Pensionslücke berechnen – Schritt für Schritt Anleitung

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr – Die Pensionslücke wird größer. Um seine eigene Pensionslücke zu berechnen sind nur ein paar Schritte notwendig, die wir in diesem Beitrag detailliert betrachten.

Was ist die Pensionslücke?

Das österreichische Pensionssystem ist so gestaltet, dass die arbeitende Bevölkerung die Pension der vorigen Generation bezahlt. Das funktioniert solange gut, wie die Bevölkerung wächst und es mehr junge Menschen als Pensionisten gibt. Allerdings bewegen wir uns, wie viele andere westliche Länder, auf eine immer älter werdende Bevölkerung zu.

Immer weniger Arbeitende müssen daher immer mehr Pensionisten erhalten.

Das ist auf Dauer irgendwann nicht mehr leistbar. Das Resultat sind real sinkende Pensionen.

Konkret wird mit Pensionslücke nun die Differenz zwischen Einkommen und der Pension bezeichnet.

Grundsätzlich soll das aktuelle Pensionssystem laut der Formel 80/60/45 funktionieren.

Wer mit 65 Jahren bei 45 Beitragsjahren in Pension geht, erhält 80% seines Einkommens.

Schritt für Schritt Anleitung zur Pensionslücken Berechnung

In unserer Schritt für Schritt Anleitung zur Berechnung der Pensionslücke nehmen wir folgende beispielhafte Daten an:

männlich, geb. 01.01.1980
durchschnittl. Nettoeinkommen: EUR 2.000,- (brutto EUR 2.972,-) seit 2004
Pensionsantritt mit 65 Jahren bei 45 Beitragsjahren

Anmerkung: Das Beispiel ist sehr plakativ, normalerweise hat man kein Einkommen dass über viele Jahre hinweg gleich bleibt. Es steigt normalerweise an, wir haben dies hier der Einfachheit halber absichtlich weggelassen.

1.Schritt: Pensionskonto abfragen

Die Pension wird für alle Personen die ab dem 1. Jänner 1955 geboren sind einheitlich berechnet. Von der jährlichen Grundumlage (monatliches brutto x 14) werden einmal pro Jahr 1,78% auf das Pensionskonto gezahlt.

Die Details dazu haben wir bereits in diesem Beitrag zum Pensionskonto erläutert.

Da das händische rechnen aber voraussetzen würde, dass wir genau wissen wie viel wir jedes Jahr verdient haben, hilft uns die Online Abfrage beim Pensionskonto, die man mittels Handysignatur unter neuespensionskonto.at  abfragen kann:

pensionskonto-online-abfrage
Hier ist der aktuelle Betrag des Pensionskontos zu lesen

Wer möchte kann sich noch mit einem Klick im Menü links auf „Pensionswert“ die theoretische aktuelle Pension und die Beitragsmonate ansehen.

In unserem Beispiel kommen wir auf ein Pensionskonto von EUR 11.850,-

Rechenweg für Interessierte: Monatsbrutto x 14 / 1,78% = EUR 740,66/Jahr
Im Beispiel wird seit 2004 eingezahlt, also x 16 Jahre = EUR 11.850,-.

 

2.Schritt: Pension berechnen

Nun können wir unsere Pension bei pensionskontorechner.at berechnen:

pensionskontorechner

Als Ergebnis erhalten wir folgendes:

pension-ergebnis

Wir rechnen also zum 01.01.2045 mit einer monatlichen Pension von EUR 1.718,34,-

3.Schritt: Pensionslücke berechnen

Wir können nun also die Pensionslücke zum Nettogehalt berechnen:

Nettoeinkommen: EUR 2.000,-
vorauss. Pension: EUR 1.718,-
Pensionslücke: EUR 282,- oder 14%

Somit ist uns die zu schließende Lücke bekannt.

Die Inflation müssen wir hier übrigens nicht berücksichtigen, weil die Pensionen jährlich angeglichen werden um diese auszugleichen.

 

4.Schritt (optional): Immobilie berücksichtigen

Wer bereits eine Immobilie gekauft hat, bzw. diese aktuell finanziert, hat bereits einen großen Beitrag zur Altersvorsorge getan. Dieses Thema behandeln wir auch im Beitrag zu Kaufen oder Mieten und im dazugehörigen Video.

Mieter Käufer
Einkommen vor Pension 2.000,- 2.000,-
Einkommen ab Pension 1.718,- 1.718,-
Betriebskosten und Instandhaltung (50m²) – 100,- – 140,-
Miete/Kreditrate ab Pension – 600,- 0,-
Zwischensumme 1.018,- 1.578,-
Pensionslücke 282,- -278,-

Im Beispiel oben sind es EUR 560,- die dem Käufer zusätzlich übrig bleiben im Vergleich zum Mieter. Er kann so seine Pensionslücke bereits ausgleichen und sogar ein Plus von EUR 278,- im Vergleich zum Zustand vor Pension und mit Immobilienkredit erzielen.

Grundsätzlich muss sich der Mieter nicht direkt vor Mietpreiserhöhungen fürchten, weil diese durch die jährlichen Pensionserhöhungen angeglichen werden sollten.

Dennoch ist hier der Immobilienbesitzer massiv im Vorteil. Ist die Immobilie zum Zeitpunkt des Pensionsantritts bereits abbezahlt, sinken die monatlichen Ausgaben auf ein Minimum. Nur noch Betriebskosten und eventuelle Reperaturrücklagen sind zu berücksichtigen.

Ähnlich verhält es sich mit Vorsorgewohnungen. Die Mieteinnahmen steigen sogar mit der Inflation mit an und bescheren so ein ständiges Zusatzeinkommen.

5.Schritt: Pensionslücke schließen

Um nun die eventuell verbleibende Pensionslücke von 282,- zu schließen, haben wir im Beispiel 24 Jahre Zeit um anzusparen.

Mit welcher Variante dies geschieht, ist jetzt unerheblich. Wir gehen aufgrund der langen Laufzeit von einem Zinssatz von 4,5% aus und verwenden einen Online Vorsorgerechner:

Auf der rechten Seite wählen wir „Sparrate berechnen“ und geben die bekannten Daten ein.

Wir wählen hier eine Entnahmedynamik von 2% um die Inflation langfristig auszugleichen.

Das Ergebnis ist also eine Sparrate von EUR 220,- für 24 Jahre um dann EUR 282,- monatlich für 35 Jahre entnehmen zu können.

Mit dem Rechner lohnt es sich durchaus zu experimentieren. Wenn man beispielsweise die Ansparzeit berechnen möchte, wenn man nur EUR 100,- statt EUR 220,- weglegen möchte, kann man das einfach ändern. Um es vorweg zu nehmen, es sind 39 Jahre die man gesamt spart.

In unserem Beispiel müsste die Person also im Alter von 26 Jahren monatlich EUR 100,- weglegen um die Pensionslücke zu schließen.

Welche Anlageformen hierfür in Frage kommen werden wir noch in weiteren Beiträgen sehen.

Fazit:

Um die Pensionslücke zu schließen, ist es wichtig diese zu kennen. Wir haben gezeigt, dass wir dazu nur wenige Stellschrauben benötigen und dass Ansparen dank Zinseszinseffekt eine gute Lösung darstellt, ebenso wie die Finanzierung eines Eigenheimes.

 

 

 

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Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Gründer der OPTIFIN und Geschäftsführer einer Agentur hat er tagtäglich mit den Themen Immobilienfinanzierung und Finanzen zu tun. Er betreut und erstellt daher die Inhalte zu diesen Themen.

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