Kinderbetreuungsgeld

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Bezug des Kinderbetreuungsgeldes wurde ab dem 01.März 2017 neu geregelt
  • Es gibt 2 Modelle zu Wahl: Kinderbetreuungsgeldkonto und einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld
  • Partnerschaftsbonus: € 1.000 Bonus bei Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen den Elternteilen

Mit dem 1.3.2017 tritt die neue Regelung des Kinderbetreuungsgeldes in Kraft.  Diese bringt einige Änderungen mit sich, die laut Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin vor allem auch Väter verstärkt zur Kinderbetreuung motivieren sollen. Hierfür wurden gezielt Anreize gesetzt, speziell die flexible Laufzeitwahl dürfte vielen Eltern entgegenkommen. Allerdings wird das Ziel, Alleinerzieherinnen verstärkt zu entlasten, von vielen Experten und Kommentatoren als „zweifelhaft“ bis „unwahrscheinlich“ beschrieben.

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Besonders Väter sollen im Zuge des Kinderbetreuungsgeldes unterstützt werden. Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 98767625 Copyright: YakobchukOlena

Dennoch darf das sogenannte Kindergeldkonto Neu als interessante Weiterentwicklung des bisherigen Kindergeldsystems bewertet werden. Inwiefern sich die gewünschten bürokratischen Vorteile einstellen, bleibt abzuwarten. Der Bürokratieabbau und daraus folgende Einsparungen waren ein weiteres Hauptmotiv dieser Reform. Ob diese zum großen Wurf wird, ist aktuell noch ungewiss, geht es nach der Familien- und Jugendministerin, steht dieser Punkt aber außer Streit.

Das Kinderbetreuungsgeld im Detail

Wer hat Anspruch auf das Kinderbetreuungsgeld

Folgende Punkte müssen erfüllt sein bzw. eingehalten werden, um Kinderbetreuungsgeld erhalten zu können:

  • Anspruch bzw. Bezug von Familienbeihilfe
  • Lebensmittelpunkt und rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich
  • Gemeinsamer Haushalt mit dem Kind und entsprechende, gemeinsame Hauptwohnsitzmeldung
  • Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen: 10 Stück gesamt
  • Einhaltung der Zuverdienstgrenze
  • Zusätzliche Obsorgeberechtigung bei getrennt lebenden Eltern und Bezug der Familienbeihilfe durch den antragstellenden Elternteil

Zwei Systeme stehen zur Auswahl

Für die angehenden Eltern steht zunächst die Auswahl des Bezugssystems an. Die beiden Optionen lauten wie folgt:

  1. Kinderbetreuungsgeld-Konto (Pauschalsystem)
  2. Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld

Diese Entscheidung betrifft beide Elternteile gleichermaßen und muss in Einklang getroffen werden. Ein Wechsel des zuerst gewählten Systems ist nur innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Erstantrag möglich.

Achtung: Der Antrag kann frühestens ab dem Tag der Geburt des Kindes / der Kinder bei der zuständigen Krankenkasse eingebracht werden!

Das Pauschalsystem

Zunächst eine Übersicht zum mit Stichtag 28.2.2017 auslaufenden Pauschalsystem:

  • 12 + 2 Monate / 33 € pro Tag
  • 15 + 3 Monate / 26,60 € pro Tag
  • 20 + 4 Monate / 20,80 € pro Tag
  • 30 + 6 Monate / 14,53 € pro Tag

Die neue Regelung sieht eine flexible Auswahl der Laufzeit vor, innerhalb eines festgelegten Laufzeitrahmens. Dabei wird unterschieden, ob sich der Vater an der Kinderbetreuung beteiligt, oder nicht. Entscheidet sich dieser dazu, das Kinderbetreuungsgeld in Anspruch zu nehmen, verlängert sich die Dauer um anteilig 20 Prozent. Das bedeutet, dass in jedem wählbaren Modell 20 Prozent ausschließlich dem zweiten Elternteil vorbehalten sind. In Zahlen sieht dies folgendermaßen aus:

  • Bezugshöhe je Variante (Längste – Kürzeste): 14,53 – 33,88 €
  • Frei wählbare Bezugsdauer für einen Elternteil: 365 – 851 Tage
  • Frei wählbare Bezugsdauer für beide Elternteile: 456 – 1.063 Tage

