Konten

Konten gibt es in Österreich in einer großen Vielfalt und in fast allen denkbaren Konstellationen. Um sich im Konto-Dschungel zurechtfinden zu können, geben wir einen kleinen Überblick.

Das Girokonto

Das Wort “Giro” kommt aus dem Italienischen und bedeutet Kreislauf oder Umlauf. Auf diesem Konto ist das Geld in ständiger Bewegung, denn es dient dem Zahlungsverkehr. Zu Anlagezwecken wird es meist nicht genutzt. Über den IBAN wird dem Kontoinhaber eine persönliche Kontonummer zugeordnet. Ein Girokonto wird meist als Gehaltskonto, Privat- oder Studentenkonto genutzt. Das Girokonto wird, zu dem Zweck geführt alle Ein- und Ausgänge des Zahlungsverkehrs bargeldlos abwickeln zu können.

Dazu zählen:

  • Gehalts-, Pensions- und Lohnzahlungen
  • Überweisungen
  • Barein- und -auszahlungen
  • Kreditkartenabbuchungen
  • Bankomatzahlungen
  • Online-zahlungen und -banking
  • Überweisungen in das Ausland
  • Abwicklung von Daueraufträgen und Lastschriften
  • Wertpapierdepotverrechnungen
  • Abschöpfungsaufträge

Das Studentenkonto

Wer noch studiert verfügt meist über wenig Geld. Ein Studentenkonto ist eine Möglichkeit Kosten zu sparen, denn diese Form eines Kontos wird meist gratis angeboten.

Enthalten sind in der Regel die Bankomatkarte und die Kontoführungsgebühr. Ab und an findet sich, bei einigen Banken, auch eine Kreditkarte im Paket. Häufig wird auch noch ein Vorteilsprogramm geboten, von dem Studenten beispielsweise beim Kauf von Eventtickets profitieren können. Banken versuchen, mit diesem Gratis-Angebot sich die zahlende Kundschaft von morgen zu sichern.

Zusammengefasst kann man also sagen, ein Studentenkonto ist ein Konto, welches Studierenden die Möglichkeit bietet, den persönlichen Zahlungsverkehr gratis oder zumindest vergünstigt abzuwickeln. Das Konto kann bei Vorlage des Studentenausweises eröffnet werden, auch die Immatrikulationsbestätigung kann von den Banken eingefordert werden.

Wer sein Studium abbricht, unterbricht oder beendet verliert die Vergünstigungen des Studentenkontos. Bei einigen Banken ist auch das Alter des Kontoinhabers wichtig. Meist sind Studentenkonten auf das Alter bis zur Vollendung des 27. oder 30. Lebensjahres beschränkt.

Gegenüber dem Girokonto hat das Studentenkonto einige Vorteile:

  • Kosten für Überweisungen und Kontoführung entfallen meist.
  • Eine App für das Mobile Banking ist meist inkludiert und kostenfrei.
  • Die Bankomatkarte ist kostenlos. Bei einigen Angeboten auch die Kreditkarte.
  • Wird eine einmalige Einschreibegebühr fällig, so kann man diese mit einer Online-Anmeldung umgehen.
  • In manchen Fällen ist eine Überziehung des Kontos möglich.

Achtung: Der Sollzins bei einem Studentenkonto ist ähnlich hoch, wie bei einem “normalen” Girokonto.

Das Sparkonto

Ein Sparkonto ermöglicht das Anlegen von Geld für einen bestimmten Zeitraum. Auf Sparkonteneinlagen kann man entweder täglich oder entsprechend der vertraglichen Vereinbarung zugreifen. Je länger das Geld auf dem Sparkonto bleibt, umso höher sind die Zinsen.

Wer einen Notgroschen zur Hand haben möchte oder aber auf eine größere Anschaffung spart, ist mit dieser Kontoart gut beraten. Die Konditionen, Laufzeiten und Zinssätze sind bei den einzelnen Banken sehr unterschiedlich. Vor der Geldanlage sollte deshalb immer ein Vergleich durchgeführt werden.

Wichtig für die Wahl eines Sparkontos sind folgende Punkte:

  • Wie hoch ist der Zinssatz und welche Zinsform wird verwendet?
  • Ist das Ersparte flexibel verfügbar oder über einen längeren Zeitraum nicht abhebbar?
  • Ist eine zeitliche Bindung vorhanden, ist es wichtig zu wissen, was danach mit dem Geld passiert.
  • Welche Kosten (Spesen, Gebühren etc.) fallen an?
  • Wie kann auf das Sparkonto zugegriffen werden (offline, online oder beides)?

Bei den klassischen Sparkonten sind nur Beträge bis maximal 2.000 Euro je Kalendermonat verfügbar. Wer mehr benötigt, muss eine dreimonatige Kündigungsfrist einhalten.

Das Tagesgeldkonto

Ein Tagesgeldkonto ist ein Konto, mit dem man günstigere Zinsen generieren kann, als mit einem Spar- oder Girokonto. Über das Guthaben auf diesem Konto kann man täglich verfügen, da es sich um eine täglich fällige Einlage handelt.

