Online Sparbuch

 

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Sparbücher gehören so sehr zu Österreich, wie die Alpen, Bausparen, Mozart und die Sachertorte. Seit Jahrzehnten wird diese sichere Geldanlage von vielen Sparern genutzt. Doch Nostalgie ist diesbezüglich fehl am Platz. Die Finanzmärkte verändern sich rasend schnell und dabei blieb das klassische Sparbuch von der traditionellen Bank leider etwas auf der Strecke. Das zeigt schon ein schneller Vergleich mit moderneren Sparformen auf. Die Möglichkeit dieses Vergleichs stellt aber nicht die schlechte, sondern die gute Nachricht dieser Betrachtung dar. Wer die klassische Sparform in Papierform los lassen kann, wird feststellen, dass moderne Varianten auf ganzer Linie überzeugen können.

Ein Vergleich zwischen Online und klassischem Sparbuch (Stand Mai 2017)

In dieser Übersicht stellen wir die durchschnittlichen Zinssätze von klassischen Sparbüchern und Online Sparbüchern gemäß den Konditionen des aktuellen Marktes und anhand unterschiedlicher Bindungsfristen gegenüber. Wir ziehen für die Berechnung immer die derzeitigen 10 Top-Angebot heran. Bei einer Erweiterung der Stichmenge würden, bei identischer Gewichtung, die Vielzahl der unattraktiven Angebote das Gesamtbild verzerren. Einen gewichteten Durchschnitt anzuwenden bietet keinen relevanten Mehrwert bei diesem Überblick.

BindungsfristKlassisches SparbuchOnline Sparbuch
Täglich fällig0,1003 Prozent0,525 Prozent
1 Jahr Bindung0,389 Prozent0,721 Prozent
3 Jahre Bindung0,616 Prozent0,735 Prozent

Diese Auswertung zeigt zwar, dass die Unterschiede zwischen Online-Sparkonten und klassischen Sparbüchern bei längerer Laufzeit immer geringer werden, aber die Online-Varianten haben in Sachen Zinssatz ganz klar die Nase vorn. Bei täglicher Fälligkeit beträgt der Unterschied knapp 5 zu 1. Bei einjähriger Bindung immer noch knapp das Doppelte. Demnach unterstreicht auch die Statistik, was unter anderem dieser Beitrag zum Online Sparbuch aussagt. Unter diesem Link werden auch noch zusätzliche Fragen zum Online Sparbuch beantwortet. Doch warum können die neuen Direktbanken mit ihren Online Sparkonten solch gute Konditionen anbieten?

Hinweis: Bei längeren Bindungsfristen verringern sich die Unterschiede, da sich die Top-Angebote merklich angleichen. Im Mittelfeld ist aber weiterhin ein starkes Manko bei der klassischen Variante der typischen Bank zu erkennen.
Tipp: Dieser Vergleich zeigt nicht nur rasch auf, welche Sparformen lukrativer sind, sondern lässt eine schnelle Einschätzung von individuellen Angeboten zu. Liegt der Zinssatz über dem durchschnittlichen Zins des Marktes? Wenn ja, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein gutes Angebot.

Warum bieten die Sparkonten im Netz so gute Zinsen?

Nachdem nun klar dargelegt wurde, dass die neuen Sparbücher, mittlerweile Sparkonten oder Online Sparen genannt, die besseren Zinsen für das private Sparen bieten und sonst auch einige Vorteile besitzen, stellt sich nur mehr die Frage nach dem „Warum“.

Um diese Frage zu beantworten, muss nur die Organisationsstruktur der neuen Anbieter im Vergleich zur traditionellen Bank betrachtet werden. Klassische Filialbanken erwirtschafteten ihre Umsätze durch eine ganze Reihe von Finanz- und Consulting-Dienstleistungen:

  • private Kontoführung
  • Online und Mobile Banking mittels App
  • Firmenkonten mit hohen Umsätzen verwalten
  • Erstellung von wichtigen Dokumenten (zB Bankgarantien)
  • Ausführliche Beratung und Kundenbetreuung
  • Kreditvergabe und Finanzierung
  • Bewertung von Vermögenswerten inkl. Immobilien
  • Treuhanddienstleistungen
  • vielfältige Anlageprodukte (vom Sparbuch über Anleihen bis hin zu Fonds)
  • Depotverwaltung
  • Investmentbanking

Um diese weite Palette an Leistungen anbieten zu können, muss viel Personal und viel Infrastruktur vorhanden sein. Diese ständigen Fixkosten durch Mitarbeiter und Gebäude müssen gedeckt werden. Dies erlaubt den Filialbanken kaum hohe Zinsen für privates Sparen zu zahlen. Eine Ausnahme stellen lange Bindungsfristen dar, denn auf diese Weise können die Experten das Kapital gewinnbringend reinvestieren. Dann vermag selbst die klassische Bank das Sparen etwas lukrativer zu machen, wie wir bei den Durchschnittswerten oben analysieren konnten.

Direktbanken mit besseren Konditionen

Direktbanken, die sehr häufig als Tochtergesellschaften dieser Großbanken zu genau diesem Zweck gegründet werden, konzentrieren sich auf viel weniger Finanzdienstleistungen. Durch diese Fokussierung sparen sie viel Geld ein. Die vier wichtigsten Bereiche sind:

  • Kontoführung
  • Sparkonten
  • Kreditvergabe
  • Online und Mobile Banking

Ein riesengroßer Bereich, den kaum eine Direktbank anbietet, wäre die Verwaltung von Firmenkunden. So bekommen nur Arbeitnehmer einen günstigen Kredit direkt aus dem Netz und es finden sich keine Firmenkonten in den Portfolios dieser Anbieter. Diese beschränkte Form des Leistungsportfolios spart sehr viele Kosten ein und macht die Direktbanken in den wenigen Bereichen, in denen sie auftreten, viel konkurrenzfähiger. Deshalb sind die Zinsen für die modernen Online Sparbücher der Direktbanken auch so viel lukrativer. Sparen macht über das Internet einfach mehr Spaß.

Tipp: Es muss kein Girokonto bei der jeweiligen Direktbank eingerichtet werden, um Zugriff auf die Sparkonten zu erlangen. Das vorhandene Konto reicht als Dreh und Angelpunkt. Auf dieses Konto werden die Zinsen überwiesen und von diesem Konto aus kann auf das Sparkonto eingezahlt werden.

Weitere Informationen:

https://www.bankenrechner.at/
http://www.heute.at/wirtschaft/news/story/10007040

 

 

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

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