Fondssparen

Nachdem der Bausparvertrag und der Kredit für das Eigenheim bedient sind, fragen sich viele Anleger in Österreich, welche Investition sinnvoll sein könnte. Unabhängig von der Risikoaversion macht nach der Bedienung der sicheren Sparformen eine Anlage mit mehr Risiko und Rendite Sinn.

Der Sprung ins kalte Investment-Wasser ohne Kenntnisse über den Aktien- oder Rohstoffmarkt wäre jedoch übertrieben. Mittels Fondssparen überlässt der private Investor weiterhin einem Profi den Aktienmarkt und trotzdem können richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden und der Gewinn kann ansehnlich sein. Außerdem kann der tägliche Blick in den Wirtschaftsteil der Zeitung zunehmend spannend werden. Eine Vorbereitung auf das eigenständige Handeln mit Wertpapieren.

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Fondssparen ist für viele der Einstieg zum Wertpapierhandel. Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 141181946 Copyright: Phongphan
Hinweis: Fondssparen muss über eine Laufzeit von vielen Jahren geplant werden. Es handelt sich um eine langfristigere Anlage als einzelne Aktientitel. Es muss ausreichend finanzielle Sicherheit vorhanden sein, um 5 oder 10 Jahre einzuzahlen.

Welche Grundsätze sind beim Fondssparen zu beachten?

Bevor auf die versprochene Rendite der unterschiedlichen Fonds gestarrt wird, müssen einige grundsätzliche Aspekte ausreichend Beachtung finden:

  • Gleichmäßige Einzahlung in den Sparplan über die Laufzeit hinweg
  • Diversifikation und Streuung nutzen
  • Immer einen kühlen Kopf bewahren

Den Vorteil der durchschnittlichen Kosten nutzen

In Fachkreisen wird dieses Prinzip auch „cost average effect“ genannt. Die Einzahlungsbeträge in das Fondssparen sollten nicht schwanken, da mit gleichbleibenden Raten in Zeiten hoher Kurse zwar weniger Anteile erworben werden, sich dieses Defizit aber in Zeiten niedriger Kurse ausgleicht.

Sollten die Kurse nämlich tief stehen, werden mehr Anteile erworben. Dadurch ergibt sich ein Durchschnittswert, der langfristig große Vorteile ergibt. Über die Einzahlungen nicht auf Kursänderungen zu reagieren, macht aus einer anderen Perspektive noch viel mehr Sinn. Bei ausreichender Diversifikation macht nämlich der eine Vertrag mehr Gewinne, während der andere weniger Profite einfährt

Auch beim Fondssparen muss gestreut werden

Bei der Anlage in Aktien gehört die Erstellung eines Portfolios und die damit einhergehende Diversifikation zu den obersten Prinzipien. Fonds basieren zwar grundsätzlich auf einem effizienten Marktportfolio, aber deshalb können trotzdem die Risiken gestreut werden. Wie bei einer Anlage in Aktien muss darauf geachtet werden, dass es sich um konträr verlaufende Märkte als Basis handelt. Das Stichwort für erfahrene Investoren lautet hier Korrelationskoeffizient. Die leichte Erklärung lautet:

Wenn ein Fonds auf Emerging Markets, wie erneuerbaren Energien basiert, sollte der zweite Vertrag für das Fondssparen eher auf Blue Chips oder Anleihen setzen! So ergibt sich praktisch automatisch eine gute Diversifikation!

Hinweis: Leider bieten viele Banken ihren Kunden zuerst nur einen Fonds an, der dem Berater die größte Provision bietet. Es werden zwar verschiedene Risikoabstufungen eines einzigen Fonds mit unterschiedlichen Anleihen-Anteilen (Mischfonds) angeboten, aber dabei handelt es sich nicht um tatsächliche Diversifikation. Es muss schon genauer bei der Bank nachgehakt werden, damit eine größere Vielfalt für die Streuung angeboten wird und für einen Vergleich bereit steht.