Die Höhe des Tagessatzes orientiert sich an der gewählten Laufzeit. Sollten beide Elternteile die Betreuung abwechselnd übernehmen, sind bei kürzester Laufzeit mindestens 91 Tage für den zweiten Elternteil reserviert, im längsten Modell mindestens 212 Tage. Somit ergeben sich folgende Gesamtansprüche für einen bzw. zwei betreuende Elternteile:

  • Ein Elternteil gesamt: ca. 12.365 €
  • Zwei Elternteile gesamt: ca. 15.450 €

Die Differenz, die sich hieraus ergibt, beträgt in etwa 3.100 €. Somit wurde der Anteil, der für den zweiten Partner vorgesehen war, markant erhöht, von zuvor 16 % auf nun 20 %.

Wichtig: Die gewählte Anspruchsdauer kann darüber hinaus einmalig geändert werden. Ein entsprechender Antrag muss bis spätestens 91 Tage vor Ablauf der zuerst beantragten Laufzeit bei der zuständigen Krankenkasse eingebracht werden. Die Tagessätze für das Kinderbetreuungsgeld werden neu berechnet, auch rückwirkend. So kann entweder ein Anspruch auf Nachzahlung, oder eine Rückzahlungspflicht entstehen. Etwaige Rückzahlungsforderungen müssen binnen 61 Tage nach Antrageinlangen beglichen werden, ansonsten wird dieser als nichtig erklärt.

Das Einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld

Im Grunde genommen bleibt das Einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld unverändert. Dieses kann weiterhin zu 365 Tagen (ein Elternteil) bis maximal 426 Tagen (zwei Elternteile) bezogen werden. Auch finanziell ändert sich hierbei gegenüber dem Vorgängermodell nichts. Weiterhin werden 80 % der Letzteinkünfte, maximal 66 € pro Tag (das entspricht ca. 2.000 € pro Monat), ausgezahlt. Dabei sind auch hier mindestens 61 Tage dem zweiten Elternteil allein vorbehalten, wenn beide Elternteile die Kinderbetreuung in Anspruch nehmen wollen.

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Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 130589921 Copyright: Rido81
Tipp: Ab Mitte Jänner wird über die Webseite des Familien- und Jugendministeriums ein entsprechender Rechner für das Kinderbetreuungsgeld angeboten. Dieser soll Sie bei der Auswahl der Laufzeit und Variante unterstützen.
Achtung: Die arbeitsrechtliche Karenz muss in diesen neuen Systemen bezüglich der Bezugslänge nicht immer deckungsgleich mit jener des Kinderbetreuungsgeldes sein. Weitere Informationen zum Thema Karenz können Sie auch unter http://www.eltern-forum.at/ratgeber-news/die-karenzmodelle-in-osterreich/ abrufen!

Wechsel der Betreuungsperson

Grundsätzlich kann die Betreuungszeit in maximal drei Blöcke aufgeteilt werden. Das bedeutet, dass innerhalb einer Familie nur zwei Wechsel stattfinden können. Dabei muss ein jeder dieser maximal drei Betreuungsblöcke mindestens 61 Tage lang sein.

Darüber hinaus besteht einmalig die Möglichkeit, dass beide Elternteile gemeinsam das Kinderbetreuungsgeld beziehen und auch gemeinsam die Betreuung übernehmen. Dies ist im Zuge des ersten Betreuungswechsels möglich, da dieser einen markanten Einschnitt für die gesamte Familie darstellt. Natürlich wird die Dauer des Doppelbezuges (maximal 31 Tage) von der Gesamtzeit abgezogen.

Der Partnerschaftsbonus

Als Anreiz für annähernd gleiche Betreuungszeiten von Vater und Mutter dient der Partnerschaftsbonus. Ab einem Betreuungsverhältnis von 60 – 40 % bis 50 – 50 % erhalten beide Elternteile auf Antrag (Krankenkasse) eine Bonuszahlung von jeweils 500 €. Somit ergibt sich eine zusätzliche Beihilfe in der Höhe von 1.000 €.

Wichtig: Der Antrag muss binnen 124 Tage ab letztmöglichem Bezugstag eingebracht werden!

