Diamanten als Geldanlage

Diamanten: Frauen haben viele Gründe, diese Form des Kohlenstoffs zu lieben. Die kleinen, glitzernden Steine veredeln ihren Auftritt, und wer einen Diamant schenkt, bringt der oder dem Beschenkten seine hohe Wertschätzung zum Ausdruck.

AnlegerInnen wissen diese besondere Form des Kohlenstoffs ebenfalls zu schätzen. Die Wertentwicklung ist in manchen Fällen nämlich höher als bei so manchem Edelmetall. Das gilt besonders in Krisenzeiten. Dennoch sind Diamanten nicht immer ein sicherer Hafen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Edelstein-Geldanlage ist trickreich, aber lukrativ.

Welche Arten von Diamanten sind zu unterscheiden?

Drei große Diamant-Gruppen

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Trotz der unterschiedlichen Nutzung von Edelmetallen wird nur ein Goldpreis mit allen möglichen Einflussfaktoren genannt und beachtet. Bei Diamanten ist dies anders. Die Unterscheidung ist sehr wichtig, denn die zierlichen Schmucksteine lassen nicht beliebig einschmelzen und in eine andere Form bringen. Aus diesem Grund unterscheidet man drei wesentliche Gruppen der Diamanten:

  •  Industriediamanten
  • Schmuckdiamanten und
  • Anlagediamanten bzw. Investment Diamonds

Ohne nun die jeweiligen Eigenschaften und feinen Abweichungen zu besprechen, widmen wir uns generell der Wertentwicklung der unterschiedlichen Diamant-Kategorien. Denn es müssen verschiedene Indikatoren Beachtung finden.

Hinweis: Aufgrund der immer kostengünstigeren Methoden zur Herstellung von synthetischen Replikaten ersetzen sie mittlerweile mehr und mehr die klassischen Industriediamanten. Wir klammern diese Gruppe daher aus.

Die Rendite beeinflussende Faktoren

Während der Preis von Industriediamanten in erster Linie vom erwarteten Produktionsoutput abhängt, orientiert sich die Wertentwicklung beim Schmuck an der Einkommensentwicklung. Der Wert von Investment Diamonds orientiert sich jedoch auch stark am US-Dollar und an den Leitzinsen. Diese zwei Indikatoren erinnern stark an das gelbe Edelmetall Gold.

Korrelation zwischen Gold und Diamanten

Normalerweise könnte ein Investor davon ausgehen, dass es sich bei Diamanten um ein Substitut zu Gold handelt. Beide Anlagen scheinen zu steigen, wenn die Zinsen und der US-Dollar nach unten zeigen.

Die beiden edlen Investments neigen in ruhigen Zeiten zu einem Korrelationskoeffizient von 1 hin, nähern sich einander also in ihrer Preisentwicklung stark an. Zumindest heißt Wachstum für einen Wert auch ein gewisses Wachstum für den anderen.

Die Einkommensentwicklung als wichtiger Faktor der Preisentwicklung

Trotz der sich gegenseitig beeinflussenden Beziehung zwischen Gold und Edelsteinen zeigte sich in der Finanzkrise 2008 ein ganz anderes Bild. Damals büßte der Preis für Diamanten bis zu 30 Prozent ein während Gold weiter in die Höhe schoss (die New York Times berichtete).

Wir können nachvollziehen, warum dieser Effekt auftrat. Der Einfluss der Schmuckdiamanten auf den gesamten Markt war so groß, dass auch der Preis für Anlagediamanten stark beeinflusst wurde. Das allgemein geringere Einkommen war hier der starke Faktor – den Gold hingegen gar nicht spürte.

Was muss beim Kauf von Anlagediamanten beachtet werden?

Weitere Faktoren, die die Preisentwicklung beeinflussen

Leider ist der Ankauf von Diamanten nicht so einfach wie der Kauf von Gold oder Silber. Bei physischen Edelmetallen muss sich der Anleger nur fragen, wie schwer und wie rein der Barren ist. Beim Kauf eines Diamanten verliert man folgende Aspekte nicht aus den Augen:

Die vier Cs

  1. Gewicht (Carat)
  2. Reinheit (Clarity)
  3. Farbe (Colour)
  4. Schliff (Cut)

Die vier Cs haben Auswirkungen auf den Anlagewert der eigenen Diamanten. Außerdem sollten Investoren immer darauf achten, von einem Händler zu kaufen, der Diamanten mit Zertifikat aushändigt. In dieser Hinsicht gleicht der edle Rohstoff sogar Gold- oder Silbermünzen.

