Familienbeihilfe

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Familienbeihilfe gilt für alle Kinder, welche nicht älter als 18 Jahre sind
  • Die Familienbeihilfe ist weder von dem Einkommen noch von der Art der Beschäftigung der Eltern abhängig
  • Ein lohnsteuerpflichtiger Antragsteller erhält monatlich noch zusätzlich einen sogenannten Kinderabsetzbetrag
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Die Familienbeihilfe soll alle Familien mit Kindern unterstützen und dadurch auch mehr Menschen zum Kinder bekommen animieren. Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 13104605 Copyright: Nyul

Die Familienbeihilfe zählt laut Ministerium für Familie und Jugend zu den tragenden Säulen des Systems der österreichischen Familienförderung. Bereits 1955 wurde im Familienlastenausgleichsgesetz (FLAG) folgendes dazu vermerkt:

Der Ausgleich der finanziellen Mehrbelastung, die die Ernährung, Bekleidung, häusliche Unterbringung und Erziehung von Kindern verursacht, ist nicht nur eine Forderung der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch eine gesellschaftliche Existenznotwendigkeit.

Somit ist die Intention dieser direkten Transferleistung klar dokumentiert und auch begründet. Eltern und Familien soll aus Ihrer Unterhaltspflicht gegenüber Menschen ohne Kinder kein finanzieller Nachteil entstehen, zumal Kinder auch die zukünftigen Stützen eben dieses Sozialsystems und Sozialgefüges innerhalb des Staates sind.

Voraussetzungen für einen Familienbeihilfeanspruch

Grundsätzlich gelten die folgenden Personen als anspruchsberechtigt:

  • Eltern, wenn der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in Österreich liegt (ständiger Aufenthalt), das Einkommen spielt hierbei keine Rolle
  • Das Kind im gemeinsamen Haushalt lebt (gleicher Hauptwohnsitz) und somit der Lebensmittelpunkt identisch ist
  • Vorrangig wird per Gesetz die Mutter mit der Familienbeihilfe bedacht
  • Als Eltern gelten dabei laut Gesetz im Bedarfsfall auch Groß-, Pflege-, Stief- und Adoptiveltern
  • Wenn die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen, besteht ein eigener Anspruch des Kindes auf die Familienbeihilfe

Wichtig: Die Familienbeihilfe entfällt während des Präsenz-, Zivil- oder Ausbildungsdienstes und falls vom (früheren) Ehepartner Unterhalt geleistet werden muss!

Wie lange kann die Familienbeihilfe bezogen werden

Bezüglich der Dauer gibt es verschiedene Modelle, in jedem Fall ist unter Einhaltung der oben genannten Fakten ein Bezug für alle minderjährigen Kinder – sprich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres – gewährleistet.

Eine Verlängerung der Dauer ist nur dann möglich, wenn sich das Kind nach Volljährigkeit in einer Berufsausbildung (Lehre, Studium…) befindet. In diesem Fall kann die Beihilfe bis zum vollendeten 24. Lebensjahr, für alle vor Juli 2011 geborenen Kinder bis zum vollendeten 26. Lebensjahr verlängert werden. Sollten diese Kinder einen Präsenz-, Zivil- oder Ausbildungsdienst absolviert haben, verlängert sich die Anspruchsdauer jeweils um ein Jahr (25 bzw. 27).

Sollte sich eine dauernde Erwerbsunfähigkeit des Kindes einstellen, vor der Vollendung des 21.Lebensjahres oder während der Berufsausbildung vor der Vollendung des 25. Lebensjahres, dann gilt keine Altershöchstgrenze.

Wichtig: Sollte sich Ihr Kind (Stichtag Geburt 1. Juli 2011) einer freiwilligen Hilfstätigkeit bei einem gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrt im Inland widmen, ist ebenfalls eine Verlängerung der Bezugszeit bis zum vollendeten 25. Lebensjahr möglich!

Die Beiträge

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Die Familienbeihilfebeiträge werden monatlich ausgezahlt und richten sich nach dem Alter und der Anzahl der Kinder. Seit dem 1. Jänner 2016 ergibt sich hieraus folgende Staffelung pro Kind und pro Monat:

  • ab Geburt 111,8 €
  • ab 3 Jahren 119,6 €
  • ab 10 Jahren 138,8 €
  • ab 19 Jahren 162 €

Hinzu kommt eine sogenannte Geschwisterstaffelung, die eine Aufstockung der Beiträge je nach Anzahl der Kinder vorsieht. Somit erhöht sich die Familienbeihilfe je Kind wie folgt:

  • Für zwei um je 6,9 €
  • Für drei um je 17 €
  • Für vier um je 26 €
  • Für fünf um je 31,4 €
  • Für sechs um je 35 €
  • Für sieben oder mehr um je 51 €

Zudem wurde bereits eine weitere Anhebung und Anpassung der Familienbeihilfe um 1,9 % ab Jänner 2018 beschlossen!

