Hund am Arbeitsplatz

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Viertel der Erwerbstätigen könnte den Hund mit zur Arbeit nehmen- dabei sind kleinere Betriebe deutlich entgegenkommender.
  • Es gibt keinen Rechtsanspruch, der besagt, dass man seinen Hund mitnehmen darf.
  • Seinen Hund bei der Arbeit an seiner Seite zu haben, hat eine ähnliche Wirkung, wie den Partner in der Nähe zu haben.

Wer sich einen Hund anschafft, geht damit eine große Verantwortung ein. Um dem Hund ein schönes Leben zu ermöglichen, gehört neben dem Gassi-Gehen und Füttern auch dazu, dass man sich Zeit nimmt und sich mit ihm beschäftigt.

Etwa 45% der Erwerbstätigen in Österreich haben oder hatten schon einmal einen Hund.
Für viele stellt sich die Frage, wer sich tagsüber, wenn alle Familienmitglieder arbeiten oder in der Schule sind, um den Hund kümmert. Vor allem wenn man sich ein einem Vollzeit-Arbeitsverhältnis befindet, fehlt oft die Zeit für einen geselligen Vierbeiner.

Für viele Personen erfüllt sich aus diesem Grund der Wunsch nach einem Hund nicht, da es sich nicht mit der Arbeit vereinbaren lässt, und zu wenig Zeit für ein Haustier zur Verfügung steht.
In vielen Büros gelten Hunde jedoch als gerngesehene Kameraden und als Bereicherung eines guten Arbeitsklimas. Um dieses Zusammenleben von Mensch und Tier reibungslos am Arbeitsplatz zu ermöglichen, müssen im vorhinein einige Punkte geklärt werden.

Ein Viertel der Erwerbstätigen könnte den Hund mit zur Arbeit nehmen- dabei sind kleinere Betriebe deutlich entgegenkommender.

Der deutsche Bundesverband Bürohund e.V. sieht folgende Vorteile für Unternehmen und ihre Mitarbeiter:

  • Senkung des Herzinfarkt-Risikos
  • weniger Fehltage der Mitarbeiter
  • Senkung des Schlaganfall-Risikos
  • verringertes Burnout-Risiko
  • Einsparungen von Krankenkosten für den Arbeitgeber

Zustimmung des Arbeitgebers einholen

Zunächst sollte man sich die Erlaubnis des Arbeitgebers holen, dass es auch wirklich in Ordnung ist, den Hund mitzunehmen und etwaige Bedingungen klären. Am besten man hat die Zustimmung seines Arbeitgebers schriftlich.

Es gibt keinen Rechtsanspruch, der besagt, dass man seinen Hund mitnehmen darf.

Einverständnis der Kollegen

Plant man, seinen Vierbeiner mit ins Büro zu nehmen, sollte man das vorab mit dem Kollegen im Team besprechen und deren Einverständnis einholen. Dabei sollte man auch Rücksicht nehmen, und sich in z.B. in die Lage einer Person versetzen, die Angst vor Hunden hat.
Außerdem leiden viele Menschen an Tierhaar-Allergien, die natürlich berücksichtigt werden müssen.

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Therapie und Blindenhunde

Im Fall von Therapie- oder Blindenhunden ist keine Zustimmung des Arbeitgebers und der Kollegen erforderlich, da hier das Diskriminierungsschutz nach dem Behindertengesetz gilt.

Art des Arbeitsplatzes

Der passende Arbeitsplatz ist ein weiterer wichtiger Faktor, was die Mitnahme eines Hundes betrifft.
In vielen Firmen sind durch strenge Hygienebestimmungen Hunde grundsätzlich nicht erlaubt. Das ist zum Beispiel in Arztpraxen oder Kosmetikstudios der Fall. In normal “typischen” Büroräumlichkeiten, stellt ein Hund meist kein Problem dar.
Man sollte aber auch immer daran denken, dass sich auch der Hund wohlfühlen sollte, und keinem Lärm und Stress ausgesetzt werden darf.

Wird der Hund mit in den Betrieb genommen, sollte man ihm seinen eigenen Rückzugsort ermöglichen, in dem man ihm sein Hundebett mit bekannter Hundedecke und Wasserstelle zur Verfügung stellt. So kann er sich auch falls es einmal stressiger im Büro sein sollte, auf seinen Platz zurückziehen.

Gründe für Hunde im Büro

Verbessertes Betriebsklima

Der Umgang mit Tieren hellt nachweislich die Laune auf und hebt die Stimmung. Es ist ein wertvoller und gleichzeitig entspannender Zeitvertreib kurz mit einem Hund zu spielen. Das gilt nicht nur für einen selbst, sondern auch für tierliebe Kollegen.

