Mindestpension

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Ausgleichszulage wird umgangssprachlich als Mindestpension bezeichnet.
  • Der Bund stockt kleine Pensionen mit der Ausgleichszulage auf.
  • Zum Erhalt der Ausgleichszulage muss der Antragsteller bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
  • Zusätzlich zur herkömmlichen Ausgleichszulage: Pensionsbonus oder Ausgleichszulagenbonus
  • Berechnung des Anspruchs: Pflegegeld zählt nicht zum Einkommen

Die Alterspension sichert Menschen im Alter finanziell ab. Fällt diese sehr gering aus, besteht die Möglichkeit des Erhalts einer Ausgleichszulage, welche jährlich 14 Mal ausbezahlt wird. Die Ausgleichszulage ist auch das, was man in Österreich allgemein unter dem Begriff „Mindestpension“ versteht.

Jeder Pensionsbezieher, dessen Gesamteinkommen (Bruttopension + sonstige Nettoeinkommen + eventuelle Unterhaltsansprüche) unter dem bestimmten gesetzlichen Richtsatz (Mindestpension) liegt, erhält eine Ausgleichszulage zur Aufstockung des Gesamteinkommens.

Ein Antrag auf Ausgleichszulage muss im ersten Schritt nicht separat gestellt werden, da jeder Antrag auf Pension gleichzeitig als ein Antrag auf Ausgleichszulage gilt. Ergibt sich jedoch mit dem Pensionsbescheid ein Anspruch auf Ausgleichszulage, muss diese in einem weiteren Schritt entsprechend beantragt werden. Das Antragsformular steht beim digitalen Amt Österreich zum Download bereit.

Lesen Sie hier, an welcher Stelle der Pensionsantrag eingebracht werden muss.

Wer erhält eine Mindestpension/ Ausgleichszulage?

Zum Erhalt der Mindestpension müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • in Österreich versichert
  • gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich
  • jährlich nicht mehr als acht Wochen im Ausland
  • generelle Berechtigung, eine Pension in Österreich zu beziehen
  • das Gesamteinkommen unterschreitet den aktuell geltenden Richtsatz

Das Gesamteinkommen berücksichtigt die Haushaltsgröße, und setzt sich zusammen aus der Bruttopension PLUS weiteren Netto-Einkünften.

Personen, die Anspruch auf eine Ausgleichszulage haben, können sich auf Antrag zusätzlich von der Rezeptgebühr befreien lassen. Der Antrag ist bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zu stellen.
(Anm.: Da sich die Formulare je nach Bundesland unterscheiden, ist es notwendig, auf der Seite zunächst das richtige Bundesland zu wählen bevor man zum Punkt „Formulare“, und dort zu „Rezeptgebühr“ navigiert.)

Ausnahme: Pensionsbezieher aus Wien mit Anspruch auf Ausgleichszulage sind gemeinsam mit ihren mitversicherten Angehörigen automatisch – also ohne Antrag – von der Rezeptgebühr befreit.

Lesen Sie hier, wer generell Anspruch auf Alterspension in Österreich hat.

Pflegegeld zählt zu den anrechnungsfreien Einkünften

Neben Wohn-, Familienbeihilfen und Kinderzuschüssen wird auch das Pflegegeld zu nicht zum Einkommen gezählt. Eine lückenlose Auflistung aller anrechnungsfreien Einkünfte ist auf der Seite der Pensionsversicherungsanstalt zu finden.

Verspäteter Antrag auf Ausgleichszulage

Wird der Antrag zu einem späteren Zeitpunkt beantragt, gilt der dem Antrag vorausgegangene Monat als frühester Zeitpunkt des Auszahlungsbeginns.

Entfall der Ausgleichszulage

Während die herkömmliche Pension zu jeder Zeit weiterläuft, kann der Bezug der Ausgleichszulage entfallen.

Personen, die mehr als acht Wochen pro Jahr im Ausland leben, verlieren ihren Anspruch auf Ausgleichszulage.

Planungssicherheit haben all jene Anspruchsberechtigte, die ihren Auslandsaufenthalt im Vorhinein bei der Pensionsversicherungsanstalt bekannt geben. In diesem Rahmen kann auch gleich die neuerliche Beantragung geplant werden.