Tipp: Weitere Informationen zum Thema Familienbeihilfe und einen entsprechenden Rechner können Sie auch unter https://www.meineuro.at/kinderbeihilfe-familienbeihilfe-kindergeld/ abrufen!

Erhöhungszuschlag für erheblich behinderte Kinder

Einer Familie, die ein Kind mit einer erheblichen Behinderung groß zieht, steht zudem der sogenannte Erhöhungszuschlag von 152,9 Euro pro Monat zu. Entscheidend ist dabei der Grad der Behinderung – eine erhebliche Behinderung liegt laut Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 dann vor, „wenn ein Kind an einer nicht nur vorübergehenden (d.h. voraussichtlich mehr als drei Jahre dauernden) gesundheitlichen Beeinträchtigung leidet und der Grad der Behinderung mindestens 50 vH. beträgt oder das Kind voraussichtlich dauernd außerstande ist, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen“.

Dieser Anspruch wird über die gesamte Bezugszeit gewährt, auch bei aufgehobener Altershöchstgrenze auf Grund einer voraussichtlich dauerhaften Erwerbsunfähigkeit. Der Nachweis ist per Bescheinigung des Sozialministeriumsservice auf Basis eines ärztlichen Gutachtens zu erbringen.

Wichtig: Die Kosten für das Gutachten und die Bescheinigung werden durch den Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen getragen!

Antrag auf Familienbeihilfe

Für Neugeborene, die in Österreich zur Welt kommen und auch hier ihren Lebensmittelpunkt haben, muss kein Antrag auf Familienbeihilfe gestellt werden. Dies geschieht automatisch.

Natürlich gibt es aber auch Ausnahmen, wie etwa Familien die zuziehen. Hier ist auch heute noch eine einmalige Antragstellung erforderlich. Dieser kann jederzeit elektronisch via FinanzOnline dem Wohnsitzfinanzamt übermittelt werden. Natürlich ist auch der klassische Amtsweg möglich. Weitere Informationen sowie das entsprechende Antragsformular entnehmen Sie FinanzOnline oder direkt am zuständigen Wohnsitzfinanzamt.

Der Kinderabsetzbetrag

Zwar ist der Kinderabsetzbetrag nicht unmittelbar der Familienbeihilfe zuzuordnen, dennoch sollte dieser auch erwähnt werden. Dieser wird monatlich automatisch zusammen mit der Familienbeihilfe überwiesen, egal ob eine Steuerleistung gegeben ist oder nicht. Derzeit beträgt der Familienabsetzbetrag pro Kind 58,40 Euro. Dieser wird über denselben Zeitraum wie die Familienbeihilfe hinweg ausbezahlt.

Das Schulstartgeld

Ein weiterer Baustein der Familienbeihilfe ist das Schulstartgeld. Auch hier erhalten Eltern für jeden Ihrer Zöglinge im Alter von 6 – 15 Jahren (9 Pflichtschuljahre) zum Schulstart eine einmalige 100 Euro Schulstartgeld-Zahlung. Diese Auszahlung erfolgt jeweils im September zusammen mit der Familienbeihilfe und erfolgt automatisch ohne Ansuchen.

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Der Mehrkindzuschlag

Neben der Geschwisterstaffelung gibt es noch den sogenannten Mehrkindzuschlag, der für Familien mit mehr als drei Kindern relevant ist. Sofern das Familieneinkommen im Kalenderjahr die Höhe von 55.000 Euro nicht überschreitet, kann dieser jährlich beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt beantragt werden. Aktuell beträgt dieser je Kind monatlich 20 Euro. Der klassische Rechner beinhaltet diesen Mehrkindzuschlag nicht, gleiches gilt für viele Berechnungstabellen.