Es tut gut, sich hin und wieder auf etwas anderes zu konzentrieren, um dann mit voller Motivation weiter arbeiten zu können. Hat man einen Bürohund, bietet sich in der Pause ein entspannter Spaziergang an, der nicht nur dem Hund gut tut, sondern auch dem Besitzer und Kollegen. Viele Arbeitskollegen freuen sich wahrscheinlich sogar, wenn man sie fragt, ob sie jemandem kurz an der frischen Luft begleiten möchten.

Ein Hund gilt oft als ideales Bindeglied zwischen Menschen. Hundebesitzer wissen wahrscheinlich, dass es wesentlich leichter ist, mit einem Hund an seiner Seite Kontakte zu knüpfen. So kommen möglicherweise auch schüchterne Kollegen leichter aus ihrem Schneckenhaus.

“Man kann sich nicht streiten, wenn man einen Hund streichelt.”

Haben mehrere Mitarbeiter ihre Hunde mit im Büro, ist direkt eine Grundlage für Gespräche geschaffen.

Schon die einfache Zustimmung zur Hundemitnahme von Seiten des Arbeitgebers hat erstaunliche Auswirkungen auf das Betriebsklima. Das Eingehen auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter kann, wenn auch nur unbewusst, zu einer motivierteren Einstellung gegenüber der Arbeit führen.

Auch bei Amazon in Seattle sind Hunde im Büro herzlich willkommen. Google hat seine “Dog-Policy” sogar im Code of Conduct verankert.

Weniger Sorgen

Was tut mein Hund wohl gerade zuhause?
Diese Frage hat sich mit Sicherheit schon jeder Hundebesitzer gestellt, während man sich ausmalt, was der Hund gerade zuhause anstellen könnte, während man arbeiten ist. Diese Sorgen fällt weg, wenn mein seinen Vierbeiner mit in die Firma nehmen kann.

Man muss sich auch keine Gedanken mehr über eine mögliche Unterbringung machen, wenn man einen längeren Tag haben sollte. Denn fällt der Partner mal aus, sind die Eltern im Urlaub und arbeiten auch die restlichen Freunde, ist es schwer, auf die schnelle einen Hundesitter zu finden- diese kosten bei regelmäßigem Bedarf auch eine Menge Geld.

Abwechslung durch Hunde

Durch ihr Feingefühl schaffen es Hunde, eine gute Balance zwischen Aktivität und Ruhe in den oft stressigen Büroalltag zu bringen. Hundehalter können beim Gassi-Gehen an der frischen Luft den Kopf frei kriegen und durchatmen, anstatt sich wie üblich nur zwischen Büro und Küche hin und her zu bewegen.

Die Arbeit für eine kurze körperliche Bewegung zu unterbrechen, tut der vom Sitzen beanspruchten Rückenmuskulatur, als auch den Nerven gut. Oftmals benötigt man Abstand zu vorhandenen Problemen, um einen klaren Kopf zu bekommen und mit neuer Energie weiter zu arbeiten.

Liegt der Hund nach dem Toben im Freien friedlich auf seinem Hundebett, färbt diese Ruhe auf den Besitzer, und andere Personen im Raum ab, die Konzentration steigt, und die Produktivität ist erwiesenermaßen gesteigert.
Allein die Tatsache, dass ein Hund mitgenommen werden darf, sorgt für eine angenehme und flexible Arbeitsatmosphäre.

Ein Bürohund für die Gesundheit

Selbst kurzer Blickkontakt zwischen dem Hund und dem Besitzer reicht aus, um auf beiden Seiten das Anti-Stress-Hormon Oxytocin auszuschütten.

Das sogenannte Kuschelhormon wirkt beruhigend, angstlösend und entsteht vor allem in der Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Kind. Die Bindung das Vertrauen wird gestärkt, der Blutdruck und somit auch das Stress-Level werden gesenkt. Oxytocin aktiviert außerdem das Belohnungshormon Dopamin, welches nachweislich die Stimmung aufhellt.

Seinen Hund bei der Arbeit an seiner Seite zu haben, hat demnach eine ähnliche Wirkung, wie den Partner in der Nähe zu haben.

Kein Wunder also, dass in vielen Unternehmen die Anwesenheit eines Hundes am Arbeitsplatz als Pluspunkt gilt.

Schon 15 Minuten Bewegung täglich senken das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Depressionen, Dickdarmkrebs, Schlaganfall, Diabetes, Osteoporose und vieles mehr. Mit einem (Büro-) Hund bewegt man sich mit Sicherheit deutlich mehr als nur 15 Minuten.

Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Texten von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.