Der Zuverdienst – unterschiedliche Grenzen

Folgende Regelungen sind bezüglich des Zuverdienstes in der Kinderbetreuungszeit gültig:

  • Für die Pauschalvariante gelten 60 % der Letzteinkünfte, mindestens aber 16.200 € im Kalenderjahr
  • Für das einkommensabhängige System ist eine Zuverdienstgrenze von 6.800 € ab 2017 im Kalenderjahr gültig
  • Bei Bezug von Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld gelten gesonderte Zuverdienstgrenzen

Karenzgeld mit Familienzeitbonus

Väter haben die Möglichkeit, eine Familienzeit von 28 – 31 Tagen ab Geburt des Kindes in Anspruch zu nehmen. Somit haben diese die Möglichkeit, die ersten Tage gemeinsam mit ihren Liebsten zu verbringen. Dies muss einvernehmlich mit dem Arbeitgeber geschehen, in dieser Zeit dürfen keine Einkünfte bezogen werden.

Im Gegenzug erhält der Vater den sogenannten Familienzeitbonus in Höhe von 22,60 € täglich, also gesamt ca. 700 €. Exakte Details und Informationen können Sie jederzeit der Webseite des Familien- und Jugendministeriums entnehmen.

Bezugsmodelle und Partnerschaftsbonus

In Österreich wurde der Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ab dem 01.März 2017 neu geregelt. Seither gibt es 2 Modelle, aus denen die Elternteile, die sich um die Betreuung des Kindes kümmern, wählen können.

  • Zum einen gibt es das sogenannte Kinderbetreuungsgeldkonto und
  • zum anderen das einkommensabhängige KBG.

Die Entscheidung für ein jeweiliges Modell muss bereits bei der ersten Beantragung getroffen werden und kann später nicht geändert werden. An die Entscheidung für eines der beiden Modelle sind letztlich beide Eltern gebunden, d. h. es kann sich nicht für beide Modelle entschieden werden.

Die Entscheidung für ein jeweiliges Modell muss bereits bei der ersten Beantragung getroffen werden und kann später nicht geändert werden.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass sich beide Elternteile das KBG und damit verbunden auch die Elternkarenz aufteilen. In diesem Fall kann man als Eltern einen Partnerschaftsbonus beantragen, den man dann erhält, wenn beide Elternteil möglichst für dieselbe Anzahl an Tagen Betreuungsgeld erhalten. Maßgeblich ist dabei eine Verteilung von 50:50 bzw. mindestens 40:60, um einmalig 500 Euro Partnerschaftsbonus zu bekommen. Dies gilt für jeden der beiden Elternteile.

Erforderlich ist nur die Tatsache, dass jeder der beiden Elternteile 124 Tage Kinderbetreuungsgeld bezieht bzw. bezogen hat, denn der Antrag muss spätestens nach dem letzten Bezugsteil des Kinderbetreuungsgeldes bei der zuständigen Krankenkasse gestellt werden. Welches Modell am Ende das für die Familie geeignete Modell ist, lässt sich bequem an Onlinerechner des Bundeskanzleramtes berechnen.

Anspruchsvoraussetzungen – Wer darf ab 01.03.2017 Kinderbetreuungsgeld erhalten?

Kinderbetreuungsgeld darf jedes Elternteil beantragen, das sich nach der Geburt des Kindes um die Betreuung desselben kümmert. Außerdem gilt es als Voraussetzung, dass man als Elternteil Familienbeihilfe für das Kind erhält. Des Weiteren ist es für den Bezug von Kinderbetreuungsgeld erforderlich mit dem Kind am selben Wohnsitz gemeldet zu sein bzw. mit dem zu betreuenden Kind in einem gemeinsamen Haushalt zu leben.

Wichtig ist in diesem Fall zu erwähnen, dass  das Kinderbetreuungsgeld beziehende Elternteil bereits 91 Tage mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben muss. Leben beide Elternteile nicht zusammen, dann kann man sich den Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes nur aufteilen, wenn beide Eltern die Obsorgeberechtigung für das zu betreuende Kind innehaben.

Weitere Anspruchsvoraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um in den Genuss des Kinderbetreuungsgeldes zu kommen, sind der Nachweis der erforderlichen ärztlichen Untersuchungen von Mutter und Kind, aber auch dass sowohl Elternteil als auch Kind in Österreich den Hauptwohnsitz gemeldet haben und die Zuverdienstgrenze eingehalten wird. Sollte der Elternteil, der das Kinderbetreuungsgeld beantragt, keine österreichische Staatsangehörigkeit besitzen, dann ist es zwingend notwendig, dass er einen langfristig ausgerichteten Aufenthaltstitel nach dem geltenden Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz vorweisen kann.