Familienbeihilfe und ein eigenes Einkommen

Bis zur Vollendung des 19. Lebensjahres sind Verdienste und Einnahmen der Kinder aus einem Beruf bezüglich der Familienbeihilfe irrelevant. Mit Beginn des 20. Lebensjahres darf das Gesamteinkommen pro Kalenderjahr die Grenze von 10.000 Euro allerdings nicht überschreiten, ansonsten ergeben sich Rückzahlungsforderungen bezüglich der Familienbeihilfe. Es muss jener Betrag rückerstattet werden, um welchen der Grenzbetrag übertroffen wurde.

Dabei wird die Bemessungsgrundlage der Lohn- bzw. der Einkommenssteuer herangezogen, allerdings ist das 13. und 14. Monatsgehalt auszuklammern. Auch Lehrlingsentschädigungen, Waisenpensionen und Waisenversorgungsgenüsse erhöhen das zu versteuernde Gesamteinkommen Ihres Kindes nicht.

Wer hat Anspruch auf Familienbeihilfe?

Die Familienbeihilfe gilt für Anspruchsteller mit Lebensmittelpunkt in Österreich. Wer Anspruch hat und was es zu beachten gilt, wird im nachfolgenden Ratgeber aufgeführt.

Auf die Beihilfe haben diejenigen Anspruch bzw. das Kind / die Kinder des Antragsstellers, welche Ihren Lebensmittelpunkt in Österreich bestreiten. Zudem muss das Vorliegen eines gemeinsamen Haushaltes gemeinsam mit dem Kind begründet sein. Die Familienbeihilfe gilt für alle Kinder, welche nicht älter als 18 Jahre sind. Mehrere Personenkreise kommen für die Inanspruchnahme der Beihilfe infrage. So gehören Inhaber der österreichischen Staatsbürgerschaft, EU/EWR-Staatsbürger und beispielsweise Inhaber der Schweizer Staatsbürgerschaft zu diesem Personenkreis. Aber auch Drittstaatsangehörige mit dauerhaftem Aufenthalt in Österreich zählen hier hinzu. Anerkannte Flüchtlinge, Subsidiär Schutzberechtigte wie auch Aufenthaltsberechtige erhalten ebenfalls die Beihilfe für Familien.

Die Höhe der Familienbeihilfe

Die Beihilfe gilt für den vorher genannten Personenkreis. Die Familienbeihilfe ist weder von dem Einkommen noch von der Art der Beschäftigung der Eltern abhängig. Das Alter des Kindes entscheidet aber ob und wie viel Beihilfe gezahlt wird. Seit dem Januar 2018 gelten neue Regelungen, um das österreichische Kindergeld zu erhalten bzw. in Anspruch zu nehmen.

114 Euro erhalten Kinder ab Geburt,
der Geburtsmonat entscheidet über die erstmalige Auszahlung
121,90 Euro erhalten Kinder ab 3 Jahren,
erstmalig in dem Geburtsmonat des Kindes
141,50 Euro erhalten Kinder ab 10 Jahren,
erstmalig in dem Geburtsmonat des Kindes
165,10 Euro erhalten Kinder ab 19 Jahren,
erstmalig in dem Geburtsmonat des Kindes

Die erhöhte Familienbeihilfe und der Mehrkindzuschlag – Was ist das und wer erhält diese?

In der vorgenannten Staffelung sind jedoch noch nicht die Zuschläge enthalten, welche unter bestimmten Umständen, d. h., wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, ausgezahlt werden. Ein lohnsteuerpflichtiger Antragsteller erhält monatlich noch zusätzlich einen sogenannten Kinderabsetzbetrag. Dieser beträgt zurzeit 58,40 Euro und wird für jedes einzelne Kind ausgezahlt.

Sollte der Antragsteller noch Kinder im schulpflichtigen Alter haben, so erhalten sie einmal jährlich im September eine Art Schulstartgeld in Höhe von 100 Euro. Das Alter der schulpflichtigen Kinder muss bei mindestens 6 Jahren liegen und wird höchstens bis zum 15. Lebensjahr des Kindes gezahlt.

Besteht eine Familie aus mehreren Kindern, so erhalten sie noch weitere Zuschläge. Diese sind wieder gestaffelt, je nachdem wie viele Kinder in einer Familie leben.