Ausgleichszulage Plus

Wer länger arbeitet, soll auch mehr Pension bekommen. Bei der Ausgleichszulage Plus handelt es sich daher um eine Art „Belohnung“ oder „Abfindung“ für all jene, die bei ihrer Pensionskasse viele Beitragsmonate vorweisen können. Die Ausgleichszulage Plus führt somit zu einer Erhöhung des Richtsatzes, und im Zuge dessen zu einer höheren Rente.

Die Ausgleichszulage Plus ist nicht an die herkömmliche Ausgleichszulage (Mindestpension) gekoppelt. Auch Personen, die keine Mindestpension erhalten, können in den Genuss einer Ausgleichszulage Plus kommen.

Um die Ausgleichszulage Plus besser abgrenzen zu können, hält die Pensionsversicherung zwei unterschiedliche Begriffe bereit:

  • Pensionsbonus: Ausgleichszulage Plus für Personen, die keine herkömmliche Ausgleichszulage (in Form einer „Mindestpension“) erhalten
  • Ausgleichszulagenbonus: Ausgleichszulage Plus für Personen, die eine herkömmliche Ausgleichszulage (in Form einer „Mindestpension“) erhalten

Die Ausgleichszulage Plus erhalten Versicherungsnehmer, die zum Stichtag entweder

  • 30 Beitragsjahre oder
  • 40 Beitragsjahre

nachweisen können.

Bei Personen mit nachweisbaren 30 Beitragsjahren addiert die Pensionsversicherung einen monatlichen Bonus auf die Standard-Pension hinzu. Für Personen, die 40 Beitragsjahre vorweisen können, erhöht sich dieser Bonusbetrag um mehr als das Doppelte. Die aktuellen Richtsätze zur Ausgleichszulage Plus sind auf der Website der Pensionsversicherungsanstalt abrufbar.

Neben der Beschäftigungszeit finden zusätzlich bis zu 60 Kindererziehungsmonate (5 Jahre) sowie 12 Monate Präsenz- oder Zivildienst Berücksichtigung.

Ob Anspruch auf die erhöhte Ausgleichszulage besteht, beantwortet die Pensionsversicherungsanstalt. Der aktuelle Richtsatz kann im digitalen Amt Österreich eingesehen werden.

Wie viel Pension erhalten Sie vom Staat? Lesen Sie hier mehr darüber.

Mindestpension bei Frauen

Viele Frauen sind von dem Schicksal betroffen, dass sie zwar viele Arbeitsjahre vorweisen können, jedoch nur sehr wenig Geld am Pensionskonto haben. Neben der Ausgleichszulage kommt daher gerade für Frauen auch die Ausgleichszulage Plus infrage.

Grund für die geringe Rente ist, dass Frauen häufig in Branchen arbeiten, in denen vergleichsweise niedrige Löhne und Gehälter bezahlt werden, etwa im Gesundheits- oder Dienstleistungsbereich. Auch wenn man beispielsweise das ganze Berufsleben als Frisörin oder Pflegerin arbeitet, läuft das oft nur auf die Mindestpension hinaus.

Außerdem sind Frauen oft längere Zeiträume in einer Teilzeitbeschäftigung erwerbstätig, da sie sich um Haushalt und Kinder kümmern.

Es ist daher speziell für Frauen sinnvoll, sich zu informieren, welche Zeit der Kindererziehung bei der Berechnung der Pension Berücksichtigung findet.

Ebenso sinnvoll ist es für Frauen, sich eingehend über die anrechnungsfreien Einkünfte – also die Einkünfte, die nicht zur Berechnung des Gesamteinkommens herangezogen werden – zu informieren. Dazu zählen unter anderem das Kinderbetreuungsgeld, Kinderzuschüsse und das Pflegegeld.

Newsletter

Ja, ich möchte einmal monatlich aktuelle Finanzinfos erhalten. Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

Claudia Felbermayer

Claudia Felbermayer

Diese Webseite verwendet Cookies, um das beste Nutzererlebnis für Dich zu gewährleisten! Mehr erfahren