Anspruchsvoraussetzung zusammengefasst:

Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen

Alle Mütter und Väter, die in Österreich unselbstständig erwerbstätig sind, haben einen Anspruch auf Elternkarenz, um ihr neugeborenes Baby für einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren zu betreuen. Während der Karenz sind sie von den vertraglich geregelten Arbeitsleistungen befreit. Gleichzeitig entfällt jedoch das Arbeitsentgelt, der Lohn.

Die Dauer der Karenz sowie die Bezugsdauer von Kinderbetreuungsgeld müssen dabei nicht miteinander übereinstimmen. Mütter und Väter haben ebenfalls die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu reduzieren, sofern es die Betriebsgröße des Unternehmens, in dem sie angestellt sind, zulässt. Sie haben das Recht, ihre Arbeitszeit für einen im Vorfeld festgelegten Zeitraum zu reduzieren ohne dabei auf eine Rückkehr zur ursprünglichen Arbeitszeit zu verzichten.

Erhält die Mutter oder Vater Kinderbetreuungsgeld, dann muss die Arbeitszeit um mindestens 20 Prozent reduziert werden, wobei mindestens 12 Arbeitsstunden/pro Woche erhalten bleiben müssen.

Sozialrechtliche Rahmenbedingungen

Wenn sich eine Mutter oder ein Vater in Österreich in der sogenannten Elternkarenz befindet, dann gelten bestimmte sozialrechtliche Rahmenbedingungen für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, welche der Betreuungsperson einen gewissen sozialrechtlichen Schutz bietet. Solange das Elternteil, das das Kind während der Elternkarenz betreut, Kinderbetreuungsgeld erhält, dann ist es gemeinsam mit dem zu betreuenden Kind automatisch weiter krankenversichert wie bisher.

Die Pensionsversicherung betreffend, gestalten sich die sozialrechtlichen Rahmenbedingungen etwas komplizierter. In Österreich haben die Elternteile, die ihr Kind zu Hause betreuen bzw. sich in der Elternkarenz befinden, das Glück, dass die ersten vier Jahre nach der Geburt des Babys in die Berechnungen der Pensionsversicherungszeiten einbezogen werden. Bei Geburten von Mehrlingen erhöht sich diese Zeit sogar auf 5 Jahre. Bedingt dadurch ergeben sich Beitragszeiten, deren Bemessungsgrundlage derzeit bei 1864,87 Euro monatlich liegt. Entscheidet sich der Elternteil, der sich für die Elternkarenz entschieden hat, bereits während der Zeit der Kinderbetreuung stundenweise arbeiten zu gehen, dann steigert sich die Bemessungsgrundlage um das Erwerbseinkommen, so dass sich die jährliche Gutschrift auf dem Pensionskonto um diesen Betrag erhöht.

Bei der Arbeitslosenversicherung verhält es sich so, dass man Arbeitslosengeld erhält, falls man nach der Elternkarenz bzw. nach dem Kinderbetreuungsgeldbezug arbeitslos wird, insofern man die Anwartschaften vor dem Kinderbetreuungsgeldbezug erfüllt und dem Arbeitsmarktservice zur Verfügung steht. Es ist auch möglich, neben dem Kinderbetreuungsgeld Arbeitslosengeld zu erhalten. Dies gilt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass man für den Arbeitsmarkt 20 Wochenstunden bereit steht.

Übersicht der Systeme

Im Folgenden werden die beiden Modelle vorgestellt, aus denen die Eltern eines neugeborenen Kindes wählen können:

Pauschales Kinderbetreuungsgeld (Kinderbetreuungsgeld-Konto)

Das pauschale Kinderbetreuungsgeld wird vom Einkommen unabhängig ausbezahlt und ist vor allem für Eltern mit mittlerem oder geringem Einkommen relevant. Die Auszahlung, welche mindestens 365 Tage und längstens 851 Tage betragen kann, erfolgt monatlich, wobei eben die Auszahlungshöhe von der Bezugsdauer abhängig ist.