7,10 Euro Zusatzbeitrag je Kind bei 2 Kindern in einer Familie
17,40 Euro Zusatzbeitrag je Kind bei 3 Kindern in einer Familie
26,50 Euro Zusatzbeitrag je Kind bei 4 Kindern in einer Familie
32,00 Euro Zusatzbeitrag je Kind bei 5 Kindern in einer Familie
35,70 Euro Zusatzbeitrag je Kind bei 6 Kindern in einer Familie
52,00 Euro Zusatzbeitrag je Kind bei 7 Kindern in einer Familie

Die Gelder der Beihilfe werden zwar unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt, jedoch sind bestimmte Bedingungen zu erfüllen. Diese Bedingungen gelten für alle Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Die Familiemitglieder müssen österreichische Staatsbürger sein und gleichzeitig ihren Wohnsitz in Österreich haben.

Des Weiteren gelten die gleichen Bedingungen, die bei der Anspruchsbegründung gelten. Die Beihilfe wird normalerweise nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ausbezahlt. Jedoch gibt es darüber hinaus einige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um die Zahlung über das 18. Lebensjahr hinaus zu gewährleisten.

Um weiterhin einen Anspruch auf Familienbeihilfe geltend zu machen, muss das bereits 18-jährige Kind nachweisen, dass es sich in einer Ausbildung befindet. Unter einer Ausbildung ist ebenfalls eine solche auf schulischem Weg zu verstehen wie auch die Aufnahme eines Studiums in der Fachhochschule oder einer Universität. Dieses über das 18. Lebensjahr hinaus zu erhaltende Kindergeld gibt es nur dann, wenn keine längeren Auszeiten des Kindes anfallen. Dies bedeutet, dass die Spanne zwischen Wartezeit bis zur Ausbildung tatsächlich nur eine kurze Zeitspanne in Anspruch nehmen darf. Erfolgt aber dieser Nachweis, so steht die Familienbeihilfe der Familie bzw. dem Kind auch in der Wartezeit bis zum Beginn des Ausbildungsplatzes zu.

Ähnlich verhält es sich bei einer Wartezeit vor der Aufnahme eines Zivildienstes. Ist ein Kind einer Familie erheblich beeinträchtigt, also von einer körperlichen Behinderung gezeichnet, so erhalten diese Familien eine erhöhte Zahlung der Beihilfe. Diese beträgt zurzeit monatlich 155,90 Euro. Um diese erhöhte Beihilfe zu erhalten, ist es erforderlich, den Grad bzw. die Schwere der Behinderung durch das Sozialministerium festlegen zu lassen. Weiterhin ist für den Erhalt entscheidend ob und inwieweit das Kind aktuell und künftig für sich selbst sorgen kann oder eben nicht.

Familienbeihilfe für Studierende

Bei der Aufnahme eines Studiums steht Kindern, welche das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben, unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls die Zahlung der Beihilfe zu. Allerdings sind diese Voraussetzungen eng an das Studium und deren Bestehen geknüpft. Eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der Familienbeihilfe ist, dass das Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen wird. Zusätzlich muss ein positiver Erfolgsnachweis an das zuständige Finanzamt gesendet werden.

Weitere wichtige Voraussetzungen für den Erhalt der Familienbeihilfe

Die Beihilfe steht einem Begünstigten nur so lang zu, wie er in Ausbildung ist. Ist die Ausbildung abgeschlossen, wird kein Kindergeld mehr ausgezahlt. Ebenso verhält es sich bei Kindern, die beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos gemeldet sind. Auch für diesen Personenkreis fällt die Zahlung der Beihilfe komplett weg. Entscheidet sich das Kind für ein freiwilliges soziales Jahr, so sind auch hier einige Voraussetzungen zu erfüllen, um weiterhin eine Auszahlung der Beihilfe zu erhalten.

Bis zum 23. Lebensjahr können folgende Kinder weiterhin Familienbeihilfe beziehen:

  • Während der Ausübung eines freiwilligen sozialen Jahres
  • Während der Ausübung eines freiwilligen Umweltschutzjahres
  • Während der Ausübung eines Friedensdienstes im Ausland
  • Während der Ausübung eines Sozialdienstes im Ausland
  • Während der Ausübung eines europäischen Freiwilligendienstes

Bei der Zahlung der Familienbeihilfe ist weiterhin eine Hinzuverdienstgrenze der Kinder zu beachten. Diese greift bei einem Zuverdienst, welcher 10.000 Euro übersteigt. Dies bedeutet, dass die Kinder, welche die Familienbeihilfe erhalten nicht mehr als 10.000 Euro pro Jahr hinzuverdienen dürfen. Ansonsten fällt die Beihilfe weg. Die Familienbeihilfe muss in einem solchen Fall aber nur ab dem Zeitpunkt zurückgezahlt werden, an dem die Steuerbemessungsgrundlage eindeutig überschritten worden ist.