Das Tagesgeldkonto dient nur Anlagezwecken und darf nicht für Überweisungen u. ä. verwendet werden. Es ist in der Regel spesenfrei. Die Zinsen können sich für diese Form eines Kontos aber jederzeit ändern. Benötigt man rasch Geld, hat man jedoch keine Verluste und das Geld ist auch nicht für längere Zeit gebunden.

Das Zinsguthaben wird in der Regel einmal jährlich zum Jahresende ausgezahlt. Einige Anbieter bieten auch die Auszahlung der Zinsen Viertel- und halbjährlich an. Diese Variante ist natürlich aufgrund der Zinseszinsrechnung deutlich günstiger.

Es ist möglich, bei den verschiedenen Anbietern mehrere Tagesgeldkonten zu führen. Bei attraktiven Zinsangeboten kann man schnell reagieren und Zinsvorteile nutzen.

Ein Tagesgeldkonto ist schnell eröffnet und wird häufig über das Internet geführt. Direktbanken bieten meist höhere Zinsen als Filialbanken. Auch für kleine Einlagen kann man schon hohe Zinsen erhalten. Bei einigen Anbietern werden auch, für gewisse Zeiträume oder Beträge, Aktionen zu besonders attraktiven Zinsen angeboten.

Für ein Tagesgeldkonto wird ein Referenzkonto, meist ein Girokonto, benötigt, über das die Überweisungen getätigt werden. Die Überweisungen haben im Regelfall eine Laufzeit von einem Werktag.

Das Festgeldkonto

Wer sein Geld relativ kurzfristig anlegen möchte, dabei aber auf eine attraktive Verzinsung nicht verzichten möchte, der sollte zu einem Festgeldkonto greifen. Für das Festgeldkonto wird häufig auch der Begriff Termingeld verwendet.

Fest- oder Termingeld wird mit einem festen Betrag für einen festen Zeitraum zu einem festen Zinssatz angelegt. Das ist bei fast jeder Bank möglich.

Doch auch hier haben die Direktbanken bei den Zinsangeboten die Nase vorn. Die Laufzeiten variieren zwischen mindestens sechs Monaten und sechs Jahren.
Jede Einzahlung auf das Festgeldkonto hat seine eigene Laufzeit und seinen eigenen Zinssatz. Nachzahlungen sind nicht möglich. Ist die Laufzeit abgelaufen, kann, die Einlage entweder verlängert oder ausgezahlt werden. Die Zinsgutschrift erhält man oft erst am Ende.

Wer sein Festgeld vor Ende der Laufzeit benötigt, muss Vorschusszinsen zahlen. Wer sich nicht sicher ist, ob er das Geld bis zum Ende der Laufzeit liegen lassen kann, sollte lieber auf Tagesgeld umschwenken.

Das Bausparkonto

Vier Bausparkassen ringen in Österreich um die Gunst der Kunden. Die Konditionen schwanken stark und man kann zwischen variabler und fixer Verzinsung wählen. Die Republik Österreich gibt eine Prämie in Höhe von 1,5 bis 4 Prozent von der Spareinlage dazu. Der Höchstbetrag ist jedoch auf 1.200 Euro Prämie beschränkt.

Die Höhe der staatlichen Prämie, derzeit 1,5 Prozent, wird jedes Jahr neu festgelegt. Gesetzlich ist die Mindestlaufzeit festgelegt auf sechs Jahre. Die Zinsentwicklung orientiert sich an dem österreichischen Kapitalmarkt.

Die Bausparprämie ist von der Kapitalertragssteuer befreit, die eigentlichen Zinsen jedoch nicht. Pro Person kann ein Bausparvertrag abgeschlossen werden. Die staatliche Prämien-Gutschrift erfolgt am 31. Jänner des Folgejahres.

Wer seinen Bausparvertrag vorzeitig auflösen möchte oder muss, sollte einkalkulieren, dass das Sparguthaben abgezinst, also nachträglich gesenkt wird. Die staatliche Prämie wird einbehalten und eine Verwaltungskostenpauschale wird fällig. Eine Ausnahme besteht dann, wenn neuer Wohnraum angeschafft wird. In diesem Fall erfolgt keine Rückverrechnung der Bausparprämie.

Die Vorteile eines Bausparvertrages gestalten sich wie folgt:

  • Der Wertzuwachs ist gering, aber planbar.
  • Es ist keinerlei Risiko mit dem Bausparvertrag verbunden.
  • Die Bindungsdauer ist als mittelfristig einzustufen.
  • Die staatliche Bausparprämie ist KESt-befreit.

Wer den Abschluss eines Bausparvertrages in Betracht zieht, sollte auf Folgendes achten:

  • Der Bausparberater sollte mehrere Berechnungsvarianten zur Verfügung stellen. Die Zins-ober- und untergrenze sowie die Spesen müssen inkludiert sein.
  • Der Zinssatz sollte genau hinterfragt werden und auch der Zeitraum der Zinsbindung.
  • Die Höhe der Kontoführungsgebühr sollte bekannt sein.

Fazit
Es gibt heute eine große Vielfalt an Konten in Österreich. Richtig eingesetzt, können sie nicht nur beim Geld sparen helfen, sondern auch für einen Zuwachs sorgen.

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