Familienhärteausgleich

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Familienhärteausgleich handelt es sich um eine einmalige finanzielle Leistung, die Familien in Österreich als Unterstützung erhalten, wenn alle anderen Möglichkeiten zur Hilfestellung nicht mehr greifen
  • Die Höhe der Überbrückungszahlung ist anlassbezogen, wird also abhängig von der jeweiligen Situation und den vorhandenen Mitteln bestimmt. Grundsätzlich gibt es keine formelle Obergrenze.
  • Die Familie erhält die Zahlung nur, wenn sie sich in einer unverschuldeten Notlage befindet, die durch ein besonderes Ereignis, beispielsweise einem Todesfall, einer Krankheit, einem Unfall oder einer Naturkatastrophe ausgelöst wurde.

Familienhärteausgleich- was versteht man darunter?

Beim Familienhärteausgleich handelt es sich um eine einmalige finanzielle Leistung, die Familien in Österreich als Unterstützung erhalten, wenn alle anderen Möglichkeiten zur Hilfestellung nicht mehr greifen. Die Familie erhält die Zahlung jedoch nur, wenn sie sich in einer unverschuldeten Notlage befindet, die durch ein besonderes Ereignis, beispielsweise einem Todesfall, einer Krankheit, einem Unfall oder einer Naturkatastrophe ausgelöst wurde.

Um die Überbrückungshilfe zu erhalten, muss die Familie nicht mehr selbst in der Lage dazu sein, die Notsituation zu mildern oder zu beseitigen. Vor Anspruchstellung müssen daher sämtliche gesetzliche Unterstützungsmöglichkeiten ausgeschöpft sein.

Das erhaltene Geld darf ausschließlich zur Überbrückung der Notsituation verwendet werden, ansonsten muss die Familie den Betrag mit Zinsaufschlag zurückzahlen.

2018 wurden 77 Zuwendungen zugesagt. Die Höhe der Hilfezahlungen betrug insgesamt 205.672 Euro, die durchschnittliche Überbrückungszahlung 2.671 Euro.

Wer erhält den Familienhärteausgleich?

Familienhaerteausgleich
Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 381411548, Copyright: Rabbybd

Die Bezeichnung “Familie” ist hier glücklicherweise dehnbar: Eltern, Großeltern, Pflege- und Adoptiveltern, oder Alleinerziehende mit Kindern, für die Kinderbeihilfe bezogen wird, können einen Antrag auf Familienhärteausgleich stellen. Auch werdende Mütter oder Kinder, die selbst Familienbeihilfe beziehen, können berechtigt sein.
Eltern, die gemeinsam mit dem Kind in einem Haushalt leben, können den Ausgleich gemeinsam beanspruchen.

  • österreichische Staatsbürger
  • EU/EWR- Staatsbürger
  • Staatenlose mit ausschließlichem Wohnsitz in Österreich
  • anerkannte Flüchtlinge gemäß der Genfer Konvention

Die Höhe der finanziellen Unterstützung

Die Höhe der Überbrückungszahlung ist anlassbezogen, wird also abhängig von der jeweiligen Situation und den vorhandenen Mitteln bestimmt. Grundsätzlich gibt es keine formelle Obergrenze.

Voraussetzungen für den Familienhärteausgleich

Da die wesentlichen Voraussetzungen bereits genannt wurden, hier noch einmal die Bedingungen, die zum Erhalt gegeben sein müssen:

  • die finanzielle Notlage muss unverschuldet und durch ein besonderes Ereignis entstanden sein
  • der entstandene Schaden darf nicht durch Versicherungen gedeckt sein
  • Andere gesetzliche Hilfestellungen müssen ausgeschöpft sein
  • das Geld muss zweckmäßig verwendet werden
  • die finanzielle Überbrückung darf nur einmal beansprucht werden

Ansuchen – erforderliche Unterlagen

  • Nachweis des monatlichen Einkommens durch Gehaltszettel, Einkommensteuerbescheid, Sozialhilfe- bzw. Mindestsicherungsbescheid, Pensionsbescheid, Wohnbeihilfebescheid etc.
  • Nachweise der Fixausgaben pro Monat durch Jahresabrechnungen, Zahlungsbelege, aktuelle Vorschreibungen, Kontoauszüge etc.
  • Nachweise über offene Rechnungen durch Kontoauszüge (nicht älter als drei Tage), Rechnungen, Konkursedikte oder Exekutionsbewilligungen
  • Nachweise von Finanzierungen (Kredite/Darlehen) und Kontoüberziehungen durch Kreditverträge, Darlehensverträge und Kontoauszüge

Anerkannte Flüchtlinge müssen zusätzlich noch den Reisepass oder sonstige geeignete Nachweise bzw. Urkunden vorlegen.

Die Unterlagen für den Antrag auf Familienhärteausgleich dürfen nicht älter sein als drei Monate und können als Kopie eingereicht werden.

Antrag auf Familienhärteausgleich- Verfahrensablauf

Grundsätzlich genügt ein formloses Schreiben zur Kontaktaufnahme. Es wird jedoch empfohlen, das dafür vorgesehene Formular auszudrucken, auszufüllen und gemeinsam mit den notwendigen Unterlagen einzuschicken, damit eine rasche Abwicklung möglich ist.

Das Antragsformular kann unter 0800/240 262 kostenfrei aus ganz Österreich angefordert- oder hier heruntergeladen werden.
Eine persönliche Vorsprache ist ausschließlich nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Was kostet der Antrag?

Das Beantragen des Familienhärteausgleichs ist kostenlos.

Kontakt- wo kann Hilfe beantragt werden?

Bundeskanzleramt
Abteilung V/4, Familienhärteausgleich
Untere Donaustraße 13-15, 1020 Wien
Tel. Auskünfte : (01) 53115
gebührenfrei auch über das Familienservice
(0800 240 262 / Mo-Do 9-15 Uhr) möglich

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Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Gründer der OPTIFIN und Geschäftsführer einer Agentur hat er tagtäglich mit den Themen Immobilienfinanzierung und Finanzen zu tun. Er betreut und erstellt daher die Inhalte zu diesen Themen.

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