Kriterien zur Wertermittlung: Das Gewicht

Das Karat-Gewicht (ct) entscheidet über den Preis eines Diamanten. Der Preis errechnet sich folgendermaßen:

Preis pro Karat x Karatgewicht

Anders als bei Gold oder beim Handel mit Aktien und Wertpapieren gibt es für den Handel mit Diamanten keinen geregelten Preisindex. Die Preisfindung läuft vor allem über Indizes zweier anerkannter Institute: Die Diamantindizes IDEX und RAPAPORT. IDEX weist 15 unterschiedliche Preise aus, die sich nach Gewicht und Schliffform unterscheiden. Eine kontinuierlich steigende Kurve zeigt IDEX vor allem bei Diamanten mit einem Karatgewicht von 3ct.

Kriterien zur Wertermittlung: Die Reinheit

Je höher der Reinheitsgrad desto höher der Preis eines Diamanten. Die Reinheit lässt sich nach GIA (Gemological Institute of America) in 11 Punkte unterteilen:

  1. flawless (fl) – lupenrein (auch bei 10-facher Vergrößerung)
  2. internally flawless (if) – lupenrein, mit leichten Oberflächenspuren von der Verarbeitung
  3. very, very small inclusions (vvs1 / vvsi) – Einschlüsse sehr, sehr schwer erkennbar (auch bei 10-facher Vergrößerung)
  4. very, very small inclusions (vvs2) – Einschlüsse sehr schwer erkennbar (auch bei 10-facher Vergrößerung)
  5. very small inclusions (vs1 / vsi) – Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung schwer erkennbar
  6. very small inclusions (vs2) – Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung erkennbar
  7. small inclusions (si1) – Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung leicht erkennbar
  8. small inclusions (si2) – Einschlüsse bei 10-facher Vergrößerung erkennbar, nicht jedoch mit dem bloßen Auge
  9. Piqué I (pi1) – Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar, hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Brillanz
  10. Piqué II (pi2) – Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar, hat Auswirkungen auf die Brillanz
  11. Piqué III (pi3) – Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar, hat deutliche Auswirkungen auf die Brillanz

Kriterien zur Wertermittlung: Die Farbe

Auch bei den Farben von Diamanten legt das Gemological Institute of America (GIA) die Werte-Skala, und damit indirekt die Preise, fest. Die „teuerste Farbe“ ist dabei der farblose Diamant. Danach reihen sich Farben wie feines bis getöntes Weiß oder Gelb ins Ranking. Passen Reinheit und Gewicht, kann die „richtige“ Farbe den Preis des Diamanten noch einmal empfindlich erhöhen oder drücken.

Kriterien zur Wertermittlung: Der Schliff

Der Schliff bestimmt die Schönheit eines Edelsteins. Erst durch den Schliff bekommt ein Diamant seine Leuchtkraft – erst der „Cut“ bringt ihn zum Funkeln. Es gibt unterschiedliche Schliff-Arten, bekannt und begehrt sind unter anderem der aus mindestens 57 Facetten bestehende Brillant- und der sternförmige Princess-Schliff.

Die Qualität des Schliffs richtig einordnen:

  1. exzellent – bester Schliff, maximale Brillanz, reflektiert das gesamte Licht
  2. sehr gut – mit bloßem Auge kein Unterschied zum exzellenten Schliff erkennbar, günstiger Preis (und daher sehr begehrt)
  3. gut – reflektiert die Mehrheit des Lichts
  4. mittel – reduzierte Brillanz
  5. gering – trüber und lebloser Schliff

Info: Das Juwelierunternehmen Renésim aus München veranschaulicht auf seiner Website auf aufschlussreiche Art und Weise Größen und Schliffe von Diamanten.

