Papamonat

Das Wichtigste in Kürze
  • Seit 1. September 2019 haben alle Väter in Österreich das Recht auf den Papamonat.
  • Während des Papamonats muss der Arbeitgeber kein Entgelt zahlen.
  • Vom Zeitpunkt der Vorankündigung (jedoch frühestens vier Monate vor dem errechneten Termin der Geburt) bis vier Wochen nach dem Ende des Papamonats besteht ein Kündigungs- und Entlassungsschutz.

Jährlich kommen in Österreich rund 86.000 Kinder zur Welt. Im Schnitt sind ihre Mütter bei der Geburt nicht ganz 31 Jahre alt. Die Mama sind es meist auch, die sich sich in den ersten Lebensmonaten um die Babys kümmern. In den Genuss, dass auch der Papa in Karenz geht, kommt nur jedes fünfte österreichische Baby.

Grundsätzlich hatten in Österreich bis jetzt nur Väter, die im öffentlichen Dienst tätig waren, Anspruch auf einen Papamonat (auch Väterfrühkarenz genannt) . Einen Rechtsanspruch auf die Freistellung gab es bisher nicht. Der Arbeitgeber musste sein Okay dazu geben. Wurde kein Papamonat genehmigt, nehmen sich viele frischgebackene Väter ein paar Wochen Urlaub.
Durch eine Bestimmung des österreichischen Nationalrats sollen seit 1. September 2019 alle Jungväter vom Papamonat profitieren können. Es hat somit jeder junge Papa den Anspruch auf ein Monat mit seinem neugeborenen Baby.

Was ist der Papamonat?

Papamonat
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Beim Papamonat handelt es sich um eine vierwöchige Berufsfreistellung des Vaters, damit dieser nach der Geburt des Babys Zeit mit seinem Kind verbringen kann. Die Freistellung von der Arbeit erfolgt gegen Entfall des Engelts.
Da sich die Mama des Kindes in dieser Zeit im Mutterschutz befindet und auch zuhause ist, können sich beide Elternteile gemeinsam als Familie um das Kind kümmern. Der Papamonat ist eine berufliche Freistellung und unabhängig von der Elternkarenz, diese “normale” Karenz beginnt erst danach und kann von Mutter oder Vater beansprucht werden.

Voraussetzungen für den Papamonat

  • Vorliegen eines gemeinsamen Haushalts (Vater und Kind)
  • rechtzeitige Vorankündigung
  • fristgerechte Meldung des tatsächlichen Antritts

Wann kann der Papamonat in Anspruch genommen werden?

Der Papamonat kann ab dem ersten Tag nach der Geburt des Kindes bis zum Ende des Beschäftigungsverbotes der Mutter genommen werden. Ist die Mutter nicht Arbeitnehmerin, sondern selbstständig, arbeitslos oder Hausfrau – besteht also kein gesetzliches Beschäftigungsverbot – so können Väter den Papamonat bis zum Ablauf von acht Wochen, bei Früh-, Mehrlings- oder Kaiserschnittgeburten bis zwölf Wochen nach der Geburt beanspruchen.

Seit wann und ab wann gilt der Papamonat in Österreich?

Mit 1. September 2019 tritt in Österreich die Regelung für den Papamonat in Kraft. Diese Regelung gilt für Geburten mit einem errechneten Geburtstermin frühestens drei Monate nach dem Inkrafttreten – also für Geburtstermine ab 1.12.2019.
Für errechnete Geburtstermine zwischen 1.9.2019 und 30.11.2019 gibt es eine Sonderregelung und es besteht ebenfalls Anspruch auf einen Papamonat. Es ist hierbei jedoch eine kürzere Vorankündigungsfrist gegenüber dem Arbeitgeber zu beachten.

Wann muss man den Papamonat melden?

Väter müssen den voraussichtlichen Beginn unter Bekanntgabe des voraussichtlichen Geburtstermins spätestens drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin beim Arbeitgeber ankündigen. Handelt es sich um errechnete Geburtstermine in den Monaten September, Oktober und November des Jahres 2019, so darf die Frist der Vorankündigung von drei Monaten unterschritten werden.

Der Arbeitgeber muss nach der Geburt unverzüglich vom Vater verständigt werden. Der tatsächliche Antrittszeitpunkt des Papamonats ist spätestens eine Woche nach der Geburt bekannt zu geben.

Kündigungs- und Entlassungsschutz im Papamonat

Vom Zeitpunkt der Vorankündigung (jedoch frühestens vier Monate vor dem errechneten Termin der Geburt) bis vier Wochen nach dem Ende des Papamonats besteht ein Kündigungs- und Entlassungsschutz.

Kann man als gleichgeschlechtliches Paar den Papamonat nutzen?

Ja, kann man. Bekommt die Partnerin durch medizinisch unterstützte Fortpflanzung ein Kind, können Frauen den Anspruch geltend machen.

Finanzielle Unterstützung während des Papamonats

Während der beruflichen Freistellung muss der Arbeitgeber kein Entgelt zahlen. Es kann in dieser Zeit jedoch der Familienzeitbonus beansprucht werden. Mit diesem kann man täglich 22,60 Euro, also 700 Euro im Monat beziehen. Bei einem späteren Bezug von Kinderbetreuungsgeld wird dieser Betrag dem Vater allerdings wieder abgezogen.

Der Papamonat und der Familienzeitbonus sind unterschiedliche Ansprüche, die sich zeitlich nicht zur Gänze decken. Darum müssen beide Ansprüche bei der Planung des Papamonats und der Festlegung der Familienzeitbonus-Bezugstage aufeinander abgestimmt werden.
Die Dauer des Bezuges des Familienzeitbonus muss mit der beanspruchten Berufsfreistellung für den Papamonat exakt übereinstimmen.

Um Anspruch auf den Familienzeitbonus zu besitzen, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein:

  • Antrag in Form des entsprechendem Formular
    Dieser Antrag auf Familienzeitbonus ist vom Vater binnen 91 Tagen ab der Geburt beim jeweiligen Sozialversicherungsträger zu stellen. Der Familienzeitbonus darf jedoch erst nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beantragt werden.
  • Bezug von Familienbeihilfe
    Es muss für das Kind Familienbeihilfe bezogen werden.
  • Gemeinsamer Haushalt
    Der Vater muss mit Mutter und Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben. Dies muss der Hauptwohnsitz sein.
  • Erwerbstätigkeit von 182 Tagen
    Vor Bezugsbeginn des Familenzeitbonus muss der Vater durchgehend 182 Tage kranken- und pensionsversicherungspflichtig erwerbstätig sein.
  • Bezugsdauer
    Der Familienzeitbonus kann – anders als der Papamonat – nur für 28, 29, 30 oder 31 Tage bezogen werden. Der vollständige Bezug muss innerhalb von 91 Tagen ab der Geburt des Kindes stattfinden.

Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Texten von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.

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