Gehalt

Unter Gehalt versteht man das Entgelt, das ein Arbeitnehmer (in der Regel) monatlich erhält.
Grundsätzlich gibt es drei Formen des Entgelts für eine erbrachte Arbeitsleistung:
Gehalt → bekommen Angestellte
Lohn → bekommen Arbeiter
Bezüge → bekommen Beamte und andere im öffentlichen Dienst

Im Alltag werden meist alle drei Bezeichnungen synonym verwendet.

Brutto – Netto

Man unterscheidet zwischen dem Brutto- und dem Nettogehalt.

Beim Brutto-Gehalt handelt es sich um das Entgelt vor den Abzügen. Krankenversicherung, Rentenversicherung und Lohnsteuer werden unter anderem vom Bruttobetrag subtrahiert.

Der Betrag, den man als Arbeitnehmer am Anfang des Monats auf sein Konto überwiesen erhält, ist das Nettogehalt.

Weiterführender Hinweis: Mit dem Brutto-Netto-Rechner vom Bundesministerium für Finanzen weiß man genau, wie viel Netto vom Brutto übrig bleibt.

Nettolohn berechnen

Es war einmal in einer Zeit, in der es noch keine Rechner gab…
Unvorstellbar, aber wahr: Da wurde die Lohnabrechnung noch im Kopf berechnet!

Der Lohnverrechner aus dem vergangenen Jahrhundert musste nicht nur ein grandioser Kopfrechner sein; er musste auch zu jeder Zeit über die Höhe der Steuern und die Art der Berechnung Bescheid wissen. Lohnverrechnung war einmal ein echtes Handwerk – oder besser gesagt „Kopfwerk“.

Dennoch haben sich die Herren und Damen Lohnverrechner nicht selten auch VER-rechnet. Der Technologie sei Dank – erst seitdem diese Arbeit durch den Computer automatisiert wurde, kann man sich auf den Betrag, der zu Monatsanfang auf das Konto wandert, wirklich verlassen.

Wer sich aber immer nur auf den Rechner verlässt, macht sich davon abhängig. Es ist daher gut, die Dinge, die der PC für einen übernimmt, zu durchschauen. Im Bereich der Lohn- oder Gehaltsberechnung funktioniert das aber nur, wenn man diese auch selbst vornehmen kann.

Das ist einer der Gründe, warum sich nach wie vor viele für die „Berechnung per Hand“ interessieren: Sie wollen hinter die Kulissen schauen, und die Abrechnung am Lohnzettel verstehen.

Wie kommt der Betrag auf dem Lohnzettel zustande? Grob gesagt: Man zieht die Steuern vom Bruttogehalt ab, und von dieser Differenz die Steuern – schon hat man das Nettogehalt.

Karriere mit Lehre: Die Lehrlingsentschädigung

Lehrlinge erhalten für die Tätigkeiten, die sie in Ausbildung ausüben, eine Lehrlingsentschädigung. Sie haben das Recht auf Sonderzahlungen, zu denen unter anderem das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gehört.

Mit jedem Lehrjahr erhöht sich die Zuwendung des Lehrherren; in vielen Fällen ist das Lehrlingseinkommen im dritten Lehrjahr bereits doppelt so hoch wie im ersten. Die Lehrlingsentschädigung wird auch für die Zeit der Ausbildung in der Berufsschule und während der Zeit im Krankenstand ausbezahlt.

Die Höhe des Verdienstes für Lehrlinge fällt sehr unterschiedlich aus, und ist im jeweils gültigen Kollektivvertrag geregelt. Sie richtet sich in erster Linie nach der Branche – nicht nach dem Ausbildungsberuf. So kann es passieren, dass zwei Lehrlinge in ein- und demselben Beruf eine unterschiedlich hohe Lehrlingsentschädigung erhalten. Ein Beispiel: Eine Industriekauffrau, die ihre Ausbildung in der Chemischen Industrie absolviert, erhält mehr Lehrlingsentschädigung als jene in der Textilindustrie.

Den Auszahlungsintervall der Lehrlingsentschädigung legt der Arbeitgeber fest. Er kann sich für eine wöchentliche oder eine monatliche Auszahlung entscheiden. Für jede Auszahlung erhält der Lehrling einen Lohn- oder Gehaltszettel, auf welchem der Bruttolohn, die getätigten Abschläge sowie der Nettolohn ersichtlich ist.

Weiterführender Hinweis: Das Bundeskanzleramt Österreich publiziert auf der Seite www.gehaltsrechner.gv.at die aktuellen Lehrlingsentschädigungen pro Lehrberuf und Lehrjahr.

Urlaubsgeld: Das 13. Gehalt

Das Urlaubsgeld ist eine Sonderzahlung, die der Arbeitgeber in den klassischen Urlaubsmonaten an den Arbeitnehmer ausbezahlt. Zumeist rechnen Arbeitnehmer im Juni oder Juli mit dem 13. Gehalt.

Die Höhe der Urlaubsbeihilfe ist im jeweils für die Branche geltenden Kollektivvertrag geregelt. Zumeist entspricht es der Höhe eines Bruttomonatsgehalts. Das Urlaubsgeld in gesamter Höhe wird jedoch nur an jene Arbeitnehmer ausbezahlt, die im gesamten Betriebsjahr für das Unternehmen tätig waren. War der Mitarbeiter noch keine zwölf Monate im Betrieb beschäftigt, erhält er lediglich einen aliquoten Teil.

Alle Sonderzahlungen gelten als steuerpflichtig, werden jedoch mit einem begünstigten Steuersatz versteuert. Die aktuell geltenden Steuersätze für Sonderzahlungen bzw. sonstige Bezüge sind bei der WKO abrufbar. Die ersten 620,- Euro gelten als Freibetrag, bleiben also unbesteuert.

