Höchstarbeitszeit

Das Wichtigste in Kürze
  • Laut Arbeitszeitgesetz handelt es sich bei der Normalarbeitszeit um acht Stunden pro Tag bzw. 40 Stunden pro Woche.
  • Bei Verlängerung der Wochenendruhe, zum Beispiel in Form eines kurzen Freitags, kann die Normalarbeitszeit auf neun Stunden ausgedehnt werden.
  • Seit September 2018 sind bis zu 20 Überstunden pro Woche möglich.

Die Höchstarbeitszeit ist in Österreich ein viel diskutiertes Thema. Neben der normalen Arbeitszeit wurde von der Regierung im Jahr 2018 der 12 Stunden Tag eingeführt. Die Regelung wurde von der Regierung durch einen Initiativantrag im Parlament vorgebracht. Dieser Initiativantrag wurde in Windeseile bearbeitet, diskutiert und die Forderung wurde erfüllt- seit 1.9.2018 gibt es in Österreich den 12 Stunden Tag.
Welche grundlegenden Höchstarbeitsgrenzen laut Arbeitszeitgesetz gelten, was die neue Regelung mit sich bringt und wer davon profitiert, wird im folgenden Text näher erklärt.

Normalarbeitszeit

Hoechstarbeitszeit
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Laut Arbeitszeitgesetz handelt es sich bei der Normalarbeitszeit um acht Stunden pro Tag bzw. 40 Stunden pro Woche. Zahlreiche Kollektivverträge haben die wöchentliche Normalarbeitszeit jedoch auf 38,5 Stunden verkürzt.
Bei Verlängerung der Wochenendruhe, zum Beispiel in Form eines kurzen Freitags, kann die Normalarbeitszeit auf neun Stunden ausgedehnt werden. Arbeit man Fenstertage ein, ist es für eine Dauer von 13 Wochen erlaubt, pro Tag zehn Stunden zu arbeiten.

Sofern keine Betriebsvereinbarung besteht, ist die konkrete Lage der täglichen Arbeitszeit und den Pausen durch Einzelvereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer festzulegen. Der Arbeitgeber kann diese Vereinbarung nur aus betrieblichen Gründen ändern, wenn er diese mindestens zwei Wochen im Vorhinein ankündigt und keine wichtigen Gründe des Arbeitnehmers entgegenstehen (beispielsweise die Betreuung von Kleinkindern).

Ruhepausen

Arbeitet man mehr als sechs Stunden am Tag, steht einem eine Pause von 30 Minuten zu. Im Interesse des Arbeitnehmers oder aus betrieblichen Gründen kann man die halbstündige Pause in zwei 15- minütige oder drei 10-minütige Pausen teilen.

Pausen zählen nicht zur Arbeitszeit und werden in der Regel nicht bezahlt.

Wochenendruhe

Die Dauer der Wochenendruhe beträgt mindestens 36 Stunden, beinhaltet den Sonntag und muss am Samstag spätestens um 13 Uhr beginnen. In Berufen, bei denen auch sonntags gearbeitet wird, beispielsweise im Krankenhäusern oder der Lebensmittelproduktion, wird als Ersatz eine Wochenruhe von 36 Stunden gewährt. Diese muss dann einen ganzen Wochentag einschließen.

12 h Tag – Neue Höchstarbeitszeit durch mehr Überstunden

Seit 1.9. 2018 gibt es in Österreich den 12 Stunden Arbeitstag. Doch was bedeutet das? Im Grunde ist die wesentlichste Veränderung die Anhebung der täglich erlaubten Höchstarbeitszeit von zehn auf zwölf Stunden, bzw. von 50 auf 60 Stunden in der Woche. Die Normalarbeitszeit bleibt jedoch mit acht Stunden gültig, es sind lediglich bis zu vier Überstunden an einem Tag möglich.

Der Regierung erschien die bisherige Regelung mit fünf Überstunden pro Woche plus 60 weitere im Jahr als zu kompliziert, woraufhin auch die Regelung für die Überstunden neu angepasst wurde.
Seit September 2018 sind bis zu 20 Überstunden pro Woche möglich.
Innerhalb 17 Wochen darf die Wochenarbeitszeit im Schnitt jedoch nicht mehr als 48 Stunden betragen. Kollektivverträge können hier aber längere Durchrechnungszeiträume einräumen.

Elfte und zwölfte Arbeitsstunde ablehnbar

Überstunden über tägliche 10 Stunden oder 50 Stunden pro Woche können vom Arbeitnehmer ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Der Arbeitnehmer darf aus diesem Grund nicht benachteiligt werden. In der Praxis ist es leider oftmals nicht so leicht, und Arbeitnehmer trauen sich nicht, die Überstunden gegenüber ihres Arbeitgebers abzulehnen.

Ob die geleisteten Überstunden über 10 oder 50 Stunden in Geld oder in Form eines Zeitausgleichs vergütet werden, kann der Arbeitnehmer entscheiden.

Neuerungen bei Wochenend- und Feiertagsarbeit

Arbeitnehmer dürfen beim Bestehen eines “vorübergehenden besonderen Arbeitsbedarfs” an vier Wochenenden bzw. Feiertagen pro Kalenderjahr zur Arbeit eingeteilt werden. Dies muss per Betriebsvereinbarung, oder mit schriftlicher Einzelvereinbarung in Betrieben ohne Betriebsrat vereinbart werden. In Betrieben ohne Betriebsrat besteht für Arbeitnehmer das Recht, diese Forderung abzulehnen.

Reduzierte Ruhezeiten in Tourismus und Gastronomie

Seit September 2018 wird die tägliche Ruhezeit in Hotel- und Gastgewerbe bei geteilten Diensten (Dienst, der durch eine mindestens dreistündige, durchgängige Pause unterbrochen ist) von elf auf acht Stunden reduziert. Innerhalb vier Wochen (Nichtsaisonbetriebe) bzw. bis zum Ende der Saison bei Saisonbetrieben, muss ein Ausgleich gewährt werden. Besonders Saisonbetrieben soll damit entgegen gekommen werden.

Die Frage der gesundheitlichen Auswirkungen

Der 12 Stunden Tag ist aus mehreren Gründen umstritten. Ein wesentlicher Kritikpunkt am 12 Stunden Tag sind dabei die gesundheitlichen Auswirken, die dieser mit sich bringt.
Es kann nicht abgestritten werden, dass die Unfallwahrscheinlichkeit mit steigender Anzahl der Arbeitsstunden deutlich steigt. Die Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit nimmt im Laufe der Arbeitsstunden ab, ganz abgesehen von der allgemeinen Belastung durch weniger Erholung und möglicherweise verlängertem Stress im Arbeitsalltag.

Sozialversicherungen klagen bereits über Kosten, die durch “Burn outs” verursacht wurden. Durch die neue Regelung wird diese Problematik wohl nicht verbessert, eher im Gegenteil. Österreich war übrigens bereits vor der veränderten Arbeitszeitenregelung auf Platz 3 der durchschnittlich meisten Arbeitsstunden pro Woche unter allen EU-Ländern.

Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Texten von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.

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