Diamanten als Wertanlage: Die Chancen

Der Diamantenhandel birgt durchaus Chancen. Es ist möglich, sein Vermögen durch Diamanten zu sichern bzw. gegebenenfalls sogar hohe Renditen durch Diamanten zu erwirtschaften. Dabei sollte man sich jedoch auch immer eines vor Augen halten: Als „Krisenwährung“ sichern Anlageklassen wie Gold oder Diamant das Vermögen ab – reich wird man davon eher weniger. Der Anleger möchte in diesem Fall sein Geld ohne Verluste durch eine Krise bringen. Und da kommen Diamanten wie gerufen.

Aufgrund der fehlenden Terminmarktkontrakte (und den damit ausbleibenden Finanzspekulationen) gelten Diamanten sogar als wertstabiler als Gold.

Wie und wo mit Diamanten handeln?

Mit Diamanten handelt man am besten an einem Ort, an dem der Verkauf zu tagesaktuellen Marktpreisen üblich ist. Das kann der private Diamanthändler, der Juwelier oder das Pfandleihhaus sein. Auch der Online-Handel ist möglich.

Der Online-Kauf von Diamanten hat sich während der Corona-Krise mehr und mehr etabliert; hier ist kritisches Denken und vorsichtiges Handeln angebracht. Im Zweifel verlässt man sich besser auf die klassische – nämlich die analoge – Variante.

Sein Vertrauen schenkt man aber ohnehin nicht gleich dem erstbesten Diamantenhändler: Besser ist es, dessen Leistungen genauestens zu studieren, Erfahrungen im privaten Kreis zu erfragen und Angebote gegebenenfalls auch mit anderen Händlern zu vergleichen. Der Händler sollte einfach erreichbar sein, ein stabiles Service anbieten und langjährige Erfahrung mit den internationalen Diamantmärkten besitzen. Nur auf diese Weise hat er die Kompetenz, Edelsteine zu jedem Zeitpunkt zu einem lukrativen Preis zu verkaufen.

Einen vertrauensvollen Händler finden: Mit den Empfehlungen der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein erhalten Interessierte die Kontaktdaten von DEIO Mitgliedern. Auch der Diamant Club Wien stellt auf Anfrage Kontakte zu kaufinteressierten Mitgliedern der österreichischen Diamantbörse her.

Die zwei größten Vorteile von Diamanten

Chancenreich und komfortabel

Diamanten stellen bestimmt keine einfache Geldanlage dar, wie wir durch all die dargestellten Aspekte gezeigt haben. Trotzdem können zwei Gründe sehr stark für ein wenig edles Glitzern im Portfolio sprechen. Zum einen kann dieser gepresste Kohlenstoff während mancher Wirtschaftsphasen viel mehr Wertzuwachs erleben als andere Rohstoffe wie etwa Gold. Die Herausforderung für den Investor ist es selbstverständlich, diese Phasen zu identifizieren.

Zum anderen stellen Diamanten eine sehr platzsparende und komfortable Anlageform dar. In unserer heutigen Welt, wo der Großteil unseres Geldes nur mehr digital existiert, denken wir an diesen Vorteil oft gar nicht. Wenn jedoch viel Geldwert auf ein kleines Gewicht und kleine Größe gepresst ist, dann lässt sich dieses Geld unauffälliger und damit sicherer aufbewahren. In dieser Hinsicht haben die Diamanten gegenüber dem physischen Gold die Nase vorn.

Tipp: Gerade wenn es um die langfristigere Sicherung des Vermögens geht, kann es sich lohnen, den teuren Kohlenstoff im Ausland zu kaufen. In der Schweiz wird weniger Umsatzsteuer fällig und in Dubai entfällt dieser Kostenpunkt vollkommen. Bei der Einfuhr nach Österreich muss diese Steuer zwar nachgezahlt werden, aber wenn sie erst einmal dort in einem Bankfach liegen, dann bleiben die Diamanten erst einmal steuerfrei.

Weitere Informationen: Wallstreet Online zu Diamanten

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Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Gründer der OPTIFIN und Geschäftsführer einer Agentur hat er tagtäglich mit den Themen Immobilienfinanzierung und Finanzen zu tun. Er betreut und erstellt daher die Inhalte zu diesen Themen.

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