognosen ist es sinnvoll, noch jetzt zu investieren – der Preis könnte bis ins Jahr 2021 nämlich auf das Doppelte steigen.

Newsletter

Ja, ich möchte einmal monatlich aktuelle Finanzinfos erhalten. Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

Weitere Rohstoffe Beiträge

Die Suche ergibt keine Ergebnisse.

Diese Webseite verwendet Cookies, um das beste Nutzererlebnis für Dich zu gewährleisten! Mehr erfahren