Familienhospizkarenz

Das Wichtigste in Kürze
  • Familienhospizkarenz kann man für die Sterbebegleitung naher Angehörige oder zur Begleitung von schwer erkrankten Kindern im selben Haushalt in Anspruch nehmen.
  • Die Begleitung von kranken Kindern gilt nicht nur bei leiblichen, sondern auch bei Adoptiv- oder Pflegekindern und den Kindern des Lebensgefährten oder eingetragenen Partners.
  • Die Begleitung eines schwer erkrankten Kindes kann man maximal fünf Monate beanspruchen, eine Verlängerung auf bis zu neun Monate ist möglich.

Im Rahmen der Familienhospizkarenz erhalten Arbeitnehmer die Möglichkeit, sterbende Angehörige oder im selben Haushalt lebende schwerst erkrankte Kinder zu begleiten. Das aufrechterhaltene Arbeitsverhältnis wird für diese Zeit karenziert, oder die Arbeitszeit wird geändert bzw. verlagert.

Man kann die Familienhospizkarenz also für die Sterbebegleitung naher Angehörige oder zur Begleitung von schwer erkranken Kindern im selben Haushalt in Anspruch nehmen. Für die Sterbebegleitung ist kein Vorliegen eines gemeinsamen Haushaltes mit dem Angehörigen erforderlich. Es ist eine gleichzeitige Begleitung durch mehrere Angehörige möglich.

Für wen kann die Familienhospizkarenz genutzt werden?

Sterbebegleitung kann für nahe Verwandte beansprucht werden, dazu zählen:

  • Ehegattinnen/Ehegatten
  • Eingetragene Partnerinnen/Partner und deren Kinder
  • Lebensgefährtinnen/Lebensgefährten und deren Kinder
  • Eltern, Großeltern, Adoptiv- und Pflegeeltern
  • Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptiv- und Pflegekinder
    Geschwister sowie
  • Schwiegereltern und Schwiegerkinder

Die Begleitung eines im gleichen Haushalt lebenden Kindes kann beansprucht werden für:

  • Leibliche Kinder
  • Stiefkinder
  • Adoptiv- und Pflegekinder
  • Kinder der Lebensgefährtin/des Lebensgefährten sowie
  • Kinder der eingetragenen Partnerin/des eingetragenen Partners

Rechtliche Bestimmungen der Familienhospizkarenz

Die Begleitung von sterbenden Angehörigen oder schwerst erkrankten Kindern ist im Arbeitsvertragsrecht- Anpassungsgesetz (AVRAG §14a und §14b) geregelt. Lehrlinge und geringfügig beschäftigte Personen können ebenfalls Familienhospizkarenz beanspruchen.

Die seit 2002 bestehende rechtliche Grundlage trägt wesentlich zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei und sorgt dafür, dass man auch in schwierigen familiären Zeiten die Familie mit der Erwerbstätigkeit vereinbaren kann.

Dauer der Familienhospizkarenz

Familienhospizkarenz
Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 194223358, Copyright: Kasia Bialasiewicz

Wird Familienhospizkarenz zur Sterbebegleitung eines Angehörigen beansprucht, kann diese zunächst für maximal drei Monate bestimmt werden.
Im Bedarfsfall ist eine Verlängerung bis zu sechs Monate möglich.
Die Begleitung eines schwer erkrankten Kindes kann man für maximal fünf Monate in Anspruch nehmen. Hier ist eine Verlängerung von bis zu neun Monaten möglich.

Um eine Verlängerung der Karenz zu ermöglichen, muss eine schriftliche Meldung hierfür spätestens zehn Arbeitstage davor erfolgen. Grundsätzlich kann ein Beginn der Familienhospizkarenz frühestens fünf Tage nach der Meldung stattfinden.

Ende der Familienhospizkarenz

Nach dem Ende der Familienhospizkarenz besteht ein Rückkehrrecht.
Maßnahmen einer Karenz dieser Art enden mit der bestimmten Dauer oder nach dem Ablauf der Verlängerung. Sollte der Angehörige keine Sterbebegleitung mehr benötigen oder das schwer erkrankte Kind ebenfalls wieder gesund werden, muss man dies dem Arbeitgeber unverzüglich melden. Es besteht dann ein vorzeitiges Rückkehrrecht und der Arbeitnehmer kann seine Erwerbstätigkeit nach zwei Wochen wieder aufnehmen.

Ebenfalls kann der Arbeitgeber die vorzeitige Rückkehr verlangen, sollte die Familienhospizkarenz nicht mehr benötigt werden.

Kündigungs- und Entlassungsschutz

Der Arbeitnehmer ist ab der Meldung der Karenz bis vier Wochen nach deren Ende kündigungs- und entlassungsgeschützt. Ein nicht verbrauchter Urlaubsanspruch wird für diese Zeit im Arbeitsjahr aliquot berechnet.

Pflegekarenzgeld und der Zuschuss für Familienhospizkarenz

Laut dem Bundespflegegeldgesetz ist eine finanzielle Unterstützung für die Pflege vorgesehen. Seit dem Jahr 2014 haben Personen, die Pflegekarenz beanspruchen und die Betreuung eines Angehörigen oder eines schwer erkrankten Kindes übernehmen, ein Anrecht auf Pflegekarenzgeld.
Dieses hat dieselbe Höhe wie das Arbeitslosengeld (55% des Nettoeinkommens+ Kinderzuschläge).
Den Antrag auf Pflegekarenzgeld muss man spätestens 14 Tage ab Beginn der Karenz beim Sozialministeriumservice in Wien zu stellen.

Christina Weiß

Christina Weiß

Als ausgebildete Marktkommunikatorin befasst sich Christina seit einigen Jahren intensiv mit der Erstellung von optimalen Inhalten. Im Besonderen spezialisierte sie sich dabei auf das Texten von Finanz- und Rechtstexten, bei welchen ihr das wirtschaftliche Interesse, eine schnelle Auffassungsgabe und ihre klar strukturierte Arbeitsweise zugute kommen.

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