Familienbeihilfe und die Beantragung – Wie sollte vorgegangen werden?

Bei der Geburt eines Kindes ist kein Antrag auf Familienbeihilge notwendig. Sobald ein Kind geboren wird, steht der Familie automatisch der Bezug der Familienbeihilfe zu. Die Zahlung der Beihilfe erfolgt monatlich und wird üblicherweise an die Mutter des Kindes ausgezahlt. Es wird davon ausgegangen, dass die Mutter auch gleichzeitig der Elternteil ist, welcher als haushaltsführend zu bezeichnen ist. Sollte dies in einem Fall einmal nicht zutreffend sein, kann die Mutter einen Antrag stellen, indem sie auf die Auszahlung der Beihilfe an ihre Person verzichtet. Sie hat die Auszahlung der Familienbeihilfe dann an den anderen Elternteil abgetreten, welcher nun die Familienbeihilfe für das Kind in monatlichen Zahlungen erhält.

Sobald das Kind volljährig ist, kann auch eine Auszahlung der Beihilfe an eben dieses erfolgen. Dies geschieht allerdings nicht automatisch. Um die Beihilfe direkt an das volljährige Kind auszahlen zu lassen, ist es notwendig, einen Antrag beim zuständigen Finanzamt zu stellen. Dieser Antrag kann nur durch den Erziehungsberechtigten erfolgen und ist mit seiner Unterschrift einzureichen. Genauso wie der Erziehungsberechtigte die Anweisung zur Auszahlung der Beihilfe an das Kind veranlassen kann, kann er diese mittels eines Widerrufes wieder rückgängig machen. Ansonsten gilt, dass die Familienbeihilfe beim zuständigen Finanzamt am Wohnsitz des Betroffenen zu stellen ist. Der Antrag muss schriftlich erfolgen.

Folgende Unterlagen sind mit einzureichen bzw. bedingt notwendig:

  • Meldezettel des Kindes
  • Meldezettel des Bezugsberechtigten
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Ausbildungsvertrag bei Aufnahme einer Berufsausbildung
  • Nachweis des Studienerfolges oder der Studienverzögerung (gilt allerdings nur bei volljährigen Kindern)
  • Nachweis, dass sich der Antragsteller rechtmäßig im Land aufhält (nur bei ausländischen Staatsbürgern notwendig)
  • Nachweis über den geleisteten Zivildienst
  • Nachweis über die geleistete Ausbildungszeit
  • Nachweis über einen geleisteten Präsenzdienst
  • Nachweis einer anderen Staatsbürgerschaft (eventuell ist eine Vorlage des Reisepasses notwendig)
  • Nachweis über die Führung eines Doktortitels (die Vorlage der Promotionsurkunde ist erforderlich)

Die Vorteile einer Familienbeihilfe

Die Familienbeihilfe bietet Familien und solche die es werden wollen einige Vorteile. Die Gründung einer Familie bedeutet eine große Belastung der finanziellen Situation. Um diesen finanziellen Mehraufwand aufzufangen, unterstützt der österreichische Staat in Form der Familienbeihilfe seine Bürger und somit Familien.

Die Einführung des Familiengeldes hat weiterhin einen sozialen Aspekt. So soll die Gründung einer Familie bzw. einer bestehenden Familie mit dem Berufsleben vereinbar sein und zudem noch gefördert werden. Die Familienbeihilfe trägt maßgeblich dazu bei, die Lebenshaltung in einem erheblichen Maß zu verbessern und das Gefühl der Sicherheit weiter zu verstärken.

Die Beihilfe ist ein fester monatlicher Beitrag, welcher zur Sicherung des Lebensstandards verwendet werden soll. Die Eltern können mit dem Bezug der Beihilfe entscheiden, ob sie in Teilzeit arbeiten möchten. Dies bietet den Vorteil, dass den Eltern die Möglichkeit geboten werden soll, sich ihrem Nachwuchs gänzlich zu widmen, ohne finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen.

Weiterhin beeinflusst die Zahlung einer Beihilfe die Geburtenrate positiv, weil die Beiträge maßgeblich in die monatlichen Berechnungsgrößen der Familien einbezogen werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört zu einem der wichtigsten Aspekte in der Familienplanung und der österreichische Staat trägt dazu bei, dass den Bürgern diese Möglichkeit auf Dauer zur Auswahl steht.

Nähere Infos finden Sie hier.

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.