So wird bei 12 Monaten 33,88 Euro/Tag ausgezahlt, bei 28 Monaten sind es pro Tag nur noch 14,53 Euro/täglich. Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich der Betrag um 50% des Betrags, den der Elternteil gewählt hat.

Die Summe des Kinderbetreuungsgeldes ist für alle Eltern gleich und liegt bei einem Elternteil bei 12.366,20 Euro, bei beiden Elternteilen zusammen bei 15.449,28, wovon 3083,08 Euro einen unübertragbaren Partneranteil bedeuten. Änderungen in der Anspruchsdauer sind grundsätzlich einmal pro Kind realisierbar. In einem solchen Fall wird das Kinderbetreuungsgeld neu berechnet und es kann zur Nachzahlungsansprüchen oder Rückzahlungsforderungen kommen, je nachdem, ob die Elternkarenz verkürzt oder verlängert wird.

Beim Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes in Form des Kinderbetreuungsgeldkontos darf der beziehende Elternteil hinzuverdienen, insofern die Grenze von 16.200 Euro/ jährlich nicht überschritten wird, richtet sich aber auch am steuerpflichtigem Einkommen aus dem Jahr vor der Geburt aus und kann individuell unterschiedlich sein. Ausschlaggebend sind hierfür die Einkünfte aus dem Steuerbescheid. Wird sich beim Bezug des Kinderbetreuungsgeldes abgewechselt, dann ist für jeden Elternteil eine individuelle Zuverdienstgrenze maßgebend.

In Härtefällen ist es möglich, die Bezugsdauer des Kinderbetreuungsgeldes zu verlängern.

In Härtefällen ist es möglich, die Bezugsdauer des Kinderbetreuungsgeldes zu verlängern. Dies tritt vor allem dann ein, wenn ein Elternteil auf Grund von Tod, stationärem Aufenthalt, einem Gefängnisaufenthalt oder einer gerichtlich festgestellten häuslichen Gewalt, in seiner Ausübung der Elternkarenz verhindert ist.

ZeitEinkindgeburtMehrlingsgeburt
12 Monate33,88 Euro/Tag50,82 Euro/Tag
24 Monate14,53 Euro/Tag21,80 Euro/Tag

Auch alleinerziehende Elternteile können unter bestimmten Voraussetzungen eine Verlängerung für die Bezugsdauer des Kinderbetreuungsgeldes für sich und ihr Kind in Anspruch nehmen.

Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld

Im Gegensatz zum Kinderbetreuungsgeld in Form des Kinderbetreuungsgeldkontos ist das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld für Familien gedacht, die über ein höheres Einkommen verfügen und sich nur für eine verhältnismäßig kurze Zeit in Elternkarenz begeben. Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld kann entweder 365 Tage ab Geburt und bis zu 426 Tage ab Geburt gezahlt werden.

Generell gelten die gleichen Voraussetzungen wie beim Kinderbetreuungsgeld in Form eines Kontos, zusätzlich kommen jedoch weitere Anspruchsvoraussetzungen hinzu. So muss zum Beispiel der beziehende Elternteil in den letzten 182 Tagen vor Beginn des Mutterschutzes durchgehend ein kranken- und pensionsversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis gehabt haben. Für den 2. Elternteil sind es die 182 Tage vor der Geburt. Außerdem muss das Arbeitsverhältnis weiterhin bestehen und ist lediglich für die Dauer der nachgeburtlichen Betreuung unterbrochen. Als Berechnungszeitraum gelten die 182 Tage vor Mutterschutz oder vor der Geburt, je nachdem um welchen Elternteil es sich handelt.

Es ist allerdings so, dass eine Bildungsauszeit, ein Krankenstand ohne Entgeltfortzahlung oder eine freiwillige Karenz, die mehr als 14 Tage innerhalb des Berechnungszeitraums von 182 Tagen dauern, einen Bezug vom einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld unmöglich macht. Sofern es sich um bezahlte Auszeiten wie bezahlter Urlaub, bezahlter Krankenstand oder bezahlter Zeitausgleich handelt, gilt diese Regel nicht.

