Geld investieren in Krisenzeiten

Das Wichtigste in Kürze
  • Krisenzeiten sind auch immer Chancen für Anleger.
  • Investitionen in Krisenzeiten folgen eigenen Regeln.
  • Auf eine breite Streuung ist zu achten.

Jeder der sein Geld anlegt weiß, zu Krisen kann es immer kommen und kommt es immer wieder. Doch wie kann man sein Geld in Krisenzeiten investieren?

Der Finanzmarkt ändert sich

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So schwierig wie jetzt war es noch nie. So ist der Eindruck der meisten Menschen, die Geld anlegen wollen. Die Finanzmärkte kommen einfach nicht zur Ruhe. Wie soll da ein Anleger sein Geld investieren in Krisenzeiten?

Die Antwort darauf ist, aktiv zu sein, und zwar aktiver als vorher.

Rendite ist in Krisenzeiten Nebensache. Die Sicherheit und der Erhalt des Vermögens stehen im Vordergrund.

In Immobilien investieren

Immer wieder liest man Schlagzeilen wie “Markt in Großstädten leergefegt” oder “Der Immobilienrausch”. Wer genau hinsieht, bemerkt was Anleger in Krisenzeiten bewegt. Sie investieren Geld in Krisenzeiten in Grund und Boden, weil sie darin die einzig sinnvolle Investition sehen. Immobilien sind sicher eine gute Alternative.

Doch noch besser als der Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung kann der Kauf von Immobilien-ETFs (Aktien und börsengehandelte Fonds) sein.

Immobilien-ETFs erlauben es Anlegern, in viele Immobilien gleichzeitig zu investieren. Eine Aktie lässt sich nach der Krise wieder leichter in Geld umwandeln als eine Immobilie und das Risiko eines ETFs ist gestreut. Am Ende von Krisenzeiten investieren Anleger wieder in lukrativere Investitionen.

Die Investition in Gold

Wer damit rechnet, dass die Krise lange dauert, sollte sein Geld in Krisenzeiten in Gold investieren. Gold wird immer wieder als Kriseninvestment empfohlen und wird als fair bewertet angesehen. Gold ist relativ wertbeständig und legt in Krisenzeiten sogar an Wert zu.

Zu Beginn der Corona-Krise ist der Goldpreis zwar gefallen, doch dürfte es sich hier um einen temporalen Effekt handeln, da Anleger ihre Verluste ausgleichen wollten. Kurz darauf waren die Kurse schon wieder auf annähernd so hoch wie vor der Krise.

Wer nicht direkt in Gold investieren möchte, dem seien Gold-ETFs ans Herz gelegt.

Ist es sinnvoll in Krisenzeiten zu investieren?

Die kurz und knappe Antwort lautet: JA. Zunächst einmal sind Krisen stets ein Albtraum für Anleger, besonders dann, wenn sie kurz vor einem Börsencrash eingestiegen sind. Doch für die anderen, sind sie eine große Chance.

Die Historie der Finanzmärkte zeigt, wer kurz nach einer Wirtschaftskrise in Aktien investiert hat, hat immer hohe Gewinne mitnehmen können.

Der Zeitpunkt, um Geld zu investieren

Wer zu früh investiert, verliert Geld und wird von der Krise getroffen. Anleger, die nach Ausbruch der Corona-Krise, Anfang März, Aktien kauften, mussten das schmerzhaft erfahren.

Solange der DAX im Minus ist, ist es keine gute Idee einzusteigen. Der DAX sollte zwei bis drei Tage hintereinander im Plus sein. Dann ist die Gelegenheit günstig. Doch es gibt auch Phasen des Abschwungs, die lange anhalten und Gegenbewegungen, die länger dauern können. Dann empfiehlt es sich, auf strategische Marken zu achten, wie die 9.000-Punkt-Marke oder eine andere runde Zahl. Aber auch das ist nicht immer ein sicherer Hinweis, um einzusteigen.

