Arbeitszeit

Das Wichtigste in Kürze
  • Unter der Normalarbeitszeit ist die wöchentliche Stundenzahl von 40 Stunden gemeint
  • Wird die wöchentliche Arbeitszeit von 60h überschritten, gelten die Mehrstunden als Überstunden
  • Der Arbeitgeber verpflichtet sich über die geleisteten Arbeitsstunden genaue Aufzeichnungen zu führen
  • Die 60 Stundenwoche darf im Durchschnitt von vier Monaten nicht mehr als 48 Stunden betragen.
  • Weitere Informationen zum Thema Arbeitszeit auf oesterreich.gv.at

Normalarbeitszeit

Die Zeiten wann wie lange gearbeitet wird, sind genau geregelt. Hierbei gibt es zwar einige Ausnahmen, wobei die wöchentliche Gesamtarbeitszeit nicht überschritten werden darf.

Unter der Normalarbeitszeit ist die wöchentliche Stundenzahl von 40 Stunden gemeint. Diese kann allerdings anders aufgeteilt sein, als dies in den meisten Fällen der Fall ist. In der Regel wird von einer täglichen Stundenzahl von 8 Stunden ausgegangen, wobei sich diese Anzahl je nach Arbeitsgebiet ändern kann. So kann auch die Arbeitszeit 12 Stunden pro Tag betragen, was häufiger bei Kraftfahrern vorkommt. Diese müssen nach einer gewissen Lenkzeit eine Pause einlegen. Allerdings darf die wöchentliche Stundenzahl nicht überschritten werden. Sollte das doch der Fall sein, dann gelten die Mehrstunden als Überstunden und müssen bezahlt oder anders abgegolten werden. Das könnte zum Beispiel Freizeit bzw. Urlaub sein.

Wird die wöchentliche Arbeitszeit von 60h überschritten, gelten die Mehrstunden als Überstunden. Das gilt im Allgemeinen für Vollzeitbeschäftigte. Bei Teilzeitbeschäftigten beträgt die wöchentliche Stundenzahl immer wie diese im Arbeitsvertrag festgehalten wurde.

Eines bleibt für Voll- und Teilzeitbeschäftigte gleich: die Entlohnung. Hier wird der übliche Stundenlohn auf die geleisteten Stunden angerechnet, was dann direkt etwas mit der Arbeitszeit zu tun hat.

Normalarbeitszeit/Woche40 h
Normalarbeitszeit/Tag8 h
Maximalarbeitszeit/Woche60 h
Maximalarbeitszeit/Tag12 h

Aufzeichnungspflicht von Arbeitszeit

Hier ist der Arbeitgeber verpflichtet über die geleisteten Arbeitsstunden genaue Aufzeichnungen zu führen, wobei die Größe des Betriebes keine Rolle spielt. Das gilt auch für die Anzahl der Angestellten. Somit ist jeder Arbeitgeber dazu verpflichtet, selbst wenn es der kleinste Betrieb ist.

Einige Ausnahmen gibt es nur dann, wenn es sich um Telearbeit, also Arbeiten von zu Hause aus oder Gleitzeit handelt. In diesen Fällen kann das Aufzeichnen der Arbeitszeit auch durch den Arbeitnehmer geschehen.

Ob die Aufzeichnungen auch lückenlos gemacht werden, wird durch die Arbeitsinspektion genau überprüft. Sollte es hier zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, wird der Arbeitgeber durch diese Inspektion bestraft. Daher sollte jeder Arbeitgeber auf die genauste Einhaltung dieser Bestimmung achten, damit die Arbeitszeit immer richtig aufgezeichnet wurde.

Arbeitszeitregelung

Die Regelung der Arbeitszeit hängt immer auch vom jeweiligen Betrieb ab. So kann die tägliche Zeit bei einer 4- Tagewoche, dann auch täglich 10 Stunden betragen. Bei 12 Stunden Schichten gibt es noch eine Regelung, denn diese muss ebenfalls genau überprüft werden. Es dürfen kurzzeitig 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Im Schnitt über vier Monate darf die Arbeitszeit pro Woche jedoch nicht mehr als 48 Stunden betragen.