Die Berechnung des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes berechnet sich auf zwei verschiedene Arten. Entweder man bekommt als Frau 80 % des Wochengeldes, sofern man Wochengeld bekommen hat und als Mann 80% eines fiktiv berechneten Wochengeldes oder es werden 80 % auf Grundlage des Einkommensteuerbescheids als Bemessungsgrundlage herangezogen. Der maximaler Tagesbetrag liegt bei 66 Euro/Tag. Die Zuverdienstgrenze ist niedriger als beim anderen Kinderbetreuungsgeldmodell und liegt bei 6800 Euro pro Kalenderjahr. Dies bedeutet einen Zuverdienst in Höhe der Geringfügigkeitsgrenze.

Familienzeitbonus für Väter

Seit dem 01.07.2017 haben Väter in Österreich das Recht, einen Familienzeitbonus in Anspruch zu nehmen. Dieser Bonus ist ein sogenannter Papamonat und dient jenen Männern, die sich auch als Väter eine intensive Zeit des Kennenlernens mit dem eigenen Baby nehmen möchten. Dafür steigen sie in Absprache mit ihrem Arbeitgeber für eine zeitlich befristete Dauer aus ihrem Job aus und erhalten dafür eine Geldleistung, die diese Auszeit für die Familie neuerdings möglich macht.

Diese Leistung gilt auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren oder nicht-leiblichen Eltern. Um einen Familienzeitbonus zu erhalten, ist die Erwerbstätigkeit für einen im Vorfeld festgelegten und befristeten Zeitraum zu unterbrechen. Des Weiteren darf der Vater dem Arbeitsmarktservice nicht zur Verfügung stehen und auch kein Krankengeld beziehen. Außerdem muss der Vater, der den Familienzeitbonus beantragt vor dem Bezug dieser Geldleistung 182 in einem pflichtversicherten Arbeitsverhältnis gestanden haben und diese im Anschluss an die Familienzeit beim gleichen Arbeitgeber fortführen.

Wichtig ist auch der gemeinsame Wohnsitz als Familie, d. h. mit Mutter und mit Kind. Entscheidet sich der Vater für diesen sogenannten Papamonat, dann erhält er 22,60/ Tag mindestens 28 Tage, längstens 31 Tage ohne Unterbrechung. Wichtig ist auch, dass die Inanspruchnahme des Familienzeitbonus innerhalb der ersten 91 Tage nach Geburt des Kindes erfolgt. Ansonsten verfällt der Anspruch.

Ein gleichzeitiger Bezug von Kinderbetreuungsgeld und Familienzeitbonus ist derzeit nicht möglich. Sollte der Vater nach dem Erhalt des Familienzeitbonus Kinderbetreuungsgeld beantragen, so wie es beim einer Teilung der Elternkarenz vorgesehen ist, dann wird der erhaltene Familienzeitbonus vom Kinderbetreuungsgeld wieder abgezogen.

Kinderbetreuungsgeld für mehrere Kinder

Bekommt eine Familie mehr als ein Kind und innerhalb des Zeitraumes, in dem ein Elternteil oder bei Elternkarenz und damit Betreuungsgeld in Anspruch nehmen, dann haben die Eltern immer nur einen Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld für das jüngste Kind. D. h. der Anspruch des älteren Kindes endet am letzten Tag vor der Geburt des jüngeren Kindes. Es muss allerdings neu beantragt werden.

Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen als Voraussetzung für die Weitergewährung von Kinderbetreuungsgeld

Um in den Genuss des Kinderbetreuungsgeldes während der Elternkarenz zu kommen, ist es in Österreich verpflichtend, dass die Mutter bereits vor der Geburt 5 vorgegebene medizinische Untersuchungen zur Vorsorge durchführen lässt und das Kind nach der Geburt ebenfalls 5 Untersuchungen erhält. Diese Untersuchungen, sowohl die der werdenden Mutter als auch die des Kindes ist der Krankenkasse einer Nachweis zu erbringen, um die Untersuchungen zu bestätigen.

Dieser schriftliche Nachweis ist eine grundlegende Voraussetzung für den Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes. Sollte dieser Nachweis nicht erbracht werden können, ist die auszahlende Stelle dazu berechtigt, dass Kinderbetreuungsgeld um 1300 Euro pro Elternteil zu kürzen.

Quelle und weitere gesetzliche Informationen finden Sie hier.

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

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Der Artikel wurde sorgfältig recherchiert. Dennoch kann keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte und weiterführenden Links übernommen werden.

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