Weiterbildungsgeld

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Weiterbildungsgeld handelt es sich um eine österreichische Sozialleistung, die an Personen, die sich in einer Bildungskarenz befinden, vom Arbeitsmarktservice ausbezahlt wird.
  • Befindet man sich in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis, kann man kein Weiterbildungsgeld beantragen.
  • Die Höhe des Weiterbildungsgeldes beträgt 14,53 Euro pro Tag und gleicht damit der Höhe des Kinderbetreuungsgeldes.
    Hat man das 45. Lebensjahr vollendet, so ist die Höhe des Weiterbildungsgeld gleich dem Arbeitslosengeld, wenn dieses höher ist als der oben genannte Mindestbetrag.

Was ist das Weiterbildungsgeld?

Beim Weiterbildungsgeld handelt es sich um eine österreichische Sozialleistung, die an Personen, die sich in einer Bildungskarenz befinden, vom Arbeitsmarktservice ausbezahlt wird. Seit dem Jahr 1998 ist es laut AVRAG (Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz) möglich, auf Bildungskarenz zu gehen oder sich gegen Entfall des Arbeitsentgelts freistellen zu lassen. Das Weiterbildungsgeld soll während der Dauer der Bildungskarenz zur wirtschaftlichen Absicherung dienen.

Weiterbildungsgeld
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Wer hat Anspruch auf Weiterbildungsgeld?

Um Weiterbildungsgeld beanspruchen zu können, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören:

  • eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
    Die Bildungskarenz oder die Freistellung gegen Entfall der Bezüge muss mit dem Arbeitgeber im Vorhinein abgeklärt werden.
  • eine Beschäftigung von mindestens sechs Monaten
    Der Antragsteller muss vor dem Bezug von Weiterbildungsgeld für mindestens sechs Monate ununterbrochen arbeitslosenversicherungspflichtig beim Arbeitgeber beschäftigt gewesen sein.
  • eine Anwartschaft auf Arbeitslosengeld
    Bei der Anwartschaft auf Arbeitslosenbezüge handelt es sich um den Anspruch auf die finanzielle Unterstützung durch das AMS, nachdem man lange genug arbeitslosenversicherungspflichtig gearbeitet hat. Ist man sich nicht sicher, ob der Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung besteht, kann man das hier testen oder sich bei einem Berater des AMS erkundigen.
  • eine Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden oder bei einem Studium vier Semesterwochenstunden (bzw. 8 ECTS)

Ist man als Saison-Arbeitskraft tätig, oder möchte man das Weiterbildungsgeld im Anschluss an eine Elternkarenz konsumieren, sollte man sich an einen Berater des österreichischen Arbeitsmarktservice wenden.

Wo wird es beantragt?

Das Weiterbildungsgeld muss persönlich beim AMS beantragt werden. Der Antrag kann nur bei der zuständigen regionalen Geschäftsstelle gestellt werden.

Befindet man sich in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis, kann man kein Weiterbildungsgeld beantragen.

Die Höhe des Weiterbildungsgeldes

Die Höhe des Weiterbildungsgeldes beträgt 14,53 Euro pro Tag und gleicht damit der Höhe des Kinderbetreuungsgeldes.
Hat man das 45. Lebensjahr vollendet, so ist die Höhe des Weiterbildungsgeld gleich dem Arbeitslosengeld, wenn dieses höher ist als der oben genannte Mindestbetrag.

Die Dauer des Bezugs

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann das Weiterbildungsgeld je nach der gesamten Dauer der Weiterbildung für drei bis maximal zwölf Monate ausbezahlt werden.

Bei einer Freistellung gegen Entfall der Bezüge liegt die Bezugsdauer des Geldes bei sechs Monaten bis zu einem Jahr.

Beschäftigung trotz Bezug von Weiterbildungsgeld?

Bezieht man Weiterbildungsgeld und geht einer anderen Beschäftigung bzw. einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nach, müssen dennoch die gültigen Einkommens- bzw. Umsatzgrenzen eingehalten werden. Ansonsten erlischt der Anspruch auf das Weiterbildungsgeld.

Freistellung gegen Entfall der Bezüge

Ist man als Dienstnehmer noch keine sechs Monate im Unternehmen tätig, kann anstelle der Bildungskarenz eine Freistellung gegen Entfall der Bezüge mit dem Dienstgeber vereinbart werden.

Der Dienstnehmer erhält das Weiterbildungsgeld jedoch nur, wenn der Arbeitgeber eine nicht geringfügig beschäftigte Ersatzkraft einstellt, die vor dem Beginn des Beschäftigungsverhältnisses Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen hat.

Sechs Monate Dauer bilden die Untergrenze der Freistellung, die Obergrenze beträgt wie bei der Bildungskarenz zwölf Monate.

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Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Verfassen von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.

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