Höchstarbeitszeit

Bei 12 Stunden Schichten gibt es noch eine Regelung, welche ebenfalls genau überprüft werden muss. Denn die 60 Stundenwoche darf im Durchschnitt von vier Monaten, nicht mehr als 48 Stunden betragen. Somit ist diese Höchstarbeitszeit mit strengen Regeln verbunden, wo es natürlich noch die Ruhezeiten und die Ruhepausen einzuhalten gibt.

Allerdings kann es hier auch Ausnahmen geben, die zum Beispiel im Hotel und Gastgewerbe üblich sind. Natürlich sind auch hier die Arbeitszeiten schon direkt anders geregelt, was auch immer mit dem jeweiligen Bedarf in Verbindung steht.

Ruhezeit, Ruhepausen

Nach der Arbeitszeit beginnt die Ruhezeit, die mindestens 8 Stunden betragen muss. Eine Ruhepause muss aber auch während der Arbeit eingelegt werden. Diese sollte spätestens nach 6 Stunden Arbeitszeit möglich sein. Dabei sollte diese Ruhezeit 30 Minuten dauern, sie muss allerdings nicht immer am Stück genommen werden. Sollte es betrieblich notwendig sein, kann die Ruhepause auch kürzer sein. Gebräuchlich ist auch eine 15 Minuten Ruhezeit, wobei diese dann auf zweimal pro Tag geteilt. wird. So kann das Arbeitsinspektorat die Ruhepausen noch verlängern oder sogar zusätzliche Ruhepausen anordnen. Dies hängt natürlich auch vom jeweiligen Betrieb ab, denn hier können diese Anordnungen dann notwendig sein.

  • Ruhezeit min. 8 h
  • Ruhepause, Arbeitspause nach 6h
  • Länge der Ruhepause: 1x 30 min, mindestens 2x 15 min

Lenkerarbeitszeit

Bei dieser Arbeitszeit gelten andere Regelungen, wobei es ebenfalls wiederum einiges zu beachten gibt. Die Höchstgrenze liegt hier bei 10 Stunden und darf auch nicht überschritten werden. Allerdings gibt es hier noch die unterschiedlichen Gewerbe zu beachten, denn danach ist die Lenkerarbeitszeit genau geregelt. Wichtig ist hierbei immer, die Lenkzeit, die Ruhepausen und die eigentliche Lenkerzeit zu berücksichtigen.

Nach dem Arbeitsruhe- und Arbeitszeitgesetz gibt es für Lenker von Kraftfahrzeugen spezielle Regelungen. Diese sind auch nach den europäischen Rechtsvorschriften ausgelegt und müssen daher natürlich auch beachtet werden.

Gerade bei der Lenkerarbeitszeit wurden die Begriffe wie normale Arbeitszeit, Überstunden, Mehrstunden sowie die Ruf- und Arbeitsbereitschaft noch um einige spezielle Begriffe für Lenker erweitert. Diese sind die Lenkzeit, Lenkpause oder Fahrunterbrechung und die Einsatzzeit. Dies ist eine besondere Erweiterung, um die Arbeitszeit für Lenker besser zu definieren. Der Grund hierfür liegt in den Besonderheiten, die dieser Beruf mit sich bringt. Denn ein Lenker, der ein KFZ fährt, ist immer besonderen Anforderung ausgesetzt. Zusätzlich kommen noch die enormen Belastungen hinzu, die der heutige Straßenverkehr fordert. Durch diese Regelungen soll eine Übermüdung und somit auch eine Verkehrsuntüchtigkeit vermieden werden. Dies könnte nicht nur den Lenker in eine gefährliche Situation bringen, sondern auch noch andere Verkehrsteilnehmer.

Lenkzeit

Hierzu zählen alle Zeiten, die jemand während des reinen Dienstes am Steuer verbringt. Dazu gehören dann auch Standzeiten, die verkehrsbedingt auftreten können. Diese wären zum Beispiel an Ampeln, im Stau oder an Kreuzungen. Allerdings nur, solange ein Kontrollgerät diese Lenkzeit auch als Arbeitszeit registriert.