Bei vorzeitigem Austritt oder bei gerechtfertigter Kündigung verlieren Arbeiter in vielen Fällen den Anspruch auf aliquote Auszahlung des Urlaubsgeldes. Angestellte trifft diese Regelung nicht. Wem das anteilige Urlaubsgelt auch bei vorzeitigem Austritt oder bei gerechtfertigter Kündigung zusteht, ist im Kollektivvertrag der jeweiligen Branche nachzulesen.

Die Dienstreise planen: Das Taggeld

Beim Taggeld handelt es sich um eine Abgeltung des entstandenen Aufwands bei einer angeordneten Dienstreise. Bei Dienstreisen unterscheidet man zwischen Inlands- und Auslandsreisen.

Bis zu einem gewissen Betrag bleibt das Taggeld steuerfrei. Für Inlandsreisen ist dies aktuell der Betrag von 26,40 Euro für 24 Stunden. Lohnsteuerfreie Beträge sind gleichzeitig auch von der Sozialversicherung, vom Dienstgeberbeitrag und von der Kommunalsteuer befreit.

In einigen Fällen, etwa wenn der Arbeitgeber bei Inlandsdienstreisen ein Geschäftsessen bezahlt, kann es zur Kürzung des Taggeldes kommen. Bei Auslandsdienstreisen kommt es in diesem Fall zu keiner Kürzung des Taggeldes.

Wird für die Dienstreise der private PKW genutzt, kann zusätzlich zum Taggeld ein Kilometergeld geltend gemacht werden. Voraussetzung für die Geltendmachung von Kilometergeld ist das Führen eines Fahrtenbuches.

Weiterführender Hinweis: Eine Liste der aktuell geltenden lohnsteuerbefreiten Auslandskostensätze sowie der aktuell geltende Tagessatz für Inlandsreisen inklusive Auflistung der Abgeltung nach Reisedauer in Stunden sind auf der Website der WKO einsehbar.

Das Sicherheitsnetz in Österreich: Arbeitslosengeld

Das Arbeitslosengeld ist eine Absicherung für den Fall einer Arbeitslosigkeit. Es steht allen sozialversicherten Arbeitnehmern für die Zeit von maximal 20 Wochen zu. Unter gewissen Voraussetzungen haben auch Selbständige Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die das Arbeitslosengeld auszahlende Stelle ist das Arbeitsmarktservice (AMS).

Die Auszahlung des Arbeitslosengeldes ist an einige Bedingungen geknüpft. Anspruch auf Arbeitslosengeld haben nur arbeitsfähige, arbeitswillige und vermittelbare Arbeitslose, die bereit sind, ein Arbeitsverhältnis im Mindestausmaß von 20 Wochenstunden zu begründen. Um Geld vom AMS zu bekommen, muss der Anwärter in den letzten zwei Jahren mindestens 52 Wochen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgegangen sein. Arbeitslose unter 25 Jahren müssen mindestens 26 Wochen nachweisen können.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes setzt sich zusammen aus dem Grundbetrag, und wird eventuell mit einem Ergänzungsbetrag und Familienzuschlägen aufgestockt. Der Grundbetrag beträgt 55 % des letzten Netto-Einkommens. Den Ergänzungsbetrag bezahlt das AMS, wenn der Bezugsberechtigte unter den Ausgleichszulagen-Richtsatz fällt. Den Familienzuschlag veranschlagt das AMS bei unterhaltspflichtigen Kindern und/oder bei einkommenslosem Ehepartner bzw. eingetragenen Lebenspartner.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes wird auf dem AMS-Bescheid nicht in einem Monatsbetrag, sondern in Tagessätzen ausgewiesen.

Weiterführender Hinweis: Die aktuelle Höhe der Ausgleichszulagen-Richtsätze sind auf der Website des AMS einzusehen.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Wie hätte Österreich die Corona-Krise wirtschaftlich überstanden, wenn es zu dieser Zeit bereits das bedingungslose Grundeinkommen gegeben hätte? Möglicherweise wären gewisse Berufsgruppen besser durch die Krise gekommen.

Nicht nur für Arbeitnehmer wäre das BGE eine große Erleichterung gewesen – auch Selbständige hätten davon profitiert. Leider sprechen wir nach wie vor noch immer im Konjunktiv. Noch immer ist das bedingungslose Grundeinkommen nicht mehr als ein „sozialpolitisches Finanztransferkonzept“, wie Wikipedia es bezeichnet. Und das, obwohl Spanien, der BGE-Vorreiter, bereits angekündigt hat, das bedingungslose Grundeinkommen auch nach der Corona-Krise beibehalten zu wollen.

In Österreich sprechen sich jedoch auch weiterhin alle großen Parlamentsparteien gegen das BGE aus. Lediglich Kleinparteien, darunter JETZT, KPÖ und BZÖ sind für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens.

Aber die Unterstützer werden nicht müde, die Vorteile des BGE hervorzuheben. Sie vernetzen sich und gründen Vereine und Bürgerrechtsbewegungen, um die Idee voranzutreiben. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise stellen sich mehr und mehr Menschen hinter die staatliche Transferleistung.

Ideen zur Umsetzung gibt es viele. Als realistische Optionen stehen vier Modelle zur Finanzierung im Raum, die allesamt ihre Vor- und Nachteile mitbringen.

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Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Gründer der OPTIFIN und Geschäftsführer einer Agentur hat er tagtäglich mit den Themen Immobilienfinanzierung und Finanzen zu tun. Er betreut und erstellt daher die Inhalte zu diesen Themen.

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