Deshalb gilt es Regeln zu beachten:

  • Nicht das gesamte Kapital auf einmal investieren, sondern in Etappen einsteigen. Wer beispielsweise mittels Sparplan Monat für Monat investiert, kann zwar Verluste einfahren, profitiert aber sehr schnell wieder von steigenden Kursen. Dies nennt man „Cost-Average“ Effekt. In Wertpapiere sollte man immer auf sehr lange Sicht investieren, also mehr als 10 Jahre, vielleicht sogar 20. Dann treffen einen auch härtere Krisen nicht und man profitiert vom gesamten Wirtschaftswachstum.
  • Gewinne zu prognostizieren gestaltet sich in Krisenzeiten schwierig. Günstig einkaufen ist aber genau dann möglich. Die Gewinne realisiert man dann Monate oder Jahre nach der Krise.
  • Seine Investitionen breit zu streuen ist nicht nur in Krisenzeiten sinnvoll.
  • Wer unsicher ist, welche Aktien er wählen soll, für den kann sich eine Investition in Low-Volatility-ETFs lohnen. Dabei handelt es sich um Aktien, die keinen starken Schwankungen unterworfen sind.
  • Ganz wichtig ist, Geduld zu haben. Man muss auf die Erholung der Finanzmärkte warten können. Ungeduld ist da ein schlechter Ratgeber. Schließlich kann eine Krise auch Jahre dauern. Wer warten kann, für den kann am Ende ein dickes Plus stehen.
  • Wer bereits vor der Krise Aktien gekauft hat, sollte sie auch behalten. Das ist in der Regel sinnvoll. Wird das Geld jedoch benötigt, sollte besser verkauft werden, bevor die Verluste nicht mehr tragbar sind.

Vorsicht bei Start-ups

Da Start-ups häufig längere Krisen nicht überstehen, muss man besondere Vorsicht walten lassen, bevor man sein Geld in sie investiert.

Junge Unternehmen schreiben oft noch Verluste und sind auf eine regelmäßige Finanzspritze angewiesen. Geraten Investoren in einer Krise in Panik und ziehen ihr Geld ab, kann es für junge Unternehmen schnell existenzbedrohend werden. Dazu kann kommen, dass Produkte oder Dienstleistungen angeboten werden, deren Anschaffung in einer Krise meist für nicht notwendig erachtet wird. So entstehen hohe Umsatzeinbußen.

Gleichzeitig liegen in Start-ups aber auch große bis sehr große Chancen. Die Kursentwicklung dieser Unternehmen ist in einer Krise im Steilflug nach unten. Damit können diese Aktien besonders günstig gekauft werden. Firmen, die im Bereich Zukunft oder Infrastruktur zu Hause sind können davon jedoch profitieren, denn viele Regierungen investieren gerade in Krisenzeiten in sie, um den Markt zu stabilisieren.

Aktien und ETFs kaufen

Generell können Aktien und ETFs bei jedem Broker gekauft werden. Der Kauf ist sogar schon ab einem Euro möglich. Doch auch die regulierte Börse steht zur Verfügung. Wer alles aus einer Hand haben möchte, der wendet sich an seine Bank oder an eine Direktbank.

In Währungen investieren

Es ist auch in Krisenzeiten keine gute Idee, aus der eigenen Währung ganz zu flüchten. Schließlich lebt und arbeitet man mit ihr. Einen kleinen Teil seines Vermögens kann man auch, zur Absicherung, in Fremdwährungen anlegen. Doch es sollte bei einem kleinen Teil bleiben.

Das Risiko einer Inflation steigt in einer Krise, damit steigen die Preise und das Geld verliert an Wert. Die EZB investiert gerade 750 Milliarden Euro in Zeiten der Corona-Krise, um die Finanzwirtschaft zu stabilisieren.

Fazit

Jede Krise birgt auch immer eine Chance. Das gilt vor allem dann, wenn man Geduld hat und auch längere Krisen meistert. Auf eine breite Streuung ist zu achten, wenn man Geld in Krisenzeiten investiert. Doch das gilt eigentlich in allen Zeiten. Wer Sicherheit anstrebt, der sollte auf Gold und Immobilien setzen und ETFs die breit gestreut sind. Wer risikobereit ist, kann auch in Start-ups bzw. Einzelaktien investieren. Wichtig ist immer, die Vor- und Nachteile genau abzuwägen.

Wer bereits Wertpapiere hält, sollte diese wenn irgendwie möglich nicht verkaufen, sondern die Krise durchstehen.

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Birgit Wichmann

Birgit Wichmann

Birgit verfügt, neben ihrer Erfahrung als Texterin, über eine jahrzehntelange Erfahrung als kaufmännische Leiterin, Controllerin, Bankmitarbeiterin, Steuerberaterin und in der Entwicklung von Rechnungswesensoftware. Frankreich ist ihre große Liebe, nicht nur aufgrund des sagenhaften "Le savoir-vivre". In der Freizeit tourt sie mit dem Rad durch Kärnten, Slowenien und Italien oder versinkt in Büchern. Derzeit lebt Birgit in einem kleinen Herrenhaus am Dobratsch in Villach, aber auch in Frankreich in den sagenumwobenen Cevennen.

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