Ebenso wird zwischen der Tageslenkzeit, also der Zeit zwischen zwei Ruhezeiten, die täglich einzuhalten sind, unterschieden. Zusätzlich kann auch noch zwischen einer täglichen und einer Ruhezeit, die wöchentlich absolviert wird, unterschieden werden. Zu der Arbeitszeit kommt noch die Wochenlenkzeit, also die Zeit von Montag 0 Uhr bis Sonntag 24 Uhr. Diese muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Lenkpause oder Fahrunterbrechung

Die Lenkzeiten sind durch sogenannte Fahrunterbrechungen oder Lenkpausen zu unterbrechen. Diese Zeiten dienen dazu, dass sich der Lenker erholen- bzw. seine Verkehrstüchtigkeit erhalten  kann. Während diesen Pausen darf der Lenker unter keinen Umständen andere Tätigkeiten übernehmen.

Diese Tätigkeiten wären zum Beispiel Ladetätigkeiten oder sonstige Arbeiten. Eine solche Fahrunterbrechung darf auch nicht als Freizeit gezählt werden, sondern ist bezahlte Arbeitszeit. Eine Ausnahme wäre wenn diese Unterbrechung mit einer Ruhepause zusammen fallen würde.
Hier wird empfohlen, dass die Lenkpause am besten immer mit einer Ruhepausen zusammenfallen sollte. Das hat sich bisher in der Praxis als gute Möglichkeit herausgestellt.

Die Einsatzzeit

Hierunter wird die Zeit verstanden, in der zwischen zwei Ruhezeiten gearbeitet wird. Diese Einsatzbereitschaft beinhaltet die eigentliche Arbeitszeit genauso wie die Arbeitszeitunterbrechungen. Zu dieser Einsatzzeit gehören somit auch die Lenkzeiten, Lenkpausen oder Fahrunterbrechungen, Ruhepausen und auch geteilte Ruhezeiten, die täglich auftreten können. Ebenso zählen alle sonstige Arbeitszeiten dazu.

Um hier die eine Antwort auf die Frage der richtigen Einhaltung der Arbeitszeit zu finden, muss zwischen den Lenkern von Verordnungsfahrzeugen und Lenkern, die sonstige Fahrzeuge fahren unterschieden werden. Erst dann kann hier die richtig Antwort gefunden werden.

Erklärung von Verordnungsfahrzeugen


Bei einem Verordnungsfahrzeug handelt es sich um ein Fahrzeug, das zur Güterbeförderung verwendet wird
. Dabei gilt hier ein höchst zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen, einschließlich Sattelanhänger oder einem Anhänger. Ebenfalls fällt hierunter ein Fahrzeug, das zur Personenbeförderung dient. Diese Fahrzeuge können mehr als 9 Personen einschließlich dem Fahrer transportieren. Allerdings nur, wenn dies nicht von der VO 561/2006 ausgenommen wurde, oder von den beiden Verordnungen EG 165/2014 und EG 561/2006 freigestellt wurde.

Alle sonstigen Fahrzeuge
Unter sonstige Fahrzeuge fallen alle Kraftfahrzeuge, die in dem oben genannten Sinn keine Verordnungsfahrzeuge sind.

Wichtig und mit Vorsicht zu betrachten
Ob ein Fahrzeug nun als ein Verordnungsfahrzeug oder sonstiges Fahrzeug eingestuft und kategorisiert ist, sollte anhand der innerstaatlichen und europäischen Rechtsform immer in jedem einzelnen Fall geklärt werden!

Weitere Informationen zum Thema Arbeitszeit finden Sie hier: https://www.arbeiterkammer.at/arbeitszeit

Mario Schantl

Mario Schantl

Mario Schantl kann bereits jahrelange Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche aufweisen. Als Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur ist er mit dem Unternehmertum und wirtschaftlichen Aspekten bestens vertraut und der ideale Ansprechpartner wenn es sich um Steuern, Finanzen und Wohnraumfinanzierung handelt.

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Der Artikel wurde sorgfältig recherchiert. Dennoch kann keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte und weiterführenden Links übernommen werden.

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