Auf dem Parkett heißt es immer cool bleiben

Gerade beim Fondssparen sollte relativ wenig auf fallende Kurse reagiert werden. Meist arbeiten die erfahrenen Fondsmanager ohnehin schon mit Hochdruck daran ein neues effizientes Marktportfolio zusammenzustellen. Das eigene, unerfahrene Eingreifen ist nicht mehr nötig.

Hinweis: Effizienz bedeutet im Hinblick auf Portfolios immer, dass nur systematische Risiken in der Anlage auftauchen. Die Gesamtheit der Wertpapier besitzt demnach nicht mehr Risiko als der ganze Markt. Effizienz bedeutet nicht, dass keine Risiken mehr enthalten sind.

 

Tipp: Obwohl das Grundprinzip Coolness heißt, müssen sich Anleger auch vor Augen halten, dass schlecht performende Fonds schnell vom Markt verschwinden. Durch dieses rasche Verschwinden bleiben die durchschnittlichen Gewinne aller Fonds hoch und diese Anlageform lässt sich leicht bewerben. Um zu prüfen, ob man in einen solch schlechten Fonds einzahlt, sollte einfach nur die aktuelle Marktrendite der Fonds-Rendite gegenüber gestellt werden (Achtung – risikolosen Zinssatz der Anleihen beachten!). Sollte die Rendite des Fondssparens weit unter der Marktrendite liegen, sollte ein Gespräch mit dem Kundenberater erfolgen. Sollten keine ausreichenden Erklärung kommen, dann ist eine Reaktion durchaus angebracht.

Die Auswahl der richtigen Fonds

Bevor die einzelnen Typen an Fonds genauer analysiert werden, sollte klar sein, wie viel monatliches Budget für das Fondssparen zur Verfügung steht. Sofern das Kapital hoch genug ist, müssen die verschiedenen Fonds nämlich gar nicht so genau analysiert werden. Es wird einfach die angesprochene Streuung genutzt. Es ist durchaus üblich in einen Vertrag nur zwischen 50 und 100 Euro monatlich einzuzahlen. So können bei 150 Euro schon zwei bis drei Sparverträge abgeschlossen werden. Die grobe Auswahl der Fonds erfolgt nach ihren Klassen:

  • Aktienfonds
  • Rentenfonds
  • Indexfonds
  • Mischfonds

Logischerweise basiert ein Aktienfonds auf Firmenanteilen einer bestimmten Branche. Bei Rentenfonds wird in erster Linie in festverzinsliche Wertpapiere, wie Anleihen investiert. Hier geht es um einen langfristigen, stabilen Wertzuwachs. Indexfonds setzen auf einzelne Indizes, wie etwa den DAX oder den Dow Jones. Gerade für Einsteiger, welche sich nur einen Vertrag leisten können, empfiehlt sich diese Option besonders. Bei Mischfonds erfolgt dem Namen entsprechend eine Mischung aus all diesen Modellen. Gerade wenn in mehrere Fonds investiert wird, dann kann diese Option vermieden werden, da sich durch einen parallel gehaltenen Aktienfonds und einen Rentenfonds ohnehin Mischungen ergeben.

Hinweis: In der Fachsprache existieren noch die Begriffe „absolute return“ oder „total return“. Bei diesen Spezialfällen werden alle Management Entscheidungen auf eine gewisse Rendite ausgelegt. Das kann sehr erfolgreich sein, aber ebenso zu großen Verlusten führen. Gerade Einsteiger sollten diese Fonds eher meiden.

Fazit

Wer bereits in Tagesgeld oder Festgeld investiert und einen Bausparvertrag sein Eigen nennt, der sollte über das Fondssparen nachdenken. Durch diese Investition lässt sich das Portfolio sehr leicht und mit kalkulierbarem Gefahren erweitern. Schon die wenigen Grundsätze, die es zu beachten gibt, zeigen, dass Fondssparen für jeden Normalbürger vorteilhaft und leistbar sein kann. Lassen Sie Ihr Geld für Sie arbeiten!

Konsument:
http://www.konsument.at/geld-recht/fondssparen-und-fondspolizzen

Trend:
http://www.trend.at/finanzen/geld-service/reich-raten-die-30-fondssparplaene-344495

 

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.